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Uetze Senvion-Insolvenz verzögert Aufrüstung des Windparks Uetze-Süd
Aus der Region Region Hannover Uetze Senvion-Insolvenz verzögert Aufrüstung des Windparks Uetze-Süd
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18:20 19.09.2019
Hier will das Energieunternehmen Baywa r.e. eines ihrer acht neuen Windräder bauen, doch die Arbeiten ruhen seit Monaten. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
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Uetze

Die Firma Baywa r.e. muss einen Rückschlag bei der Aufrüstung ihres Windparks Uetze-Süd/Immenberg hinnehmen. Die Insolvenz des Windradherstellers Senvion wirft Baywa r.e. bei dem Vorhaben zurück. Das Unternehmen, das sich auf die Projektentwicklung sowie Dienstleistungen rund um die erneuerbaren Energien spezialisiert hat, muss sich einen neuen Produzenten suchen und dann für die Anlagen eine neue Genehmigung beantragen.

Windenergie deckt Strombedarf zu 140 Prozent

Der Ausbau der Windenergie soll beim Erreichen der Klimaschutzziele der Bundesrepublik Deutschland eine Schlüsselrolle einnehmen. Uetze ist dabei auf einem guten Wege. Nach der Energiebilanz 2017 für die Gemeinde – die Bilanz für 2018 wird die Klimaschutzleitstelle der Region in Kürze vorlegen – haben die Windräder in der Gemeinde 109.023 Megawattstunden Strom erzeugt.

Die Haushalte und Gewerbebetriebe haben 2017 aber nur 77.428 Megawattstunden verbraucht. Somit wurde in dem Jahr der Strombedarf in der Gemeinde zu 140,8 Prozent aus Windenergie gedeckt. Die Quote wird sich noch erhöhen, wenn die im Bau befindlichen Windräder der Firmen Ackerstrom und Turbowind in Betrieb gehen und Baywa r.e. seine Aufrüstungspläne für den Windpark Uetze-Süd/Immenberg umsetzen kann. Außerdem sind weitere Windräder nördlich der Ortschaft Uetze geplant.

2017 produzierten Biogasanlagen in der Gemeinde Uetze 12.879 Megawattstunden Strom. Hinzu kamen 6146 Megawattstunden aus Fotovoltaikanlagen.

Zu Beginn dieses Jahres hatte Baywa r.e. acht der neun 100 Meter hohen Windenergieanlagen zwischen Uetze und Katensen abgebaut, um sie gegen doppelt so hohe, leistungsfähigere Senvion-Anlagen auszutauschen. Wenige Wochen später stellte Baywa r.e. nach dem Ausheben der Baugruben die Arbeiten ein. Der Grund: Senvion hatte im April ein Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung beantragt. Damals ging Baywa r.e. noch davon aus, dass der Hersteller trotz der finanziellen Schieflage die Windräder produzieren kann. Nach dem ursprünglichen Zeitplan sollte Senvion die ersten Teile im Mai liefern. Der Aufbau sollte im Juni beginnen. Im August sollten die Windräder in Betrieb gehen. Daraus wurde nichts.

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Baywa r.e. muss eine Änderungsgenehmigung beantragen

„Es ist erst seit wenigen Wochen klar, dass Senvion die Produktion einstellen wird“, sagt Baywa r.e.-Sprecher Felix Gmelin. Deshalb sehe sich Baywa r.e. jetzt nach einem neuen Produzenten um. „Unser Ziel ist es, das Projekt auf einen ähnlichen Anlagentyp umzuplanen“, sagt Gmelin. Weil in Deutschland anlagenspezifische Genehmigungen erteilt würden, müsse Baywa r.e. eine Änderungsgenehmigung beantragen. Dafür sei es notwendig, Gutachten anzupassen oder neue anfertigen zu lassen.

„Daher können wir derzeit keine verbindliche Aussage treffen, wann mit dem Wiederanlaufen der Bauarbeiten zu rechnen ist. Wir gehen davon aus, dass das Genehmigungsverfahren im Laufe des nächsten Jahres abgeschlossen werden kann“, sagt Gmelin. Dann könnten die Bauarbeiten womöglich Ende 2020 oder Anfang 2021 weitergehen.

Bürgergesellschaften sollen sieben Windräder übernehmen

Eines der neuen Windräder wollen Landwirte betreiben, die im Windpark Uetze/Süd Flächen besitzen. Zwei Bürgergesellschaften der Genossenschaft Naturenergie Region Hannover wollen die übrigen sieben übernehmen. Die Anteilseigner der Bürgergesellschaften können Anteile von 8000 bis 80.000 Euro zeichnen. Die Anteile würden erst abgerufen, wenn die Bürgergesellschaften die Windräder übernehmen, sagt Naturenergie-Geschäftsführer Marcus Biermann. Die Anteilseigner haben nach seinen Worten keine steuerlichen Nachteile, wenn sie das Geld weiter auf ihren Konten parken.

Außerdem kommt noch ein anderes Finanzierungsmodell, die Crowdfinanzierung, zum Tragen. Dabei haben Privatleute Darlehen ab 250 Euro aufwärts zur Verfügung gestellt. Die Kredite würden bereits wie vereinbart mit 3,5 Prozent verzinst, berichtet Biermann. Die beiden Tranchen der Crowdfinanzierung mit einem Volumen von 260.000 Euro seien voll ausgeschöpft.

Im Südwesten von Uetze entsteht ein weiterer Windpark

In der Nachbarschaft des Windparks Uetze-Süd/Immenberg bauen die Bürgergesellschaft Ackerstrom Uetze-West und das hannoversche Energieunternehmen Turbowind jeweils drei Windräder. Diese Arbeiten gehen zügig voran. Nach Auskunft von Ackerstrom-Geschäftsführer Florian Massante werden Schwertransporter in Kürze die Siemens-Windräder anliefern, die zwischen dem Uetzer Gestüt Buschhof, Katensen und Krätze aufgestellt werden. Turbowind trifft momentan nach Angaben des Projektleiters Jürgen Gondorf an den drei Baustellen östlich der Landstraße von Uetze nach Dollbergen die Vorbereitungen für den Fundamentbau.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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