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Uetze Reittherapie in Altmerdingsen: Kinder entspannen sich beim Umgang mit Ponys
Aus der Region Region Hannover Uetze Reittherapie in Altmerdingsen: Kinder entspannen sich beim Umgang mit Ponys
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17:39 11.10.2019
Regina Richter longiert einen Jungen auf dem Haflinger Mika. Quelle: Isabel Becker
Altmerdingsen

„Die Kinder lernen, ihren eigenen Körper und den der Ponys zu spüren“, sagt Regina Richter. Die Reittherapeutin und Sandra Körtke, Ehrenamtskoordinatorin für Flüchtlinge, richten seit 2016 einmal jährlich eine Reitfreizeit aus. Das Besondere: Vier Tage lang können Jungen und Mädchen, die aus Flüchtlingsfamilien kommen oder verhaltensauffällig sind, sich mit den Ponys auf Richters Pferdehof in Uetze- Altmerdingsen beschäftigen.

Pferdehof soll ein Wohlfühlort für Mensch und Tier sein

In diesem Jahr sind es zwölf Kinder, die die Ponys putzen, massieren und reiten. Sie lernen zudem etwas über die Theorie des Körperbaus der Ponys. Darüber hinaus können sie sich einfach entspannen, zum Beispiel beim Malen. „Die Kinder haben hier einen Wohlfühlort und Sicherheit“, sagt Richter. „Viele Kinder haben viel erlebt, kommen aus Familien mit Migration und lernen sich und die Tiere hier ganz neu kennen.“

Auf dem Hof leben auch zwei Katzen und ein Hund, die ebenfalls therapeutische Funktionen haben. Besonders wichtig sei der artgerechte Umgang mit den Tieren, damit es allen Beteiligten gut gehe, sagt Richter, die nicht nur Reittherapeutin ist, sondern auch Erzieherin und Kommunikationstrainerin mit Pferd. Die Kinder halten die Regeln der Tiere ihnen zuliebe ein und respektieren sie. Körtke fällt immer wieder auf, dass manche Kinder gehemmt seien und Angst vor den Ponys hätten und sich erst überwinden müssten. Andererseits gebe es Kinder, die keine Grenzen kennen und den Respekt vor den Tieren erlernen müssten.

Regina Richter (links) und Sandra Körtke teilen die Ponys für die Kinder ein. Quelle: Isabel Becker

Nordstern ist mit rund 30 die Älteste im Stall

Sie erkenne die Ängste und Grenzen der Kinder und arbeite damit, erzählt die Therapeutin. Sie wisse sich mit den Kindern zu verständigen, auch wenn es manchmal Sprachschwierigkeiten gibt. „Zur Not funktioniert die Kommunikation auch mit Händen und Füßen.“ Ihre Therapiepferde – vom kleinen Shetlandpony bis zum großen Hannoveraner – hat sie nach eigenen Angaben selbst ausgebildet. Vor einigen Jahren nahm Richter die Schimmelstute Nordstern auf. Sie stammt aus dem ehemaligen Kinderheim Nordstern und ist ein sehr ruhiges Pferd. Deswegen eignet sie sich hervorragend als Therapiepferd, wird aber aufgrund ihres Alters – sie ist rund 30 Jahre alt – nur selten eingesetzt.

Tassmin steht auf Pony Momo an der Longe bei Sandra Körtke. Quelle: Isabel Becker

Reittherapeutin: Pferde sind ein gutes Medium

Den Pferde- und Erlebnishof von Regina Richter gibt es seit 25 Jahren, seit 2013 ist er in Altmerdingsen. Besuch bekommt die Reittherapeutin von Familien, Kindertagesstätten, Schulen und Behinderteneinrichtungen. „Pferde sind ein gutes Medium, um traumatische Erfahrungen zu verarbeiten. Sie zeigen heilende Wirkung bei Wahrnehmungsschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten wie ADS (Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom) und ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung). Die Pferde unterstützen den Menschen sowohl physisch als auch psychisch“, sagt Richter. „Die Ponys bekommen auch viel Gutes. Sie werden verwöhnt mit langsamem Putzen und Massagen. Die Tiere reagieren auf die Kinder. Sie reflektieren wie ein Spiegel das Verhalten der Kinder. Zwischen Pony und Kind klappt die non-verbale Kommunikation einwandfrei.“

Die evangelische Landeskirche und der Uetzer Sozialfonds unterstützen die Reitfreizeit finanziell, die Eltern steuern für die vier Tage nur 20 Euro pro Kind dazu bei.

Von Isabel Becker

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