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Uetze Denkfabrik soll im August Arbeit aufnehmen
Aus der Region Region Hannover Uetze Denkfabrik soll im August Arbeit aufnehmen
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00:15 13.05.2017
Von Friedrich-Wilhelm Schiller
Eine Denkfabrik soll für die Gemeinde Uetze Visionen entwickeln. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
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Uetze

"Wir müssen in der Gemeinde visionär denken, um sie weiterzuentwickeln", sagt Oliver Wempe (Balu). Über die künftigen Ziele der Kommune müssten Politiker und Verwaltung ergebnisoffen mit Bürgern diskutieren. Nach Wempes Vorstellungen sollen in der Denkfabrik sieben Ratsmitglieder, sieben Einwohner und der Verwaltungsvorstand mitarbeiten.

Das Gremium solle sich zum Beispiel damit auseinandersetzen, ob sich die Gemeinde weiter als Freizeitland verstehen will, ob sie weiter den Ausbau regenerativer Energien vorantreiben, wie sie Firmen ansiedeln und wo sie Bauland ausweisen will. Ein externer Moderator solle die Diskussion leiten.

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Der für Finanzen zuständige Fachbereichsleiter Thomas Müller erinnerte Wempe daran, dass sich eine Arbeitsgruppe mit der Haushaltskonsoldierung der Gemeinde befassen soll. Ein zusätzlicher Arbeitskreis binde weitere Ressourcen der Verwaltung, gab Müller zu bedenken. "Ein Arbeitskreis Haushaltskonsolidierung ist mir zu eng gefasst", erwiderte Wempe. In der Denkfabrik soll es nicht nur um die Finanzen, sondern um die Entwicklung der Gemeinde insgesamt gehen, pflichtete Georg Beu (Grüne) Wempe bei.

"Eine Denkfabrik ist eine gute Sache", sagte Rudolf Schubert (SPD). Aber: "Mir fehlt das Konzept, das dahinter stecken soll", fuhr er vor. Die Ziele müssten klar definiert werden. "Sonst wird es eine Laberbude", befürchtete Schubert. Offen sei auch, nach welchen Kriterien die Bürger ausgewählt werden sollen. Ein externer Berater koste Geld, kritisierte Schubert.

Hingegen sprach sich Ulf-Hendrik Schrader (FDP) dafür aus, möglichst bald einen externen Moderator zu suchen. Beu entgegnete Schubert, dass im Balu-Antrag bewusst keine Ziele genannt seien. Die Denkfabrik solle sie selber festlegen.

"Wir fangen nicht bei Null an", sagte Bürgermeister Werner Backeberg (CDU). Vor fast zehn Jahren habe der Rat ein Zukunftssicherungskonzept mit strategischen Zielen beschlossen. Dieses könne man fortschreiben. Daher finde er die Bezeichnung Fortschreibung des Gemeindeentwicklungskonzepts treffender als Denkfabrik.

Schließlich votierten CDU, Grüne, FDP und Balu dafür, zum 15. August eine Denkfabrik einzurichten, deren Ergebnisse in ein Gemeindeentwicklungskonzept einfließen sollen. Die SPD-Vertreter enthielten sich der Stimme.

Friedrich-Wilhelm Schiller 15.05.2017
Anette Wulf-Dettmer 12.05.2017
Friedrich-Wilhelm Schiller 12.05.2017