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Uetze Die Bäckerei Claus schließt am Sonnabend für immer
Aus der Region Region Hannover Uetze Die Bäckerei Claus schließt am Sonnabend für immer
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00:18 08.06.2019
Friedrich Claus steht am Sonnabend das letzte Mal in seiner Backstube. Er hört aus Altersgründen auf. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Eltze

Das bedauern viele Einwohner aus Eltze: Am Sonnabend, 8. Juni, wird Bäckermeister Friedrich Claus das letzte Mal früh morgens in seiner Backstube stehen, um Brot und Brötchen zu backen. Um 12 Uhr will er seinen Laden an der Bürgermeister-Meldau-Straße für immer schließen. Aus Altersgründen gibt der 62 Jahre alte Handwerksmeister seinen Betrieb auf.

Damit endet ein Kapitel der Dorfgeschichte. „Mein Opa hat die Bäckerei 1927 gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sie mein Vater übernommen“, erzählt Claus. Er selbst begann 1973 eine Bäckerlehre in Peine. Ab 1975 arbeitete er im elterlichen Betrieb in Eltze. „1978 habe ich meine Meisterprüfung kurz vor meinem 22. Geburtstag abgelegt“, sagt der 62-Jährige. Anfang der Achtzigerjahre sei er offiziell Betriebsinhaber geworden.

Kunden kommen nicht nur aus Eltze

Das Geschäft sei stets gut gelaufen, auch wenn es immer mindestens noch einen zweiten Bäckerladen im Dorf gab. Keine Konkurrenz sei Frank Hildebrandts Erse-Bäckerei gewesen – eine Biobäckerei. Die schloss Ende vergangenen Jahres. Hildebrandt habe einen ganz anderen Kundenkreis als er gehabt, sagt Claus. Claus’ Kunden kommen nicht nur aus Eltze, sondern auch aus Peine, Celle und dem Gifhorner Raum. Angesichts der bevorstehenden Schließung bestellen einige noch größere Mengen Backwaren bei dem 62-Jährigen. Daher hat er in diesen Tagen mehr als genug zu tun.

Um seine Arbeit rechtzeitig zu schaffen, steht er wie immer um 3.15 Uhr auf. „Als Erstes mache ich den Brötchenteig. Danach kommen die Brote. Halb zehn ist immer der Kuchen im Laden“, erzählt der Bäckermeister. Mittags liefert er Waren aus. Am Nachmittag verkauft er selbst im Laden. Bei schönem Wetter wartet er auf der Bank vor dem Geschäft auf Kundschaft.

Friedrich Claus sitzt am Nachmittag auf der Bank vor seinem Laden. „Das hat auch schon mein Opa gemacht", sagt er. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

„Es ist eine kleine Bäckerei mit vollständigem Programm“, sagt Claus. Täglich habe er drei oder vier verschiedene Brotsorten gebacken. „Jeden Tag andere“, sagt Claus. Insgesamt biete er zwölf unterschiedliche Brote an. „Ich habe auch zehn verschiedene Sorten Brötchen“, fügt er hinzu. Außerdem backt er Streusel-, Mandel- , Butter- und unterschiedlich gefüllte Kuchen. „Mit meinen Kaffeestreifen sind alle Eltzer Kinder groß geworden.“

Früher Sechs-Pfund-Brote gebacken

Früher hätten viele Eltzer Backbleche mit selbst zubereitetem Kuchenteig in seine Backstube gebracht und später dann den gebackenen Kuchen abgeholt. „Zum Schluss ist das nur noch vereinzelt vorgekommen“, berichtet Claus. Weil früher die Familien größer waren, hat er in der Anfangszeit sogar Sechs-Pfund-Brote gebacken. „Heute wiegt das schwerste Brot 1750 Gramm“, sagt der Eltzer.

Claus ist sich sicher, dass er im Ruhestand keine Langeweile haben wird. „Ich habe viele Hobbys“, sagt er. An erster Stelle steht die Musik. Er spielt im Eltzer Posaunenchor und in der Blaskapelle Kraus & Kaos Tuba. In seiner Freizeit fährt er gern Motorrad.

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Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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