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Uetze Benjamin Evers ist Hänigsens neuer Revierförster
Aus der Region Region Hannover Uetze Benjamin Evers ist Hänigsens neuer Revierförster
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18:30 25.03.2019
Revierförster Benjamin Evers mit seinen Hunden Schorse und Heinz. Quelle: Niedersächsische Landesforsten
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Hänigsen/Uetze/Burgdorf

Die Revierförsterei Hänigsen hat einen neuen Leiter: Benjamin Evers ist verantwortlich für den Wald rund um Uetze. Der 37-jährige Evers hat seit dem 1. März die Nachfolge von Burghard Türck übernommen, der in den Ruhestand gegangen ist. An seinem neuen Arbeitsplatz schätzt Evers nach eigenem Bekunden vor allem die landschaftliche Vielfalt. „Bis auf Berge gibt es hier eigentlich alles: von Erlenwäldern auf Moorböden, über artenreiche Auwälder mit Eiche, Esche und Ulme bis zum nährstoffarmen Heidewald aus Kiefer.“

Begleitet wird der junge Revierförster bei der Arbeit im Wald immer von seinen zwei Hunden, dem zehnjährigen Schorse und dem fünfjährigen Heinz. Beide sind ausgebildete Jagdhunde der Rasse Deutsche Wachtelhunde. „Ich habe sie jeden Tag dabei“, sagt Evers. Er setze sie auch ein, wenn nach Wildunfällen nach den verletzten Tieren gesucht werden müsse.

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Der Beruf des Försters ist Evers nicht in die Wiege gelegt worden. Er ist zwar in ländlicher Umgebung, in Adelheidsdorf, aufgewachsen, aber in seinem Verwandtenkreis sei niemand Förster gewesen. Er selbst machte zunächst eine Tischlerausbildung und das Fachabitur. Doch so richtig warm ist er mit dem Beruf offenbar nicht geworden. „Ich dachte, Förster könnte ein interessanterer Beruf ein“, berichtet Evers. Studiert hat er Forstwissenschaften in Göttingen. „Die Entscheidung war total richtig“, sagt der 37-Jährige heute. Denn der Beruf des Försters sei eine Mischung zwischen Theorie und Praxis und deshalb absolut abwechslungsreich. „Ich weiß morgens nicht, was den Tag über passiert“, beschreibt der Angestellte der Niedersächsischen Landesforsten seinen Berufsalltag.

Am liebsten ist Evers im Wald, den er gemeinsam mit fünf Mitarbeitern – vier Forstwirten und einem Forstwirtschaftsmeister – pflegt und bewirtschaftet. Drei Revierförstereien teilen sich die fünf Mitarbeiter. Als Förster könne man bleibende Werte schaffen, erklärt Evers, warum ihm seine Arbeit so gefällt. „Es geht darum, für die nachfolgenden Generationen den Wald zu erhalten und wenn möglich sogar zu verbessern.“ Nach seinem Studium, in der Wartezeit auf den Vorbereitungsdienst im Forstamt Fuhrberg, hat Evers im Bereich Waldpädagogik und Wildtierforschung gearbeitet. Nach zwei Jahren als stellvertretender Revierförster in Hessen hat es ihn nach eigenem Bekunden zurück in die Heimat gezogen. Demnächst kann die dreiköpfige Familie in die Försterei in Hänigsen einziehen, die momentan renoviert wird.

Das Forstrevier Hänigsen

Die Hänigser Revierförsterei, die zum Forstamt Fuhrberg gehört, umfasst sowohl Staats- als auch Privatwald. Beides wird vom Revierförster Benjamin Evers betreut. Der Privatwald ist vor allem im Besitz von Genossenschaften, die größten sind der Klosterforst in Wienhausen und die Realgemeinde Forst Hänigsen.

Das Hänigser Forstrevier reicht von Wienhausen im Norden bis nach Sievershausen im Süden, von Schillerslage im Westen und bis in den Landkreis Gifhorn im Osten. Zu Evers Aufgabenbereich gehören so unterschiedliche Waldbiotope wie der Schilfbruch mit seinem Auen- und Bruchwald und das Waldgebiet Herrschaft mit seinen mächtigen Eichen, die für die Baumzucht genutzt werden. In der Herrschaft liegt auch der Friedwald. Ungefähr die Hälfte der Revierförsterei ist Flora-Fauna-Habitat-Gebiet oder als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Von Anette Wulf-Dettmer