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Uetze Untersuchung: Wie alt sind die Hänigser Teerkuhlen wirklich?
Aus der Region Region Hannover Uetze Untersuchung: Wie alt sind die Hänigser Teerkuhlen wirklich?
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17:04 03.11.2019
Thomas Degro (Mitte) holt mit Jürgen Meisters (links) und Klaus-Wilhelm Brandes' Hilfe den gebrochenen Querbalken, der untersucht werden soll, aus der restaurierten Teerkuhle. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Hänigsen

Sind die Teerkuhlen auf dem Kuhlenberg bei Hänigsen älter als 473 Jahre? Das wollen die Hänser Teerkerle, die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Hänser Teermuseums, wissen. Sie planen, einen durchgebrochenen Balken aus der Verschalung der 1986 restaurieren Grube dendrochronologisch untersuchen zu lassen. 1546 hat der Mineraloge Georg Agricola aus Chemnitz die Hänigser Teerkuhlen erstmals urkundlich erwähnt.

Wie alle Teerkuhlen, die sich früher auf dem Kuhlenberg bei Hänigsen befanden, ist auch die rechteckige Grube, die Heimatbund-Mitglieder um den verstorbenen Heimatforscher Albert Depenau 1986 freigelegt haben, mit Holz verschalt. Die tragenden Teile der Verschalung bestehen aus waagerechten Balken und Schrägverstrebungen. Dahinter sind senkrecht Bretter angebracht. „Wir gehen davon aus, dass die Verschalung aus Eichenholz ist“, sagt Teerkerl Thomas Degro.

Ein Querbalken ist gebrochen

Einer der Querbalken an einer der beiden kleineren Seiten des Erdloches ist gebrochen. Während die eine Hälfte des gebrochenen Balkens noch in der Verschalung hing, war die zweite auf den Grund der Grube gefallen. Um beide Enden aus der Kuhle zu holen, haben die Teerkerle das Ölwassergemisch aus dem mehr als zwei Meter tiefen Erdloch gepumpt.

Teerkerl Klaus-Wilhelm Brandes zeigt auf den gebrochenen Querbalken in der Teerkuhle. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Die Teerkerle wollen von Fachleuten das Alter des gebrochenen Balkens untersuchen lassen. „Unsere Motivation ist, dass das Untersuchungsergebnis das älteste urkundliche Datum von 1546 übertrifft“, sagt Degro. Dendrochronologische Untersuchungen des Holzes der Wettmarer Bockwindmühle und des Turmes der Otzer Kapelle hätten die Teerkerle ermutigt, eine Analyse in Auftrag zu geben.

Turm der Otzer Kapelle ist viel älter

Die Untersuchung der Bockwindmühle bestätigte, dass das Jahr der ersten urkundlichen Erwähnung 1585 auch das Baujahr ist. Eine Sensation war das Untersuchungsergebnis des Holzturmes der Otzer Kapelle: Er ist nicht wie lange Zeit angenommen 1763, sondern bereits 1405 oder 1406 errichtet worden.

Laut Degro muss man zunächst prüfen, ob sich der gebrochene Balken überhaupt für eine dendrochronologische Untersuchung eignet. Dafür müssen die Jahresringe im Holz noch erhalten sein. Anhand der Abfolge der unterschiedlich breiten Ringe ermitteln Fachleute das Alter des Holzes. In Jahren mit guten Wachstumsbedingungen entstehen breitere Ringe als in Jahren mit schlechten Bedingungen. Falls sich der gebrochene Balken als ungeeignet für die Analyse erweisen sollte, wollen die Teerkerle im nächsten Jahr einen Bohrkern aus einem anderen Balken der Verschalung untersuchen lassen.

Teerkerle wollen Zuschuss beantragen

Für die Untersuchung wollen die Teerkerle einen Zuschuss bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz beantragen. „Den Antrag bereite ich gerade vor“, sagt Degro. Die Standarduntersuchung koste 100 Euro. Für eine Überprüfung des gebrochene Balkens, der mit Öl getränkt ist, müssten die Teerkerle wahrscheinlich etwas mehr ausgeben.

Der gebrochene Balken soll auch als Vorlage für die Anfertigung eines Ersatzquerbalkens dienen. Darüber hinaus wollen die Teerkerle kleine Reparaturen an der Verschalung vornehmen.

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Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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