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Uetze Rückschnitt an der B 188 dient dem Schutz der Böschung
Aus der Region Region Hannover Uetze Rückschnitt an der B 188 dient dem Schutz der Böschung
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08:51 28.02.2019
Bastian Scheer entfernt mit einem Woodcracker die Bäume, die sich selbst ausgesät haben. Quelle: Antje Bismark
Uetze

Jahrelangen Wildwuchs entlang der Bundesstraße 188 haben jetzt Florian und Bastian Scheer mit ihren Mitarbeitern beseitigt: Seit Montag schnitten die Geschäftsführer und Beschäftigten des Uetzer Unternehmens die Sträucher zurück und entfernten jene Bäume, die sich vor Jahren selbst ausgesät hatten. Sie drohten inzwischen, die vor mehr als 20 Jahren gepflanzten Eichen zu beeinträchtigen. Dass die Uetzer fast in Sichtweite des Firmensitzes arbeiteten, stellt für sie eine Besonderheit dar: „Eigentlich sind wir in der gesamten Region mit für den Rückschnitt verantwortlich“, sagt Florian Scheer.

Die Pappeln an der Bundesstraße 188 müssen abgeholzt werden. Quelle: Antje Bismark

Er und seine Kollegen sahen sich seit Anfang der Woche einer heftigen Kritik von Uetzern ausgesetzt, die den Rückschnitt zwischen der Burgdorfer und der Marktstraße entweder vom Auto aus verfolgt hatten oder denen die Arbeiten von einem angrenzenden Spazierweg aufgefallen waren. Sie bemängelten in sozialen Netzwerken unter anderem, dass mit dem Rückschnitt den Bienen und Hummeln die Nahrung entzogen werde, dass Rehen künftig ein Rückzugsraum fehle und dass Enten in den nun freien Gräben nicht mehr brüten könnten.

Für Florian Scheer greifen all diese Argumente nicht, denn er hat – wie andere mit der Gehölzpflege beauftragte Firmen – dafür zu sorgen, dass die Böschung der Bundesstraßen erhalten bleibt. Dazu gehöre eben, dass dominante Baumarten wie Espe oder Pappel, die sehr schnell wachsen und anderen das Licht nehmen, abgeholzt würden. „Außerdem haben wir die ersten dreieinhalb Meter der Böschung so geschnitten, dass sich die gepflanzten Sträucher wie Haselnuss, Schlehe oder Hartriegel wieder durchsetzen“, sagt Scheer. Wer in einem Jahr den jetzt bearbeiteten Straßenabschnitt entlangfahre, könne sehen, wie sich die Natur entfalte – inklusive guter Bedingungen für Bodenbrüter und andere Vogelarten.

Nach dem Rückschnitt können die Gräben besser gepflegt und ausgebaggert werden. Quelle: Antje Bismark

Der Uetzer Landschaftgärtnermeister ärgert sich vor allem über die aus seiner Sicht unqualifizierten Kommentare einiger Mitmenschen: „Wir haben unser Fach gelernt und wissen, was wir tun.“ Die Gehölzpflege sei wichtig, dass Böschungen dauerhaft erhalten blieben und dass die Gräben ausgebaggert werden können. Sonst drohe schlicht die Gefahr von Aquaplaning. Hinzu kämen gesetzliche Vorgaben, unter anderem bei Radwegen entlang von Fernverkehrsstraßen. „All das berücksichtigen wir“, sagt er und fügt hinzu, es gehe nicht darum, wild abzuholzen.

Auch wenn für die Uetzer Firma ebenso wie für andere mit dem 28. Februar die Saison des Rückschnitts endet – noch stehen für die zehn Mitarbeiter einige Restarbeiten an. So schreddern sie die Äste und Zweige, die Schnitzel werden anschließend als Heizmaterial verkauft und genutzt.

„Keiner hält sich an Tempo 30 beim Vorbeifahren“

Schon hunderte Meter vor der Baustelle an der Bundesstraße 188 weist ein Schild auf die Baumschnittarbeiten hin – kurz vor der Kolonne signalisiert ein Leuchtpfeil den Autofahrern, dass sie sich auf Behinderungen einstellen müssen. Und eigentlich soll ein Tempo-30-Schild dafür sorgen, dass die Vorbeifahrenden den Fuß vom Gas nehmen. All das aber passiert an diesem Nachmittag kaum. Im Gegenteil: Noch während Bastian Scheer die Arbeiten erläutert, quetscht sich ein Lastwagen an dem Uetzer vorbei. Andere hupen die Beschäftigten an, die Bäume und Sträucher im Auftrag der zuständigen Straßenbehörde zurückschneiden.

„Es ist mitunter kaum noch auszuhalten, keiner hält sich an Tempo 30“, kritisiert Bastian Scheer die Autofahrer, die wechselseitig die Baustelle passieren. Mitunter, sagt sein Bruder Florian Scheer, scheren die Fahrer zwischen den Firmenwagen ein und behindern damit die Arbeiter. Verständnis gebe es nie, dafür aber jede Menge Stress, weil sich niemand an die Vorgaben halte. Selbst eine Ampel helfe nicht: „Die Leute ignorieren sogar das rote Licht“, sagt Bastian Scheer. bis

Von Antje Bismark

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