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Wedemark Afghane absolviert Truppmann-Ausbildung der Gemeindefeuerwehr
Aus der Region Region Hannover Wedemark Afghane absolviert Truppmann-Ausbildung der Gemeindefeuerwehr
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00:19 14.11.2018
Mohibulla Qurbani und Mareike Boss sichern bei der Truppmann-Ausbildung die gekuppelte Saugleitung mit der Arbeitsleine. Quelle: Feuerwehr Wedemark
Wedemark

Über Quereinsteiger freut sich wohl jede Feuerwehr. Also über Neulinge im aktiven Dienst, die zu dem eigenen Nachwuchs der Jugendfeuerwehren hinzu kommen. Über einen dieser Quereinsteiger aber spricht man in der Gemeindefeuerwehr Wedemark aktuell ein bisschen mehr: Mohibulla Qurbani hat am Sonnabend erfolgreich seine Truppmann-Ausbildung absolviert. Der 21-Jährige kommt aus Afghanistan, lebt seit drei Jahren in Deutschland und sucht hier nun eine Stelle als ausgebildeter Rettungshelfer. Er habe sehr viel Schlimmes erlebt, berichtet Feuerwehrsprecherin Jana Adamson über den jungen Mann. In Deutschland habe man ihm geholfen. Und von dieser Hilfe wolle er jetzt etwas zurückgeben.

Deutschunterricht in der Nachbarschaft

Dass Qurbani nicht nur die 70 vorgeschriebenen Ausbildungsstunden problemlos absolvieren konnte, sondern auch die theoretische Prüfung bestanden hat, führt Adamson auf eine besondere Strategie zurück. „Er hat in seiner Nachbarschaft in Gailhof vor allem seine älteren Nachbarn besucht“, erzählt Adamson dieser Zeitung. Die Älteren hätten mehr Zeit als die Jüngeren, so seine These, und sie erzählten auch lieber. „Auf diese Weise habe er sich die deutsche Sprache beigebracht.“ Qurbani musste seine Eltern während der Flucht im Irak zurücklassen und absolvierte in Deutschland eine 160-stündige Ausbildung zum Rettungshelfer, einer Qualifizierung für Personal im Rettungsdienst und Krankentransport.

In der Gemeindefeuerwehr Wedemark gehörte Qurbani jetzt zu insgesamt 13 Quereinsteigern, die die Truppmann-Ausbildung absolvierten. Hinzu kamen bei der Abschlussprüfung am Sonnabend weitere sieben Mitglieder, die von der Jugendfeuerwehr nun in den aktiven Dienst wechseln. Unter den insgesamt 20 Neu-Feuerwehrleuten zwischen 25 und 17 Jahren ist nur eine Frau.

Bestandene Prüfung ist Voraussetzung für Weiterbildung

Geprüft wurden überdies weitere 30 Feuerwehrleute in der sogenannten Truppmann-2-Ausbildung. „Diese Feuerwehrleute haben die erste Truppmann-Ausbildung schon hinter sich, und haben danach nun zwei Jahre aktiven Dienst geleistet“, erklärt Adamson. Sie haben nun erneut ihre theoretische Prüfung bestehen und eine Mindestanzahl von Übungsdiensten dokumentieren müssen.

Beide Lehrgänge sind jeweils die Voraussetzung für Weiterbildungen: Wer die Truppmann-Ausbildung bestanden hat, kann sich zum Sprechfunker sowie zum Atemschutzträger fortbilden. Nach weiteren zwei Jahren aktivem Dienst und der entsprechenden Truppmann-2-Prüfung sind die Fortbildung zum Truppführer, zur technischen Hilfeleistung, für den ABC-Einsatz oder zum Maschinisten möglich.

Von Rebekka Neander

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