Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Wedemark Halter sicher: Wolf hat Schnucke gerissen
Aus der Region Region Hannover Wedemark Halter sicher: Wolf hat Schnucke gerissen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:30 24.01.2019
Morgens nach dem Angriff: Die Brelinger Schnuckenherde ist nach Angaben des Halters völlig verstört. Quelle: Karl-Heinz Friebe
Brelingen

Eine Bestätigung hat Karl-Heinz Friebe aus Brelingen zwar noch nicht. Doch der Pastor im Ruhestand ist sich ziemlich sicher, dass ein Wolf eine seiner Heidschnucken gerissen hat. Dafür sprechen seinen Angaben zufolge die deutlichen und für den Wolf typischen Risszeichen an dem Muttertier, meint er. Wölfe werden im Norden der Region immer wieder gesehen. Auch in der Wedemark.

Die Herde grau gehörnter Heidschnucken steht aktuell auf der Winterweide Am Braukamp in Brelingen. Dort bringen sie im Frühjahr auch ihre Lämmer zur Welt, berichtet Friebe der zusammen mit seiner Frau bereits seit gut 30 Jahren Schnucken hält. Als er nun am Donnerstag, 17. Januar, morgens gegen 9.30 Uhr zu seiner Wiese kam, entdeckte er die schwer verletzte Schnucke. Das tragende Tier lebte noch, musste dann aber von einem hinzugerufenen Veterinär eingeschläfert werden. Aufgrund der Verletzungen geht Friebe davon aus, dass die Schnucke von einem Raubtier angegriffen worden sein muss. „Ein Hinterlauf war von der Bauchseite aufgerissen und ein Vorderlauf fast abgerissen“, schildert er eine Woche später die Art der Verletzungen.

Halter von Wolfsangriff überzeugt

„Nach dem sofortigen Kontakt mit den Niedersächsischen Wolfsbüro kam ein Wolfsberater, der das gerissene Tier begutachtete, Blut- und Gewebeproben von den Verletzungen nahm, die nun untersucht werden“, berichtet Friebe weiter. Anhand der DNA-Analyse soll festgestellt werden kann, ob es tatsächlich ein Wolfsriss war. Das Ergebnis liegt noch nicht vor. „Vorher kann nicht zweifelsfrei behauptet werden, dass die Heidschnucke von einem Wolf gerissen wurde“, sagt der Halter noch ein wenig vorsichtig. Doch auf der Website des Niedersächsisches Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) ist im „Wolfsmonitoring unter Nutztierschäden der Riss bei uns schon unter der Nummer 886 eingetragen“, sagt der Brelinger.

Und die vermeintliche Wolfsattacke ist Gesprächsthema im Dorf. „Es sind in den letzten Wochen Wölfe in diesem Teil von Brelingen mehrfach gesichtet worden“, berichtet Friebe. „Unsere Wiese mit dem verletzten und nun toten Tier liegt nur 200 Meter von den ersten Gärten unserer Nachbarn entfernt.“ Zwar sei diese mit einem 1,10 Meter hohen Schafdraht eingezäunt, doch der Halter räumt auch ein, dass die amtlich geforderte Sicherheit vor Wölfen wegen des fehlenden Stroms nicht gegeben ist. Doch bei der Vielzahl an ausgedehnten Weideflächen könne er das auch gar nicht. Nach den Wolfsrissen bei Rodewald – unter anderem starben dort ein Pony und Kalb – macht sich Friebe nun große Sorgen um die Weidetierhaltung im Allgemeinen. Speziell die Pflege der Flächen in Natur- und Landschaftsschutzgebieten werde angesichts der ansteigenden Wolfspopulation in Frage gestellt, sagt er.

Schnucken übernachten nun im Stall

„Ich habe nichts gegen Wölfe, wenn sie sich von Wildtieren ernähren“, betont Friebe. Doch die Raubtiere werden seinen Angaben zufolge dann ein Problem, wenn sie lernten, Zäune zu überwinden, um sich lieber von Schafen, Schnucken oder Pferden zu ernähren. Um seine Herde vor weiteren Angriffen zu schützen, bringt er die Tiere nun abends in den auf seiner Wiese errichteten Unterstand. Doch das entspreche eigentlich nicht dem Naturell der Heidschnucken. Diese lebten lieber draußen, würden nur bei Regen und Schnee Schutz suchen, weiß der Halter.

Unterdessen forderte am Donnerstag der Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers eine neue Qualität in der Diskussion zum Umgang mit Wölfen. Seinen Angaben zufolge dürfte die Zunahme der Wolfspopulation nicht dazu führen, dass die Tierhalter zu einem „Wettrüsten“ gezwungen würden, wird er in einer Mitteilung des Landvolk-Pressedienstes zitiert. Deshalb müssten auffällige Wölfe zum Abschuss freigegeben werden, meint er. Für das Rodewalder Rudel sei diese Auffälligkeit wiederholt belegt worden, heißt es weiter.

Von Sven Warnecke

Die Polizei sucht Unbekannte, die in Brelingen einen Zigarettenautomaten gesprengt haben. An Geld oder Tabak sind die Täter aber nicht gelangt. Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich in Seelze.

24.01.2019

Einbrecher sind in Brelingen in ein Wohnhaus eingedrungen. Die Täter hatten ein Fenster aufgehebelt. Nun sucht die Polizei die Unbekannten und bittet um Zeugenhinweise.

24.01.2019

Gelegenheit macht Diebe: Im Forst Rundshorn hat ein Autoknacker eine im Fahrzeug zurückgelassene Handtasche entwendet. Nun sucht die Polizei Wedemark den Täter und bittet um Hinweise.

24.01.2019