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Uetze Keimzelle des Erse-Parks ist ein prächtiges Fachwerkhaus
Aus der Region Region Hannover Uetze Keimzelle des Erse-Parks ist ein prächtiges Fachwerkhaus
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00:18 01.06.2019
Auf dieser alten Ansichtskarte sieht man, dass das Fachwerkhaus am Erse-Park früher keine Dachgauben hatte. Die sind erst viel später eingebaut worden. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Uetze/Abbeile

Das Fachwerkhaus am Erse-Park hat eine wechselvolle Geschichte. Es hat im Laufe der Zeit nicht nur mehrfach den Besitzer gewechselt. Es hatte auch unterschiedliche Postadressen. Heute lautet sie Abbeile 2. Bis in die Achtzigerjahre hinein stand das Haus an der Gifhorner Straße 16. Denn früher reichte die Gifhorner Straße, die seit dem Bau der Uetzer Ortsumgehung an der Einmündung in die Bundesstraße 188 endet, bis zur Erse in Abbeile.

Uetze (Hann.) Gifhorner Straße 16“ steht unter einem Fachwerkhaus, das auf einer alten Ansichtskarte aus dem Fundus der Uetzer Heimatstube abgebildet ist. Die Postkarte hat dem Archivar des Heimatbunds, Wolfgang Braatz, einige Rätsel aufgegeben. Denn Gifhorner Straße 16 ist heute die Adresse der Gartenbaufirma Raschpichler, und das Gebäude auf dem Firmengelände hat überhaupt keine Ähnlichkeit mit dem Fachwerkhaus auf der Karte. Bei dem abgebildeten Haus muss es sich also um ein anderes Gebäude handeln. Nur um welches? Das Rätsel konnte der frühere Uetzer Arzt und Heimatforscher Egbert Kobbe lösen. Er erkannte das Haus am Erse-Park, das zu der Zeit, als die Postkarte entstand, noch keine Dachgauben hatte.

Wilderer versteckt sich in Jauchegrube vor der Polizei

Kobbe wusste auch, dass das Fachwerkhaus vor rund 100 Jahren einem Landwirt namens Heinrich Wrede gehörte. Sein Name steht auf einer Liste mit Uetzer Hauseigentümern aus dem Jahr 1905. Wrede soll nach Braatz’ Informationen gewildert haben. „Das haben damals auch andere gemacht“, sagt der Archivar. Allerdings sei Wrede bei der Wilderei erwischt worden. Er sei zwar noch geflüchtet und habe sich in seiner Jauchekuhle versteckt, erzählt Braatz. Genützt habe im das jedoch nicht. Die Polizei habe ihn trotzdem gefunden.

Der Unternehmer Albert Sengewald, der in Dedenhausen auf dem heutigen Remondis-Gelände eine Altölraffinerie betrieb, kaufte später die Immobilie von Wrede. „Er hat sich hinter dem Haus einen großen privaten Park angelegt“, weiß Braatz zu berichten. Daraus sollte sich Jahrzehnte später der Erse-Park entwickeln.

Vom Kunstsammler zum Vergnügungsparkbetreiber

In den Siebzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts erwarb der aus Berlin stammende Richardt Schwanstecher, der längere Zeit in Amerika gelebt hatte, das Haus. Er richtete darin eine Galerie ein. „Der Kunstsammler schuf hier ein Zentrum südamerikanischer Kunst“, kann man im Bürgerbuch nachlesen, das die Gemeinde Uetze 1996 herausgegeben hat. Schwanstecher habe Ausstellungen und andere Veranstaltungen ausgerichtet. „Doch irgendwann wurden keine Ausfuhrgenehmigungen mehr für Exponate aus Südamerika erteilt. Das Geschäft mit der Kunst erschöpfte sich“, schrieben die Autoren des Bürgerbuchs. Schwanstecher habe nach einer neuen Geschäftsidee gesucht und die Grünanlage am Haus in einen Freizeitpark, den heutigen Erse-Park, umgewandelt.

Diese Luftaufnahme - aufgenommen, als die Bäume noch kein Laub getragen haben - vermittelt einen Eindruck von den Attraktionen des Erse-Parks. Quelle: Archiv

Der Erse-Park in Uetze-Abbeile an der Bundesstraße 188 ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, letzter Einlass ist um 16 Uhr. Der Eintritt kostet für Kinder im Alter von drei bis elf Jahre 19 Euro. Jugendliche (ab 12) und Erwachsene zahlen 21 Euro. Dafür können alle Angebote in dem familiären Freizeitpark genutzt.

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Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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