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Uetze Frühlingsmarkt im Pflegewohnstift lockt viele Besucher
Aus der Region Region Hannover Uetze Frühlingsmarkt im Pflegewohnstift lockt viele Besucher
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00:15 27.03.2019
Edith Giere (links) berät Anneliese Mekelburg aus Katensen beim Kauf eines Ostergestecks. Quelle: Sybille Heine
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Hänigsen

Der Frühlingsmarkt im Pflegewohnstift An der Mühle in Hänigsen ist eine Mischung aus Hobbykunstausstellung und Tag der offenen Tür. Bewohner und Gäste genossen auch diesmal den Augenschmaus, den das vielfältige Angebot an den 19 Ausstellungstischen bot und gönnten sich das eine oder andere Stück, eigens hergestellt, um das Herz zu erwärmen.

Es gab Blumengestecke, Osterdeko, Wohnaccessoires, Schmuck, selbstgemachten Senf, Marmeladen und vieles mehr. Eine Kaffeestube lud zum Verweilen ein und draußen im Schatten der alten Bockwindmühle brutzelten die Bratwürste auf dem Grill.

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Die Kinder hatten ihre eigene Bastelecke und stellten, angeleitet von Sabine Buyken vom Verein Kunstspirale, aus Toilettenpapierrollen Hasen und Küken her und gestalteten aus Rundkopfklammern Schmetterlinge.

Eberhard Schattler sorgt für musikalische Unterhaltung in der Kaffeestube und spielt auch im Wohntrakt der Demenzkranken. Quelle: Sybille Heine

Für musikalische Unterhaltung sorgte Akkordeonspieler Eberhard Schattler mit Evergreens, Oldies und Schlagern. Er spielte auch für die an Demenz erkrankten Bewohner, die den Frühlingsmarkt wegen ihrer Erkrankung nicht besuchen konnten, und musizierte in ihrem Wohntrakt. „Demenzerkrankte reagieren extrem positiv auf Musik. Darum haben wir die Gelegenheit genutzt, einen Musiker im Haus zu haben“, sagte Ergotherapeut Jonas Lindemann vom Begleitenden Dienst.

Pflegestiftleiter sind Ausbildungsreform mit Sorgen

Mirko Boger, seit eineinhalb Jahren Heimleiter im Pflegewohnstift An der Mühle, kann den allseits beklagten Pflegenotstand für sein Haus nicht bestätigen. „Wir bezahlen nach Tarif. Die Mehrkosten werden auf die Bewohner umgelegt. Mein Team ist stabil. Viele Mitarbeiter sind bereits seit elf Jahren dabei", sagte er. Sorgen bereitet ihm allerdings das Gesetz zur Reform der Pflegeberufe, das ab 2020 umgesetzt wird. Die Ausbildung für Kranken-, Kinderkranken- und Altenpfleger wird generalisiert. Nach einer zweijährigen gemeinsamen Ausbildung können sich die Absolventen für eine der Spezialisierungen entscheiden. Boger befürchtet, dass dann weniger Altenpfleger ausgebildet werden. „Der Pflegenotstand wird dann kommen“, so seine Prognose.

Von Sybille Heine