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Wedemark 98-jähriger Zeitzeuge berichtet: „Krieg ist der größte Irrsinn aller Zeiten“
Aus der Region Region Hannover Wedemark 98-jähriger Zeitzeuge berichtet: „Krieg ist der größte Irrsinn aller Zeiten“
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06:34 07.08.2019
Noch einmal wird der 98 Jahre alte Zeitzeuge Rolf Zick aus Hannover von seinen Kriegserlebnissen berichten und mit den Zuhörern diskutieren. Quelle: Stephan Hartung/Archiv
Mellendorf

„Ich war dabei – Ich habe überlebt – Bilanz und Ausblick“: Damit ist der Lese- und Gesprächsabend betitelt, zu dem Zeitzeuge Rolf Zick für Dienstag, 27. August, einlädt. Um 18.30 Uhr beginnt die Veranstaltung mit dem 98-jährigen, ehemaligen Journalisten im Mehrgenerationenhaus (MGH) in Mellendorf.

Knapp 80 Jahre ist es her, dass der Zweite Weltkrieg begann, am 1. September 1939. Zick berichtet zunächst aus seinem Erleben über die NS-Zeit, Krieg, Gefangenschaft in Russland sowie die Nachkriegsjahre und den Wiederaufbau in Hannover. Anschließend stellt er sich den Fragen der Zuhörer. Um die Erinnerung lebendig zu halten, sucht das Zeitzeugenprojekt weitere Unterstützer.

Zick war bereits im Juni im Schulzentrum Mellendorf zu Gast und berichtete den Schülern von Gräuel und Leid des Krieges. Nun wird die Veranstaltung für alle interessierten Wedemärker wiederholt. Die Lesung mit anschließender Diskussion wird als Zeitzeugendokument aufgezeichnet.

Dokument soll im Internet öffentlich gemacht werden

„Über das Haus der Deutschen Geschichte in Bonn soll dieses Zeitzeugendokument nach der Lesung über zeitzeugenportal.de öffentlich im Netz zugänglich gemacht werden“, sagt der Hauptinitiator für die Zeitzeugenveranstaltungen, Fredy Krause aus Wennebostel. Damit solle für nachfolgende Generationen dieses wichtige Kapitel der Erinnerung aus erster Hand auf Dauer erhalten bleiben.

Krause moderiert den Abend und wirkt gleichzeitig auf eine noch tiefer gehende Mitwirkung Beteiligter und Betroffener aus Kriegs- und Nachkriegsgenerationen hin. Er hat selbst als Enkel der Kriegsgeneration seine Familiengeschichte recherchiert und will das Zeitzeugenprojekt auf Dauer weiterführen. „Dazu sucht das Projekt jetzt ehrenamtliche Helfer“, sagt der Initiator.

Betroffene leiden unter Traumata

Gesucht werden Unterstützer, die sich für die weitere historische Aufarbeitung der durch die Flucht aus dem Osten nach 1945 stark vom Krieg geprägten Kindergenerationen interessieren – oder selbst betroffen sind. Viele von ihnen, so Krause, litten nachweislich unter Traumata.

Ziel des Projekts solle es sein, zu verstehen und aufzuklären, um gesellschaftliche Veränderung zu ermöglichen, sagt Krause. So könnten zukünftige Generationen durch innere Stabilität in der Gesellschaft den Irrsinn eines zukünftigen Krieges vermeiden.

Unterstützung vom Haus der Geschichte in Bonn

Der Initiator verweist auf weitere Unterstützung zum Thema vom Haus der Deutschen Geschichte in Bonn. Das Projekt werde von Zeitzeugen, Ärzten und Autoren begleitet. Krause zufolge ist Rolf Zick im Haus der Deutschen Geschichte in Bonn unter www.zeitzeugenportal.de bereits archiviert. Ebenso der Zeitzeuge Arnold Kirchner aus Elze, der 1923 geboren wurde. Am Ende solle und müsse das Zitat von Zick stehen: „Nie wieder Krieg. Es ist der größte Irrsinn aller Zeiten.“

Info: Interessierte, die an dem Zeitzeugenprojekt mitwirken möchten, können sich melden bei Fredy Krause unter Telefon (0176) 53051827 oder (05130) 8961.

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