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Uetze Gemeinde lässt Soldatengrab einebnen
Aus der Region Region Hannover Uetze Gemeinde lässt Soldatengrab einebnen
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16:32 29.11.2018
Auf dem Katenser Friedhof ist die Stelle, an der das Soldatengrab war, noch deutlich zu erkennen. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Katensen

Darüber ärgert sich Friedrich Rohrmann aus Katensen: Die Gemeinde Uetze hat eine Gartenbaufirma beauftragt, auf dem Katenser Friedhof ein Soldatengrab aus dem Ersten Weltkrieg einzuebnen – was inzwischen auch geschehen ist. Es war das Grab Otto Blankes, der am 2. September 1916 gestorben war. „So geht das nicht“, sagt Rohrmann. Er erinnert daran, dass nach dem Gräbergesetz von 1952 für Soldatengräber ein ewiges Ruherecht besteht. Für die Pflege von Soldatengräbern bekomme die Gemeinde Geld. „Für ein Einzelgrab sind es etwa 25 Euro“, weiß Rohrmann. Daher müsse die Gemeinde sich um das Grab kümmern und dürfe es nicht einfach dem Boden gleich machen.

Für Rohrmann ist ein Soldatengrab eine Art Mahnmal. Es könne einen Anstoß geben, darüber nachzudenken, weshalb dort ein Kriegsopfer begraben liegt. Außerdem hatte Blankes Grab etwas mit der Ortsgeschichte zu tun. „Es ist eines der ersten Gräber, die auf dem Katenser Friedhof angelegt wurden“, sagt Rohrmann. Kurz zuvor sei die Begräbnisstätte eingerichtet worden.

Auf dem Katenser Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs steht auch der Name Otto Blankes. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Gemeindesprecher Andreas Fitz bestätigt, dass es für Soldatengräber ein Ewigkeitsrecht gibt. Aber Blankes Grab habe nicht auf der Liste der Kriegsgräber im Gemeindegebiet gestanden, sagt Fitz. Deshalb sei die Verwaltung davon ausgegangen, dass es sich nicht um ein Soldatengrab gehandelt habe. Die Verwaltung habe öffentlich bekannt gemacht, dass das Grab eingeebnet werden sollte. „Darauf haben wir keine Rückmeldung erhalten“, sagt Fitz. Daher habe die Verwaltung den Auftrag für die Einebnung erteilt.

Die Verwaltung werde aber der Frage nachgehen, weshalb der Name Otto Blanke nicht im Verzeichnis der Kriegsgräber gestanden habe, sicherte Fitz zu: „Diesen Einzelfall nehmen wir zum Anlass, die Liste zu überprüfen.“ Am Donnerstagabend kam dann die Nachricht aus dem Rathauses: Der Bauhof habe den Auftrag erhalten, das Grab wieder herzurichten. Die Recherchen haben laut Fitz gezeigt, dass es sich wohl doch um ein Soldatengrab handelt.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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