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Uetze Plastik am Feldrand stammt aus Mehrum
Aus der Region Region Hannover Uetze Plastik am Feldrand stammt aus Mehrum
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00:33 25.05.2018
Kunststoffteile liegen am Feldrand an der Stelle, wo Kompost gelagert wurde. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
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Uetze

Zahlreiche kleine Kunststoffteile verunreinigen den Rand eines Feldes zwischen Uetze und Benrode. Für Georg Beu, Ratsfraktionschef der Grünen, ist das angesichts der aktuellen Diskussion über die alarmierende Verschmutzung der Weltmeere, anderer Gewässer und der Böden mit Plastik ein Unding. Doch die Regionsverwaltung sieht keinen Anlass, die Kunststoffabfälle beseitigen zu lassen.

Mitarbeiter der Region Hannover haben kürzlich den Acker in Augenschein genommen. Sie fanden nach Auskunft des Regionssprechers Klaus Abelmann auf einer Fläche, an dessen Rand vor rund einem Vierteljahr Kompost gelagert worden war, außer kleinen Kunststoffteilen auch eine Batterie. Der Kompost sei auf dem Acker, auf dem inzwischen Braugerste wächst, ausgebracht worden, und zwar 15 Tonnen pro Hektar. Er stamme aus der Kompostierungsanlage in Hohenhameln-Mehrum, die die Firma Remondis betreibe. Remondis kompostiere dort unter anderem Bioabfälle aus dem Landkreis Peine.

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„Der Kompost aus der Anlage ist zertifiziert“, sagt Abelmann. Die Fremdstoffe seien vermutlich auf Fehlwürfe in die Biotonne zurückzuführen – also auf Müll, der nicht in die Biotonne gehört. Nach der Bioabfallverordnung dürften Fremdstoffe wie zum Beispiel Glas, Kunststoff und Metall nach dem Sieben einen Anteil von 0,5 Prozent an der Trockenmasse des Komposts nicht überschreiten. „Es kann allerdings in Einzelfällen passieren, dass auch kleine Batterien oder Ähnliches durch das Sieb rutschen“, räumt Abelmann ein.

Die Regionsmitarbeiter hätten wegen des Bewuchses auf der Ackerfläche selbst, die im Februar mit dem Kompost gedüngt wurde, keine Fremdstoffe entdeckt. „Abfallrechtlich ist nichts zu veranlassen“, stellt Abelmann klar. Die Regionsverwaltung werde sich noch einmal den Lieferschein für den Kompost vorlegen lassen, um die aufgebrachten Mengen zu prüfen. Das wolle auch die Landwirtschaftskammer Hannover als Düngebehörde tun. Nach Beus Meinung ist der Gesetzgeber gefordert, die Bioabfallverordnung zu ändern. „Wenn alle Äcker so belastet werden, reichert sich immer mehr Plastik im Boden an“, gibt er zu bedenken.

Ein Einwohner hatte den Uetzer Umweltsachbearbeiter Johannes Leßmann auf die Plastikteile in der Feldmark aufmerksam gemacht. Dieser verständigte die Landwirtschaftskammer, die wiederum die Regionsverwaltung informierte.

Am Rand des Feldes, auf dem Braugerste wächst, ist noch die Stelle zu erkennen, an der der Kompost gelagert wurde. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Von Friedrich-Wilhelm Schiller