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Uetze So feiert der TSV Friesen Hänigsen sein 111-jähriges Bestehen
Aus der Region Region Hannover Uetze So feiert der TSV Friesen Hänigsen sein 111-jähriges Bestehen
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00:19 03.07.2019
Im lebensgroßen Menschenkicker simulieren Hänigser Fußballer ein Tischkickerspiel. Quelle: Konstantin Klenke
Hänigsen

Seit 111 Jahren gibt es den TSV Friesen Hänigsen – das hat der Verein am Wochenende kräftig gefeiert: Rund um das Freibad stellten die Friesen ein großes Mitmachsportfest auf die Beine. Und auch wenn die Sonne förmlich auf das weitläufige Areal um das Freibad knallte, nahmen viele Besucher den Mitmachanteil des Sportfests durchaus ernst. Sie duellierten sich im Badminton oder Tischtennis, probierten Baseball im Schlagkäfig aus und übten das Zielen mit Boulekugeln.

Um ihre Angebote vorzustellen und neue Mitglieder anzuwerben, präsentierten die Vereinsmitglieder ihre Sportarten jedoch auch selbst. Wer sich zum Beispiel am Beachhandballfeld ein schattiges Plätzchen suchte, konnte dort die Spiele mehrerer Teams verfolgen und zugleich viel über die Sportart lernen. Denn während die Spiele liefen, kommentierte Stefan Hallebach aus der Handballsparte sie vom Spielfeldrand aus. Zuschauer erfuhren so zum Beispiel, dass Torwarttore und besonders schöne Tore beim Beachhandball doppelt zählen: „Allerdings sind die Torhüter hier nur normal ausgebildete Feldspieler. Sie sollen nämlich im Angriff mit nach vorn gehen und viele Tore erzielen.“

Auch die Handballerinnen des TSV messen sich auf dem Beachhandballfeld. Quelle: Konstantin Klenke

Rund 600 der 1500 Hänigser Friesen sind jugendlich

Mit der Region Friesland hat der Name der Hänigser Friesen im Übrigen nichts zu tun: Der Vereinsname bezieht sich vielmehr auf Karl Friedrich Friesen, einen Freiheitskämpfer, Turner und Weggefährten des Turnvaters Friedrich Ludwig Jahn. Offiziell gegründet wurde der Verein am 1. September 1908 zunächst als Männerturnverein (MTV) Friesen, nach dem Zweiten Weltkrieg entstand der heutige Vereinsname.

Aktuell zählt der Club nach eigenen Angaben rund 1500 Mitglieder, davon etwa 600 Jugendliche. Zu Letzteren gehörten früher auch die Kinder von Klaus Dahlgrün, der nun seit zehn Jahren Vereinsvorsitzender ist. „Meine Kinder haben kein Nintendo gespielt, sie haben Sport gemacht. Dafür gebe ich jetzt etwas zurück“, sagte er. Der TSV sei „einfach eine super Truppe“ – auch wenn er selbst nicht sportlich im Verein aktiv ist, motivierten ihn bei seinem Engagement die Erfolge der Mitglieder.

Vereinschef Klaus Dahlgrün: Umgang mit Gemeinde macht keinen Spaß

Gleichwohl kämpfe der Verein auch mit Herausforderungen. „Unser Vorstand muss sich in Zukunft verjüngen“, sagte Dahlgrün. Viele Vorstandsmitglieder seien um die 70 Jahre alt. Und: „Der Umgang mit der Gemeinde macht keinen Spaß.“ Es ärgere ihn, dass sie freiwillige Ausgaben für den Sport kürze. Stattdessen, empfahl Dahlgrün, solle sie an Ausgaben für externe Gutachten sparen. „Die Gemeinde lagert Aufgaben für viel Geld aus, die auch das eigene Personal bewältigen könnte. So sind wir auf Spenden angewiesen und müssen bei Turnieren regelmäßig Geld durch Essensverkäufe einnehmen“, monierte der Hänigser. Für die nächsten 111 Jahre Vereinszukunft äußerte der 67-jährige Vorsitzende keine große Vision, sondern beließ es bei einem bescheidenen Wunsch: „Mehr Hallenzeiten wären erst mal toll. Dann könnten wir unser Angebot weiter ausbauen.“

Am Abend genießen die Hänigser das Tropical Night Fever im Freibad. Quelle: Konstantin Klenke

Tag klingt bei Tropical Night Fever im Freibad aus

Viele Sportfestbesucher, die das schon bestehende Angebot am Sonnabend ausprobiert und kennengelernt hatten, statteten auch dem benachbarten Freibad einen Besuch ab: Den ganzen Tag über tummelten sich die Besucher auf den Liegewiesen und in den Schwimmbecken. Als es am Abend langsam kühler wurde, das Sportfest der Friesen zu Ende war und sich die Sonne über das Umkleidehaus des Freibads neigte, startete im Bad noch einmal eine Party – denn die Genossenschaft lud erstmals zum Tropical Night Fever ein. Dabei sorgte die Band Pama’s La Fuga mit groovigen Klängen für fröhliche Stimmung. Später zeigten die Organisatoren auf einer Leinwand ein Livekonzert von Calypso Rose. Und wer sich beim Sportfest am Mittag und Nachmittag richtig verausgabt hatte, konnte sich auch bis Mitternacht noch im Freibadwasser abkühlen.

Junge Handballer setzen auf Alkoholprävention

Unweit vom Beachhandballfeld tummelten sich während der Feier des TSV Friesen Hänigsen besonders viele Besucher. Denn dort schenkten Mitglieder der B- und C-Jugend frische Cocktails aus – mit Eiswürfeln. Die Aktion diente nicht nur der Erfrischung der Besucher, sondern hatte auch einen ernsten Hintergrund: In dem einjährigen Projekt Hart am Limit der Region Hannover hatten sich die Jugendlichen mit Alkoholprävention im Sport auseinandergesetzt.

Beeindruckt waren die Hänigser Handballspieler vom Gespräch mit einem ehemaligen Fußballprofi, der seine Karriere wegen Alkoholsucht beenden musste. „Er hat uns gezeigt, was Alkoholkonsum für die Karriere und die Leistung im Sport bedeuten kann“, sagte Simon Peszek. „Vieles, was wir in den Workshops gelernt haben, habe ich auch schon vorher gewusst“, meinte Simons Mannschaftskollege Theodor Dörr. Spaß hatten beide trotzdem: Denn neben theoretischen Einheiten und praktischen Gesprächen durften die Handballer zum Beispiel an einem Tauchkurs teilnehmen und einen Tag im Klettergarten verbringen. „Ich war überrascht, wie sich die Jugendlichen im Projekt geöffnet haben“, urteilte Sandra Schlichter, die das Projekt im TSV vorantrieb. „Toll finde ich, dass sie sich verpflichtet haben, zu allen Spielen ohne Alkohol im Blut zu erscheinen.“

Von Konstantin Klenke

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