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Uetze Verkehr zum Kaliberg erhitzt in Hänigsen die Gemüter
Aus der Region Region Hannover Uetze Verkehr zum Kaliberg erhitzt in Hänigsen die Gemüter
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18:22 19.10.2019
Diskussion am Infostand: Franziska Greite-Schillert, Ruth Andresen, Bärbel Bartsch (v.r.). Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Hänigsen

„Wo kann ich unterschreiben?“ Diese Frage haben mehrere Einwohner am Sonnabendvormittag in Uetze-Hänigsen am Informationsstand des Ortsrats zur geplanten Abdeckung des Kalibergs im Nachbarort Wathlingen gestellt. Der Ortsrat warb vor dem Edeka-Markt um Unterstützung für seine Vorschläge zur Lenkung der Transporte mit belastetem Bauschutt und Bodenaushub zur Wathlinger Rückstandshalde. Der Gremium hatte Briefe an Uetzes Bürgermeister Werner Backeberg, an den Konzern K+S und den niedersächsischen Umweltminister Olaf Lies (SPD) vorbereitet. Innerhalb von zwei Stunden setzten rund 30 weitere Einwohner ihre Unterschrift unter die Texte. Andere nahmen die Schreiben mit nach Hause, um sie dort in aller Ruhe zu lesen und zu unterzeichnen.

Ortsrat schlägt Umgehungsstraße vor

In den Briefen sind drei Verkehrsvarianten genannt, die die Behörden nach Ansicht des Ortsrats vor der Genehmigung der Haldenabdeckung prüfen sollen. An erster Stelle steht der Bau einer Südostumgehung von Hänigsen. Der zweite Vorschlag sieht vor, die Lastwagen von der Bundesstraße 3 aus über den Röhndamm und dann südlich des Waldgebiets Brand zur Landesstraße 311 (Hänigsen-Wathlingen) zu schicken. Die dritte Variante sieht vor, östlich von Ehlershausen einen sogenannten Umschlagplatz für die Lastwagen auf die Bahn zu bauen und die alte Kalibahnstrecke von Ehlershausen nach Wathlingen zu reaktivieren.

Nach dem Verkehrskonzept, das K+S vorgelegt hat, sollen die meisten Materialtransporte zunächst über die Bundesstraße 188 zum Schwüblingser Kreisel und von da aus über die Kreisstraße 125 nach Hänigsen und dann weiter über die L311 nach Wathlingen rollen. Viele Bürger befürchten allerdings, dass die Lastwagenfahrer den kürzesten Weg von der B188 über Sorgensen und Dachtmissen nach Hänigsen und dann weiter zum Wathlinger Kaliberg nehmen.

Elternvertreter: Grundschüler werden gefährdet

„Ich wäre direkt vom Verkehr betroffen“, sagte die Hänigserin Heike Koch. Sie befürchtet, dass es für sie schwierig wird, morgens mit ihrem Auto auf dem Weg zur Arbeit auf die Ortsdurchfahrt zu kommen. Zudem gefährde der Schwerlastverkehr Besucher des Hänigser Freibads. Thomas Fahrtmann, Elternratsvorsitzender der Hänigser Grundschule, sieht vor allem die sechs bis zehn Jahre alten Schüler in Gefahr. „Meine und andere Kinder müssen auf dem Weg zur Schule die Hauptstraße überqueren“, sagte er. Grundschüler könnten den Lastwagenverkehr schlecht einschätzen, gab Fahrtmann zu bedenken. Nach Gerhard Bubenitscheks Einschätzung ist die Hänigser Ortsdurchfahrt für den Schwerlastverkehr nicht breit genug: Es könne passieren, dass Lastwagenfahrer im Begegnungsverkehr auf die Gehwege ausweichen.

Am Informationsstand des Hänigser Ortsrat diskutieren Einwohner über die bevorstehende Verkehrsbelastung.

Nach Ansicht von Bärbel und Joachim Bartsch aus Wathlingen darf man das Thema Kaliberg jedoch nicht auf die Verkehrsfrage reduzieren. Ziel müsse sein, die Abdeckung der Halde zu verhindern: Die Rückstände müssten wieder ins stillgelegte Hänigser und Wathlinger Bergwerk Niedersachsen-Riedel. „Es wäre schön, die Abdeckung ganz zu verhindern“, sagte der frühere Hänigser Ratsherr Bernd Hackbart. Falls sie genehmigt werde, müssten die Beeinträchtigungen für die Ortschaften minimiert werden. Fritz Thomas aus Hänigsen kritisierte, dass es das damalige Oberbergamt Clausthal-Zellerfeld 1996 versäumt habe, bei der Schließung des Bergwerks vorzuschreiben, die Halde wieder in die Grube zu bringen. „Da unten sind riesige Hohlräume“, sagte er.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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