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Uetze Das Geschäft mit Landmaschinen boomt
Aus der Region Region Hannover Uetze Das Geschäft mit Landmaschinen boomt
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17:30 24.01.2019
Die Landmaschinenwerkstatt in Uetze ist bis an ihre Kapazitätsgrenze ausgelastet. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
Uetze/Burgdorf

Bei der Raiffeisen-Warengenossenschaft (RWG) Osthannover rechnet mit einem erheblichen Umsatzzuwachs in ihrem Landtechnik-Sektor. „Im aktuellen Geschäftsjahr sind wir sehr gut unterwegs“, berichtete Geschäftsführer Wolfgang Wrede in der Generalversammlung am Donnerstag in Uetze. Erwartet werde ein erheblicher Umsatzzuwachs, sowohl beim Verkauf neuer Maschinen als auch beim Ersatzteilgeschäft. Die Werkstätten in Uetze und Burgdorf sind laut Wrede zu 100 Prozent ausgelastet sein.

Wrede und auch Geschäftsführer Cord Bösch sehen in der landtechnischen Abteilung der RWG mit ihren 47 Mitarbeitern großes Entwicklungspotenzial, das auf Dauer einen wertvollen Beitrag zum Gesamtumsatz der Genossenschaft beisteuern werde. Um diesen auf hohem Niveau zu stabilisieren, will die RWG ihr Geschäftsfeld der Gerätetechnik für Kommunen ausbauen. Vor allem zwei Gründe nannten die Geschäftsführer für die Wachstumschancen im Landtechniksektor: die fortschreitende Digitalisierung der Maschinen und das Verbot zahlreicher Wirkstoffe in den Pflanzenschutzmitteln.

Weil es so gut wie keinen Ersatz für diese Wirkstoffe gebe und weitere altbekannte in den nächsten Jahren ebenfalls wegfallen werden, „müssen wir uns wieder mit der mechanischen Unkrautbekämpfung beschäftigen“, sagte Wrede. Er prognostizierte sogar, dass der Umsatzrückgang bei den Pflanzenschutzmitteln – fünf Prozent im Geschäftsjahr 2017/18 – durch den künftigen Zuwachs in der Landtechnik kompensiert werde. Zudem wird die Digitalisierung in der Landtechnik fortschreiten. Die Folge: Die landwirtschaftlichen Betrieben werden investieren. Parallel dazu will die RWG laut Wrede den Service ihrer Werkstätten fit machen für die komplexer werdenden Maschinen.

Die Digitalisierung hat auch längst die Raiffeisenmärkte und in der Energiesparte der RWG erreicht. Hatte Geschäftsführer Bösch vor zwei Jahren noch den wachsenden Online-Handel als Gefahr für die Raiffeisenmärkte gesehen, sieht er die RWG auf diesem Sektor inzwischen zukunftsfähig aufgestellt. Die RWG betreibe gemeinsam mit anderen Genossenschaften die Internet-Plattform raiffeisenmarkt24.de. „Dadurch sind wir in der Lage, auch im wachsenden Onlinegeschäft des Einzelhandes präsent zu sein und können bundesweit liefern“, berichtete er am Donnerstag. Gartenartikel sind die Hauptumsatzträger der Märkte. Um preislich mit den großen Playern im weltweiten Internethandel mithalten zu können, bündeln mehrere Genossenschaften ihren Einkauf. Im Geschäftsjahr 2017/18 lag der Umsatz der fünf Märkte der RWG bei 5,7 Millionen Euro.

RWG schüttet 432.000 Euro an ihre Landwirte aus

Von einem sehr positiven Geschäftsjahr 2017/18 für die Raiffeisen-Warengenossenschaft (RWG) Osthannover und ihre fünf Tochterfirmen sprach RWG-Geschäftsführer Wolfgang Wrede in der Generalversammlung. Auch wenn der gemeinsame Umsatz mit 124,6 Millionen Euro rund 9,3 Prozent niedriger ausfiel als im Jahr zuvor. Als Ursache nannte Wrede vor allem die niedrigen Preise für Getreide, Raps, Kartoffeln und Zwiebeln nach der Ernte 2017. Die Vermarktung der von den Genossenschaftsmitgliedern erzeugten landwirtschaftlichen Produkte macht mehr als 50 Prozent des Umsatzes aus.

Erwirtschaftet hat die RWG 2017/18 einen Überschuss von 4,78 Millionen Euro und damit vier Mal so viel wie im Geschäftsjahr 2016/17. Grund diese Anstiegs: Die RWG konnte ihre Rückstellung in Höhe von vier Millionen Euro auflösen, die sie für das Kartellverfahren wegen angeblicher illegaler Preisabsprachen für Kartoffeln gebildet hatte. Im September 2017 wurde es ohne Auflagen eingestellt. Auch gegen ihn als Geschäftsführer und zwei Mitarbeiter der Groka sei es eingestellt worden, berichtete Wrede: „Wir waren die beteiligten Personen, die großen Anteil daran gehabt haben, dass das Verfahren so ausgegangen ist. Das war nicht so einfach, denn erklären Sie mal Mitarbeitern des Kartellamts, wie Kartoffelgeschäft geht.“

Die 922 landwirtschaftlichen Genossenschaftsmitglieder werden am Geschäftserfolg mit einer Dividende von drei Prozent beteiligt. Die RWG schüttet dafür 127.000 Euro aus. Zudem haben die Landwirte im Geschäftsjahr 2017/18 eine sogenannte Warenrückvergütung von 0,5 Prozent auf ihre gekauften Waren und gelieferten Erzeugnisse – insgesamt 304.000 Euro – erhalten.

Am Ball bleiben will die RWG auch beim Verkauf von Heizöl und Kraftstoff. Die Nachfrage nach Heizöl sei in den vergangenen fünf Jahren um fast ein Drittel gesunken, sagte Bösch. Ölheizungen seien aus der Mode gekommen, die Verbraucher rüsteten ihre Heizungen auf Gas oder regenerative Energien um. Auf diesem schrumpfenden Markt habe längst ein harter Verdrängungswettbewerb begonnen. „Wir haben beschlossen, dass wir uns dieser Konkurrenz stellen, solange wir noch einen positiven Deckungsbeitrag erwirtschaften“, betonte Bösch. Zuwächse erwirtschaftete die RWG hingegen an ihren Tankstellen und bei der Belieferung der landwirtschaftlichen Betriebe mit Dieselkraftstoff. 2017/18 lag der Umsatz mit Treib- und Schmierstoffen bei 20,6 Millionen Euro.

Ein neues Feld betritt die RWG mit dem Verkauf leitungsgebundener Energie. „2018 wurde der Startschuss für eine gemeinsame Internetpräsens gelegt.“ Aus dieser bundesweiten genossenschaftlichen Kooperation soll laut Bösch einmal ein gemeinsamer Internet-Auftritt aller Warengenossenschaften erwachsen.

Neues Gesicht im Aufsichtsrat der RWG

Im 16-köpfigen Aufsichtsrat der Raiffeisen-Warengenossenschaft Osthannover gibt es ein neues Gesicht: Henning Fischer aus Röhrse (Stadt Peine) ist in der Generalversammlung einstimmig gewählt worden. Der 35-Jährige rückt für seinen Vater Hans-Hermann Fischer, der aus Altersgründen ausscheiden musste, nach. Wiedergewählt wurden in den Aufsichtsrat Cord-Heinrich Schweer aus Hülptingsen, Ulrich Langenhoff aus Hämelerwald und Dirk Claus aus Ahlten. Alle anderen Aufsichtsratsmitglieder standen nicht zur Wahl.

Einstimmig bestätigt in ihrem Amt wurden auch die Vorstandsmitglieder Wilhelm Wietfeld aus Uetze und Hans-Hinrik Berkhan aus Bröckel.

Von Anette Wulf-Dettmer

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