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Uetze Volksbank zieht sich komplett aus Dollbergen zurück
Aus der Region Region Hannover Uetze Volksbank zieht sich komplett aus Dollbergen zurück
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17:05 08.10.2019
Die Volksbank gibt ihre Filiale an der Wilhelm-Busch-Straße in Dollbergen auf. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
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Dollbergen

„Mit der Eröffnung des neuen Beratungscenters in Uetze geben wir das Servicecenter in Dollbergen auf“, teilt Marko Volck, Pressesprecher der Hannoverschen Volksbank, auf Anfrage mit. Die Dollberger Zweigstelle öffnet am Freitag, 18. Oktober, zum letzten Mal. Den Selbstbedienungsbereich können die rund 800 Dollberger Volksbank-Kunden noch bis Sonntag, 20. Oktober, nutzen.

„In Servicecentern können wir die Leistungen, die die Kunden fordern, nicht erbringen“, sagt Volck. Die Ansprüche an die Kundenberatung seien in den vergangenen Jahren gestiegen. Zum Beispiel sei bei der Nachfrage nach Investmentfonds das Wissen von Fachleuten gefragt. „Früher wurde das Servicecenter in Dollbergen intensiv aufgesucht“, berichtet der Banksprecher. Heute nutzten die Kunden immer mehr das Online-Banking für ihren Zahlungsverkehr. Daher müssten die beiden Mitarbeiter, die in Dollbergen arbeiten, kaum noch Kontoauszüge ausgeben. Sie müssten auch immer weniger Geld auszahlen.

Banksprecher: Immer weniger Kunden nutzen Geldautomaten

Auch wirtschaftliche Gründe sprechen laut Volck für die Schließung der Dollberger Zweigstelle, die die Genossenschaftsbank 2013 nach einem Überfall umgebaut hat, um die Sicherheit zu erhöhen. Für den Betrieb der kleinen Filiale fielen Kosten an. Der Vorstand sei gegenüber den Genossenschaftsmitgliedern verpflichtet, wirtschaftlich zu handeln. „Deshalb konzentrieren wir uns auf die großen Standorte“, sagt der Pressesprecher. Im Beratungscenter in Uetze biete die Volksbank alle Leistungen an. In Uetze beziehen die Bankmitarbeiter in wenigen Tagen den Neubau an der Nordmannstraße. Eröffnung ist am Montag, 21. Oktober.

Nach Volcks Worten hätte man noch vor zehn Jahren darüber nachgedacht, nach der Filialschließung in Dollbergen zumindest den Selbstbedienungsbereich zu erhalten. Das sei inzwischen keine Option mehr, weil immer weniger Kunden Geldautomaten nutzten. Volck rechnet damit, dass auch in Deutschland in den nächsten Jahren die Barzahlungen stark zurückgehen.

Ortsbürgermeisterin: „Das ist keine gute Entwicklung“

Kritik an der Schließung übt Ortsbürgermeisterin Tove Knebusch: „Ich finde das ganz schlecht. Das ist keine gute Entwicklung.“ Wenn die Infrastruktur wegbreche, werde es gerade für ältere Menschen immer schwieriger, in einem Dorf zu leben. Sie sei geschockt gewesen, als sie vor wenigen Tagen das Kundenrundschreiben erhalten habe.

Volck räumt ein, dass der Rückzug aus Dollbergen vor allem Senioren treffe, auch wenn diese immer häufiger das Online-Banking nutzten. Die Hannoversche Volksbank biete daher älteren Kunden an, Überweisungen telefonisch in Auftrag zu geben. Auf Wunsch bekämen Kunden die Kontoauszüge zugeschickt.

Generationenhilfe prüft Fahrbereitschaft für Bankbesuche

Die Sparkasse hatte ihre Zweigstelle in Dollbergen bereits 2005 aufgegeben. Somit ist jetzt überhaupt kein Geldinstitut mehr in dem 2300-Einwohner-Ort vertreten. Die Schließung der Volksbank-Filiale könnte der Generationenhilfe Dollbergen eine zusätzliche Aufgabe verschaffen. Der neu gegründete Verein will Einwohnern, die sonst keine andere Möglichkeit haben, nach Uetze zu kommen, Fahrgelegenheiten zum Einkaufen oder für einen Arztbesuch anbieten. Ob die Generationenhilfe auch eine Fahrbereitschaft für Bankbesuche bereit halten wird, muss nach Auskunft des Vorsitzenden Wolfgang Göpfert die Mitgliederversammlung entscheiden.

Überfall auf die Bankfiliale

Mehr zu den Geschehnissen vor sechs Jahren erfahren Sie hier:

Unbekannter überfällt Volksbank.

Bankräuber-Duo geht der Polizei ins Netz.

Der Prozess gegen die Bankräuber beginnt in Hildesheim.

Prozess endet mit mildem Urteil für die Bankräuber

Das Landgericht Hildesheim verurteilte im September 2013 die beiden Brüder für den bewaffneten Banküberfall auf die Volksbank in Dollbergen sowie einen weiteren in Celle zu siebeneinhalb Jahren Gefängnis.

Die 34 und 25 Jahre alten Männer hatten 2012 eine Volksbankfiliale bei Celle und im Februar 2013 die Dollberger Filiale überfallen und insgesamt 86.000 Euro erbeutet. Als sie im Mai die Sparkasse in Hillerse im Kreis Gifhorn ausrauben wollten, wurde der Jüngere gefasst. Der Ältere stellte sich am nächsten Tag.

Der Strafrahmen für schwere räuberische Erpressung liegt bei fünf bis 15 Jahren. Vor dem Hintergrund sei das Strafmaß milde ausgefallen, sagte der Vorsitzende Richter Rainer de Lippe. Diese Milde hätten sich die Angeklagten verdient: Sie hatten nach ihrer Festnahme Geständnisse abgelegt und den ersten Überfall eingeräumt, bevor die Polizei ihnen diese Tat überhaupt vorgeworfen hatte.

Auch die Reue und Entschuldigungen bei den Zeugen rechnete das Gericht den Brüdern an. Es berücksichtigte zudem, dass beide zuvor Schicksalsschläge erlitten hatten. Die Frau des 25-Jährigen hatte ein Kind verloren, bald darauf erfuhr er von der eigenen Krebserkrankung. Die führte dazu, dass er seine Laufbahn bei der Bundeswehr und damit seine Lebenspläne begraben musste. Der ältere Bruder hatte sich als Unternehmer verschuldet, stand finanziell mit dem Rücken zur Wand, hinzu kam die Trennung von der Frau.

Gegen die Angeklagten sprach, dass die Opfer zum Teil bis heute unter den Folgen des Überfalls leiden. Trotz beruhigender Worte der Räuber während der Taten, standen die Bankangestellten Todesängste aus.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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