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Uetze Amateurtheater BretterWelt zeigt den Klassiker „Die zwölf Geschworenen“
Aus der Region Region Hannover Uetze Amateurtheater BretterWelt zeigt den Klassiker „Die zwölf Geschworenen“
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17:03 05.11.2019
Die Darsteller proben eine Szene aus dem neuen Stück: Klaus-Peter Großmann (von links), Justin von Wanrooij, Thomas Stolze, Birgit Rode, Lara Sophy Gieschen, Antonia Molle (sitzend), Jürgen Schmidt, Fabian Gellin und Brigita Habermann. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
Uetze

Die Laienspieltruppe BretterWelt aus Uetze ist bekannt für die Aufführung anspruchsvoller Theaterstücke. Nach zwei Komödien zeigen die Darsteller um Regisseur Thomas Stolze in diesem Jahr wieder ein ernstes Schauspiel: „Die zwölf Geschworenen“ in der Bühnenfassung von Reginald Rose. Weltbekannt geworden ist das Stück des US-amerikanischen Autors als Verfilmung mit Henry Fonda in der Hauptrolle.

Die Rolle Henry Fondas spielt eine Frau

Die Rolle Fondas, der den einzigen Geschworenen spielte, der nicht von der Schuld des jungen Angeklagten überzeugt war, spielt in Uetze Birgita Habermann. Alle Rollen in Roses Justizdrama, das 1957 verfilmt wurde, sind ausschließlich mit Männern besetzt. Doch das werde der heutigen gesellschaftlichen Realität nicht mehr gerecht, sagt Klaus-Peter Großmann, Mitbegründer der BretterWelt. „Wir haben deshalb Männerrollen, wo es dramaturgisch möglich ist, mit Frauen besetzt.“ Neben Habermann spielen mit Antonia Molle, Birgit Rode, Elena Korn, Lara Sophy Gieschen und Josefine Kaltmaier.

Viele junge Leute sind dabei

Habermann ist praktizierende Tierärztin und gehört seit 2003 zum BretterWelt-Team. Das Amateurtheater hat Großmann vor 19 Jahren auf die Bretter gestellt. Die ersten Mitspieler waren Schüler der Theater AG des Uetzer Gymnasiums, die Großmann damals leitete. Diesem Ursprung ist die Tatsache zu verdanken, dass auch heute noch viele junge Leute mitspielen. „Zur BretterWelt gehören zwölf bis 13 Darsteller, im Wesentlichen junge Leute“, sagt Großmann nicht ohne Stolz.

Lara Sophy Gieschen, die 2018 ihr Abitur gemacht hat, brennt seit der siebten Klasse für die Schauspielerei. Seit 2016 gehört sie zum Ensemble. „Ich durfte in der Maske helfen und habe gehofft, irgendwann auch mitspielen zu dürfen“, erzählt sie. „Als ich dann gefragt wurde, war ich happy. Ich habe gleich eine richtig coole Rolle in ,Der nackte Wahnsinn’ bekommen: eine Tierärztin, die die Männer becircte, um an Geld zu kommen.“

Fabian Gellin ist ebenfalls ein Kind der Theater AG. Seit sieben Jahren spielt der 28-Jährige bei der BretterWelt mit. Lieblingsrollen habe er nicht, erklärt Gellin. „Ich spiele alles Mögliche, gern auch mal einen Tolpatsch.“

Geprobt wird auf einem Firmengelände in Eltze

Für Regisseur Stolze, der der BretterWelt seit ihrer Gründung angehört, ist das Theaterspielen nach eigenem Bekunden zur Sucht geworden. „Figuren zu schaffen und zu spielen, die anders sind als man selbst, ist faszinierend“, erklärt er. Von seiner Leidenschaft konnte Stolze auch seinen Chef Martin Sander von der gleichnamigen Firma in Eltze überzeugen. Er stellt der Truppe auf dem Werksgelände einen Probenraum zur Verfügung.

Großmann und Jürgen Schmidt sind die Senioren der Laienspielgruppe. Schmidt spielt bei der aktuellen Aufführung den Gerichtsdiener. „Das ist eine Statistenrolle. Ich muss nur die Tür aufmachen und fragen: Sind alle da?“, sagt er. Er spiele immer nur sporadisch mit, die letzte Aufführung sei vor vier Jahren gewesen, berichtet Schmidt.

Ein Lehrstück von aktueller Brisanz

Das Drama ist nach Großmanns Einschätzung durch den versuchten Anschlag auf die Synagoge in Halle aktueller denn je: „Leute, die wie in einer Blase leben, glauben, andere wie Untermenschen behandeln zu können. Bei Psychologen und Soziologen gilt Roses Stück bis heute als Musterbeispiel für gruppendynamische Prozesse, für das Rollen- und Gruppenverhalten insgesamt“, erklärt Regisseur Stolze.

Die Handlung des Stücks: Ein junger Puertoricaner steht vor Gericht, weil er seinen Vater ersto­chen haben soll. Ihm droht im Falle des Schuldspruchs die Hinrichtung. Dass er zur Tatzeit im Kino war, wie er be­hauptet, glaubt man ihm nicht. Außerdem wollen ihn ein älterer Herr und eine Frau zur Tatzeit am Tatort gesehen haben. Zwölf Menschen, wahllos aus dem New Yorker Adressbuch ausgesucht, müssen nach dem Gerichtsprozess in einem geschlossenen Raum zu einem einstimmigen Urteil kommen, ganz egal, wie lange das dauert. Bei ihrer ersten Abstimmung stellen die Geschworenen aber fest, dass einer von ihnen „nicht schuldig“ auf seinen Zettel geschrieben hat. Den lästigen Abweichler wollen die meisten der anderen elf Geschworenen umstimmen ...

Die BretterWelt wird „Die zwölf Geschworenen“ dreimal in Uetze zeigen: Am 16. November sowie am Freitag, 22., und Sonnabend, 23. November, jeweils ab 19.30 Uhr in der Agora des Schulzentrums an der Marktstraße. Eine vierte Aufführung ist am 30. November in Brome (Landkreis Gifhorn) im Remmlerhof geplant. Karten für 12 Euro (6 Euro für Jugendliche bis 16 Jahre) gibt es im Vorverkauf im Schreibwarengeschäft Schüler in Uetze und Hänigsen.

Von Anette Wulf-Dettmer

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