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Uetze Kita lebt die Inklusion seit 20 Jahren
Aus der Region Region Hannover Uetze Kita lebt die Inklusion seit 20 Jahren
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15:26 23.01.2019
Der Kindergarten Schneckenhaus ist als Bewegungskita zertifiziert. Auf diesem Foto tanzen Kinder in der kleinen Turnhalle der Kita. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Hänigsen

Der Kindergarten Schneckenhaus hat in der Gemeinde Uetze eine Vorreiterrolle, wenn es um die gemeinsame Betreuung behinderter und nicht behinderter Kinder geht. Bei seiner Eröffnung vor 20 Jahren war er der erste Kindergarten in der Kommune mit einer integrativen Gruppe. „Sie ist auf Wunsch von Eltern eingerichtet worden, die Kinder mit Beeinträchtigungen hatten“, berichtet Susanne Persson, die 2016 die Kitaleitung von Dorothee Rase übernommen hat, die die Einrichtung vom ersten Tag an leitete.

In dem Kindergarten werden seitdem Jungen und Mädchen mit Handicaps unterschiedlicher Art von körperlichen Beeinträchtigungen bis hin zu emotionalen Störungen betreut. Derzeit haben vier der 93 Kinder eine Behinderung. Der Alltag im Schneckenhaus läuft laut Persson nicht anders ab als in anderen Kindertagesstätten heutzutage. Allerdings hat er sich im Vergleich zu den Anfängen vor 20 Jahren gewaltig geändert. 1998 wurden die Kinder nur von 8 bis 12 Uhr betreut. „Diese Betreuungszeit gibt es heute nicht mehr“, sagt Persson. Heute wünschen sich Eltern wegen ihrer Berufstätigkeit und geänderter Familienstrukturen längere Betreuungszeiten. Inzwischen sind zwei der vier Gruppen Ganztagsgruppen.

Wegen der ganztägigen Betreuung essen derzeit rund 65 Kinder in der Tagesstätte zu Mittag. „Angefangen haben wir mit fünf Kindern, für die wir selbst frisch gekocht haben“, erinnert sich Persson. Inzwischen erwärmt ein Koch in einer Teeküche die angelieferten Speisen und ergänzt sie. Gegessen wird das warme Essen aber nach wie vor in den Gruppenräumen. Das will die Gemeinde ändern: Das Kindergartengebäude soll in diesem Jahr erweitert werden, sodass Platz für eine größere Küche und einen Speisesaal entsteht.

Der Anbau eröffne auch neue Möglichkeiten mit den Kindern zu arbeiten, weil dann mehr Platz zur Verfügung stehe, sagt Persson. Daher werde das Erzieherinnen-Team nach Abschluss der Bauarbeiten das Konzept des Schneckenhauses überarbeiten. Die pädagogische Arbeit in der Tagesstätte hat sich laut Leiterin in den vergangenen zwei Jahrzehnten kontinuierlich verändert. „Wir beobachten heute die Kinder viel mehr als in der Anfangszeit.“ Diese Beobachtung ermögliche es den Erzieherinnen, individuell auf die Kinder einzugehen.

„Wir haben immer viel Wert auf Bewegung gelegt“, betont Persson. Von Anfang an habe die Tagesstätte mit dem TSV Friesen Hänigsen zusammengearbeitet. „Zur Kooperation mit dem Sportverein gehört auch, dass die Kinder das kleine Sportabzeichen machen“, berichtet sie. Im Sommer besuchen die Gruppen das Freibad. Die Kinder des Schwimmprojekts fahren sogar im Winter ins Burgdorfer Hallenbad. Außerdem sind die Jungen und Mädchen oft im Wald, der nur 500 Meter entfernt ist. Seit sechs Jahren ist das Schneckenhaus als Bewegungskita zertifiziert.

„Der Name Schneckenhaus war eine politische Entscheidung“, sagt Persson. Ganz glücklich ist das Kita-Team damit nicht. Denn als integrativer Kindergarten habe man sich weder damals noch heute wie eine Schnecke in ihrem Gehäuse verstecken wollen. „Wir waren mit den Kindern immer im Ort präsent“, betont die Leiterin. Zum Beispiel frühstücken Kinder aus dem Schneckenhaus beim Klönkaffee im Dorftreff mit Senioren.

Zur Feier am Freitag, 25. Januar, von 14 bis 17 Uhr sind alle eingeladen, die sich mit der Kita Schneckenhaus, Kreuzdornring 2, verbunden fühlen. Für Mittwoch, 20. Februar, 20 Uhr, plant das Kita-Team einen Informationsabend für Eltern und Nachbarn zum geplanten Anbau.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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