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Uetze Spritzenhaus ist zentrale Anlaufstelle
Aus der Region Region Hannover Uetze Spritzenhaus ist zentrale Anlaufstelle
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00:17 24.10.2018
Martin Klages (links) und Reha Mohammate reparieren vor dem Spritzenhaus ein Kinderfahrrad. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
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Uetze

Ein volles Haus hatten die Flüchtlingsbetreuung der Diakonie und der Verein Landungsbrücke am Sonnabend im alten Spritzenhaus, dem neuen gemeinsamen Standort beider Einrichtungen. Nach einer Eröffnungsfeier in der Johannes-der-Täufer-Kirche hatten sie zu einem Tag der offenen Tür im markanten Gebäude mit dem Schlauchturm eingeladen.

„Mit dem Spritzenhaus hat Uetze nun eine zentrale Anlaufstelle für Flüchtlinge, Menschen mit Migrationshintergrund und deren Paten“, sagte Sandra Körtke, Integrationsberaterin der Diakonie. In dem Gebäude gebe es eine Menge Angebote. Die Diakonie bietet donnerstags eine Integrationsberatung an. Flüchtlinge können in einem Anfängersprachkursus der Diakonie Deutsch lernen und Fortgeschrittene im Deutschkursus der Landungsbrücke ihre Kenntnisse verbessern. Die SPD-Landtagsabgeordnete Thordies Hanisch strich in ihrem Grußwort heraus, dass die Kinderbetreuung, die parallel zu den Sprachkursen stattfindet, Frauen ermögliche, die Angebote wahrzunehmen. „Zahlreiche Alphabetisierungen sind uns gelungen“, berichtete Christiane Schnäpel, die seit drei Jahren ehrenamtlich Deutsch unterrichtet.

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Die Landungsbrücke und die Diakonie sind in das alte Spritzenhaus an der Nordmannstraße eingezogen. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

„Die Arbeit der Landungsbrücke und der Diakonie ergänzen sich“, sagte Claudia Ruhs, Vorsitzende des Vereins Landungsbrücke. Der Verein will Geflüchteten den Weg in die Arbeitswelt erleichtern. Ehrenamtliche unterstützten Flüchtlinge, Bewerbungsmappen zusammenzustellen. Die Landungsbrücke sucht Praktikums- und Arbeitsplätze für Geflüchtete. Mithilfe des Vereins hat Al Amin, der am Sonnabend zum Tag der offenen Tür gekommen war, einen Job gefunden. „Ich arbeite in Peine bei C&A“, berichtete der Sudanese, der jetzt in Lehrte wohnt.

Am Tag der offenen Tür plaudern Gäste im Spritzenhaus miteinander. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Der in Uetze lebende Iraker Ismael Loko berichtete, dass er früh morgens die Hannoversche Allgemeine Zeitung und die Neue Presse austrägt und nachmittags in Hannover einen Deutschkursus besucht. Außerdem mache er gerade seinen Führerschein. Die theoretische Prüfung habe er bereits bestanden.

Im Spritzenhaus haben Ruhs und Körtke das neue Projekt „Perlentaucherinnen“ ins Leben gerufen, an dem sechs Kurdinnen teilnehmen. „Es geht darum, dass die Frauen ihre Stärken entdecken und für sich Ziele formulieren“, erläuterte Körtke. Sie und Ruhs unterstützten die Frauen, in kleinen Schritten ihre Ziele zu erreichen.

Bereits am Vormittag reparierten Mitarbeiter der Landungsbrücke und Flüchtlinge vor dem Spritzenhaus Fahrräder. „Wir bekommen immer noch Räder gespendet“, sagte Martin Klages. Die meisten seien nicht mehr im besten Zustand. Daher gebe es immer noch die Fahrradwerkstatt der Landungsbrücke.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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