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Uetze Zuerst kommen die Tiere, dann die Artisten
Aus der Region Region Hannover Uetze Zuerst kommen die Tiere, dann die Artisten
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00:31 24.03.2018
Die Akrobatin Cécile Moreno (von links), der Kameldompteur Patrick Alcaraz, die Artistin Julia Gérard (als Minion verkleidet) und der Jongleur Weisheit wollen das Publikum in Uetze mit ihren Kunststücken begeistern. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Uetze

 Der Schein trügt. Das Zirkusleben ist alles andere als romantisch. Es ist vor allem Arbeit. Erschwerend kommt hinzu, dass die Besucher mittlerweile selten das Chapiteau füllen. „Ein Zirkus hat heute mit vielen Hindernissen zu kämpfen“, sagt Zirkuschefin Conchita Moreno. Der Circus Moreno hat sein Kuppelzelt derzeit auf dem Festplatz Hoopt in Uetze aufgeschlagen.

 In der Nacht zu Dienstag sind die Artisten in Uetze eingetroffen. Anschließend  haben sie das Zelt aufgestellt und nebenbei die Tiere versorgt. Erst um 11 Uhr kamen sie am Dienstag dazu zu frühstücken. „Zuerst kommen die Tiere, dann die Menschen“, betont Conchita Moreno. Die Rassepferde, Kamele, Esel, Lamas und Hunde sind wie die Gesundheit der Artisten das Kapital des Zirkus.

„Für uns beginnt die Saison immer um den 15. März“, berichtet die Zirkuschefin. Der Circus Moreno bezieht seit mehreren Jahren sein Winterquartier in der Nähe von Gardelegen (Sachsen-Anhalt). Uetze ist die zweite Station der diesjährigen Deutschlandtournee. Saisonauftakt war in Klötze (Altmark). Von Uetze aus geht es weiter nach Elze. „Im Winter plant man die ganze Saison“, erzählt Conchita Moreno. Der Verlauf der Tournee richte sich nach freien Plätzen. Die Gastspielorte dürften zudem nicht zu weit voneinander entfernt liegen. „Die Reisen sind immer mit Stress und Kosten verbunden“, gibt Conchita Moreno mit Blick auf die Dieselkosten zu bedenken.

Die Kälte hat den Umzug von Klötze nach Uetze erschwert. Es habe länger als gewöhnlich gedauert, die Anker des Zeltes aus dem gefrorenen Boden herauszubekommen, erzählt die Zirkuschefin. Bei frostigen Temperaturen sei die Zeltplane steif, was das Einrollen der Plane erschwere. Wegen des gefrorenen Bodens nehme auch das Aufstellen des Kuppelzeltes mehr Zeit in Anspruch als üblich. „Die Kälte ist auch für die Arbeiter nicht angenehm“, ergänzt Conchita Moreno.

Gerardo Weisheit (links) und Patrick Alcaraz bauen das Zirkuszelt auf dem Hoopt auf. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Das Winterwetter schlägt sich auch auf der Kostenseite nieder. „Wir haben zwei Heizungen im Zelt, damit es die Zuschauer warm haben“, sagt die Chefin. Bei niedrigen Temperaturen verbrauchten die Heizungen mehr Brennstoff. „Wir haben auch sonst schon genügend Kosten“, klagt Conchita Moreno. Wasser und Strom kosteten Geld. Der Zirkus müsse Futter für die Tiere kaufen, Platzmiete bezahlen und bei den Kommunen eine Kaution hinterlegen.

Die Kritik von Tierschützern an Zirkussen mit Tierdressuren lässt die Zirkuschefin nicht gelten: „Wir werden wöchentlich vom Veterinäramt kontrolliert. Öfter als Kinder vom Jugendamt“, sagt die Chefin.

Außerdem macht Konkurrenz dem Circus Moreno zu schaffen. „Es gibt in Deutschland rund 300 Zirkusunternehmen“, weiß die Chefin. Weil es immer mehr Führlings- und Stadtfeste, Bauernmärkte und ähnliche Veranstaltungen geben, sitze das Geld bei den potenziellen Besuchern nicht mehr so locker. Conchita Moreno: „Der größte Lohn sind für uns viele Besucher und nach der Vorstellung ein Lob, dass es eine schöne Zirkusvorstellung war.“

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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