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Wedemark In Diersrahe wird Wohnungsmix bevorzugt
Aus der Region Region Hannover Wedemark In Diersrahe wird Wohnungsmix bevorzugt
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00:18 03.12.2017
Von Ursula Kallenbach
Die BEG-Geschäftsführer Kay Petersen (von links) und Helge Zychlinski stellen das Konzept für kommunales Bauland Diersrahe vor. Quelle: Kallenbach
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Wedemark

Das Plangebiet hat eine Gesamtgröße von rund 39.000 Quadratmetern, daraus entstehen auf circa 29.000 Quadratmetern Bauflächen. Beplant wird die letzte große Grünfläche im Bereich der gefragten Bissendorfer Ortslage. Der Wedemärker Gemeinderat hat den Bebauungsplan per Satzungsbeschluss auf den Weg gebracht.

Vordringlich – neben Einfamilienhäusern - sieht die Gemeinde Wedemark Bau und Entwicklungsgesellschaft (BEG) den Bau von vier Mehrfamilienhäuser auf dem kommunalen Bauland, und diese „mit sozialpolitischer Ausrichtung“, wie Bürgermeister Helge Zychlinski als BEG-Geschäftsführer betont. Bei den Mehrfamilienhäusern wie bei sechs Reihenhäusern müssen sich interessierte Investoren – oder auch Bauherrengemeinschaften – in einige Bedingungen fügen, die sozialen Wohnungsbau sicherstellen.

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Beide Bereiche richten sich also im ersten Zuge an Investoren, nicht an Privatkunden, von denen es nach wie vor genügend gibt. 1100 private Bauherren interessieren sich der Verwaltung zufolge aktuell für kommunales Bauland, um vor allem Einfamilienhäuser zu bauen.

Bei den Mehrfamilienhäusern, die von der BEG zuerst in die Vermarktung gebracht werden sollen, müssen mindestens 20 Prozent der Wohnfläche am Ende für B-Schein-Berechtigte erschwinglich sein. „Wir geben als Entwicklungsgesellschaft Investoren finanziellen Anreiz, sozialen Wohnungsbau zu erstellen. Insofern treten wir selbst als Förderer auf, wie es auch von der Region und dem Land gemacht wird“, verdeutlicht Zychlinski. Noch etwas habe man sich in Hannover abgeschaut: „Wir integrieren geförderten Wohnungsbau in Wohnquartiere für alle Menschen“. Salopper ausgedrückt, wünsche sich die BEG „Baukörper, in denen sich beides findet, tolle Appartements und B-Schein-Wohnungen“.

In der Wedemark sei in den vergangenen Jahren vor allem Baugrund für besser situierte Kunden geschaffen worden, stellt Zychlinski fest. Diese kommunalen Bauflächen hingegen stellten Anforderungen an Investoren. „Wer jetzt in dieser Premium-Lage bauen und als Investor Geld verdienen will, muss auch an die denken, die schwächer gestellt sind.“ Unter den Kriterien für Investorenangebote gebe es also Punkte für die Durchmischung.

Barrierefreiheit ist nur ein Standard – auch innovative Gebäudetechnik ist gefragt, zum Beispiel zentrale Energieversorgung oder Wärme aus Erdsonden. „Photovoltaik auf den Dächern reicht nicht“, betont Baufachbereichsleiter Kay Petersen, zweiter BEG-Geschäftsführer. Grundrisse, die in der Innenaufteilung unterschiedlichen Lebensformen gerecht werden, sind ebenfalls gewünscht.

Nachschub an günstigen, mietpreisgebundenen Wohnungen tut not. "Sie laufen in den größten Anteilen bis 2020 aus, und die Miethöhen werden dann steigen“, führt Zychlinski an. Zudem werde der Bedarf an Ein-Zimmer-Wohnungen auch für Alleinstehende, die auf Grundsicherung angewiesen sind, weiter zunehmen.

Gesellschaft betreut das Wohnbauland

Die Gründung der Gemeinde Wedemark Bau- und Entwicklungsgesellschaft mbH (BEG) geht auf einen Beschluss des Gemeinderates vor fast genau zwei Jahren am 7. Dezember 2015 zurück. Die Gesellschaft – eine 100-prozentige „Tochter“ der Gemeinde - übernimmt die Entwicklung kommunalen Wohnbaulandes. Die BEG ist auf eine nachhaltige Ortsentwicklung verpflichtet, sichert öffentliche Infrastruktur und baut diese aus. Im Auftrag der Gemeinde kann sie Hochbaumaßnahmen und deren Bewirtschaftung verantwortlich durchführen. Organe der BEG sind die Geschäftsführung, Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung. Diese bestimmte Bürgermeister Helge Zychlinski und Kay Petersen (Baufachbereichsleiter) zu ihren Geschäftsführern. Die BEG beschäftigt kein eigenes Personal; die Aufgaben werden ausschließlich von Gemeindemitarbeitern erledigt.

Als Richtschnur für die zukünftige Gestaltung der Wedemark hat der Gemeindeentwicklungsplan (GEP), ebenfalls aus dem Jahr 2015, viele der Themen und Aufgaben umschrieben, die es anzufassen gilt in der Wohnbauland- und Gewerbeflächenausweisung sowie der öffentlichen Infrastruktur und Daseinsvorsorge. Die Vielzahl der vorgesehenen Maßnahmen ließ, so Gemeindesprecher Ewald Nagel, die Gründung einer eigenen Entwicklungsgesellschaft geboten erscheinen.