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Wedemark Für Resse ist eine Ärztin gefunden
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15:39 29.11.2018
Dr. Michaela Wesemann (vorn rechts) ist die künftige Allgemeinmedizinerin in Resse. Den Vertrag im Mooriz unterschreibt Dr. Vitali Regan, der mit seiner Praxis in Schwarmstedt das Wagnis der Ansiedlung auch in Resse übernimmt. Gerd Kaufmann vom Verein BfR (vorn links) lässt den Vertrag unterschreiben. Christine Krefeld (dahinter von links), Bürgermeister Helge Zychlinski, Renate Kolb und Ortsbürgermeister Jochen Pardey sind froh über den Neubeginn im Ärztehaus. Quelle: Ursula Kallenbach
Resse

In Resse öffnet die Fachärztin für Allgemeinmedizin, Dr. Michaela Wesemann, ihre Praxis. Sie füllt damit ab Montag, 14. Januar, das vakante Ärztehaus im Dorfzentrum wieder mit Leben. Offiziell, froh und zuversichtlich haben die Beteiligten am Mittwoch im Mooriz den Vertrag unterzeichnet.

Seit einem Jahr habe der Verein Bürger für Resse (BfR) in engem Schulterschluss mit der Bevölkerung, dem Ortsrat und der Gemeinde die Arztsuche betrieben, verdeutlichte die BfR-Vorsitzende Renate Kolb noch einmal die gemeinsamen Anstrengungen. Rund 3000 Euro wurden eingesetzt für bundesweite Werbung – und dann waren es doch die kürzeren Drähte, die den Erfolg brachten.

So verfolgte auch Christine Krefeld aus Bissendorf-Wietze, eine Fachfrau für Niederlassungsplanung, die öffentlich diskutierte Arztsuche und wurde aktiv. Aufmerksam wurde auch der in Schwarmstedt niedergelassene Arzt Dr. Vitali Regan auf den Bedarf in Resse. Er ist nun der Vertragspartner für den Verein Bürger für Resse (BfR), der das Ärztehaus und die Praxis etabliert hat. Er übernehme „das Patronat“, die Schirmherrschaft für die Resser Praxis der bei ihm angestellten Allgemeinmedizinerin, erläuterte Kolb. Die Resser Praxis werde mit allen technischen Voraussetzungen einer Facharztpraxis für Allgemeinmedizin arbeiten und gute Öffnungszeiten anbieten.

Ein guter Tag für Resse

„Ich bin sicher, dass wir etwas Zukunftsträchtiges auf die Beine stellen. Ich bin froh, dass ich wieder in einer Hausarztpraxis arbeiten kann“, betonte die künftige Resser Ärztin, die in Brelingen wohnt. Sie arbeitet seit acht Jahren als Allgemeinmedizinerin; ihre Zusammenarbeit mit dem Schwarmstedter Arzt gehe auf jahrelange gemeinsame Tätigkeit in der Justizvollzugsanstalt in Sehnde zurück. Ihr Konzept für Resse: „Wir verstehen uns als Familienmediziner vom Baby bis zum alten Menschen“. In der Anfangsphase bis Mitte Februar werde die Praxis an drei Tagen in der Woche bis 18 Uhr geöffnet sein.

„Das ist ein sehr guter Tag für Resse heute, man kann Sie nur beglückwünschen“, betonte Wedemarks Bürgermeister Helge Zychlinski bei der Vertragsunterzeichnung. „Resse hat in den vergangenen Jahren eine wahnsinnig gute Entwicklung genommen.“ Er dankte den Ärzten für „den Mut und die Bereitschaft, hierher zu kommen“, aber auch dem Bürgerverein für unermüdlichen Einsatz. „Wir sind stolz darauf, was Sie hier alles leisten“, versicherte Zychlinski.

Resse soll ärztlich nun wieder versorgt werden, aber der Blick geht weiter. „Der gesamte Norden von Resse ist unbesetzt“, gaben Kolb und Krefeld im Hinblick auf den möglichen Einzugsbereich des Ärztehauses zu bedenken. Die Ideen von Renate Kolb gehen noch weiter. „Wir werden auch versuchen, ein Alternativmodell in der Pflege in Resse aufzubauen“, stellte sie als nächste Aktivität des Bürgervereins in Aussicht.

Zehn Jahre hat es funktioniert

Fast zehn Jahre hatte eine Lösung für die ärztliche Versorgung im Ärztehaus in Resse funktioniert. Doch zum Jahresende 2017 schlossen die beiden Ärzte aus Bissendorf, die im Wechsel dort praktizierten, die Resser Praxis, weil sich das von der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) unterstützte Modell für sie letztlich als zu zeitaufwändig erwiesen hatte. Der Mietvertrag für die Praxisräume im Ärztehaus lief am 31. September 2018 aus.

Das Gebäude für ein Ärztehaus hatte der Verein Bürger für Resse seinerzeit mit Unterstützung der Bevölkerung erworben, als sich die Sparkasse aus dem Ort zurückzog und die Filiale aufgab. Es wurde als Praxis eingerichtet, um die Versorgungslücke in dem 2600 Einwohner zählenden Ort zu füllen. Noch bis zu ihrem Ruhestand 2008 hatte zuvor die Ärztin Renate Kolb – nun seit Jahren Vorsitzende des Vereins Bürger für Resse – im Ort in eigener Praxis gearbeitet.

Höchst einfallsreich hat der Bürgerverein – etwa mit der Aktion „Backen, bis der Arzt kommt“ - seit 2017 in der Wedemark auf die drängende Situation hingewiesen und Geld für bundesweite Anzeigenschaltungen eingeworben. Viele Medien hatten inzwischen darüber berichtet. Im Sommer informierte sich auch die neue Wirtschaftsförderin der Gemeinde, Antonia Hingler, über den aktuellen Stand zur Ärzteversorgung in Resse.

Von Ursula Kallenbach

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