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Wedemark Kita Spatzennest: Kinder sollen künftig Beschwerden äußern können
Aus der Region Region Hannover Wedemark Kita Spatzennest: Kinder sollen künftig Beschwerden äußern können
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16:32 09.10.2019
Anne Fuhrberg war in der Gründerzeit der Kita Hellendorf dabei und führte die Einrichtung 15 Jahre lang. Ihr Glückwunsch zum 20-jährigen Bestehen geht an den jetzigen Leiter Peter Lönnecke. Quelle: Ursula Kallenbach
Hellendorf

Die Schmetterlinge und die Dinos im DRK-Kindergarten Spatzennest können frei wählen, was sie machen wollen: 30 Themenboxen locken, und natürlich helfen die Erzieherinnen. „Wie viel Beteiligung kleiner Kinder ist machbar, und was können Kinder allein entscheiden?“ Diese Fragen fordern die Fachkräfte täglich heraus. Bei einem Empfang zum 20-jährigen Bestehen der Kita hat der Leiter Peter Lönnecke dieses Beteiligungsprojekt und andere Aufgaben in der Hellendorfer Einrichtung vorgestellt.

Kinder formulieren Wünsche für Kindergarten

Jeden Geburtstag feiern Kinder und Erzieher mit Girlanden, Krönchen, Liedern und guten Wünschen. Zum 20-jährigen Bestehen ihres Kindergartens hatten die Jüngsten in der Schmetterlings- und der Dinogruppe ihre Wünsche einem bunten Geburtstagswurm anvertraut. So lasen die Gäste im Flur von den aufgereihten Wunschkarten Kunterbuntes aus Kinderköpfen: „… dass der Kindergarten niemals einstürzt“, „… einen schönen Geburtstag“, „… einen Trecker mit Schaufel“, „… ganz viel Glitzer“, „… ein Auto mit Werkstatt“ und „… viele Kinder und Blumen“.

Im Flur haben die Spatzennest-Kinder für alle sichtbar ihre Wünsche für den Kindergarten aufgereiht. Quelle: Ursula Kallenbach

Im Dorf heißt Kita Klein Bullerbü

Mitte der Neunzigerjahre habe sich der Auftrag der Kindergärten verändert, stellte Carsten Prante aus der Geschäftsführung der DRK-Kinder- und Jugendhilfe in der Region Hannover fest. „Zur Betreuung bis mittags kam der Bildungsauftrag dazu, plus Bedarf nach Ganztagsbetreuung“, erinnerte er. Die Einrichtung Spatzennest habe sich stetig weiterentwickelt. „Das ist nur möglich, wenn viele Akteure zusammenarbeiten.“

Hellendorfs Ortsbürgermeister Carsten Wandke hob die „tolle Verzahnung zwischen Kita und Schule“ hervor, die den Kindern über viele Jahre einen guten Entwicklungsraum biete. „Und die Kinder müssen keine Verkehrshindernisse überwinden.“ Das Spatzennest stehe zudem mitten im Dorfgeschehen. „Unsere Kita wird im Dorf gern auch Klein Bullerbü genannt“, ergänzte der Kita-Leiter.

Eine Krippe habe die Gemeinde Wedemark seinerzeit nicht in der Kita umgesetzt, daran erinnerte Fachbereichsleiter Jörg Clausing. Dafür nun die Schulkinder. „Wir haben uns sehr bemüht, die Ganztagsschule einzurichten“, betonte er.

Kinder sollen Beschwerden äußern können

Mit dem Projekt der aktiven Beteiligung der Kindergartenkinder solle demnächst auch eine Kinderverfassung etabliert werden, kündigte Lönnecke als weiteres Ziel an. „Das nächste Thema ist ein Beschwerdemanagement bei uns. Auch Kinder sollen Beschwerden über Erwachsene in der Einrichtung mitteilen können. Wir werden das begleiten und protokollieren.“

Aktuell laufe das Projekt Eingewöhnungsphase: Die jüngeren und älteren Kinder werden in den Gruppen gemischt. Und ganz selbstverständlich erklärten die Jüngsten schon den Gästen beim Empfang, welche Kinder die „Könner“ seien, nämlich die künftigen Schulkinder.

Fachberatung gibt Sicherheit

Der Kinderschutz gehört zu den großen Zielen auch in dieser DRK-Kita. In diesem Aufgabenfeld nutze das Team die Fachberatung der DRK-Kinder- und Jugendhilfe, sagte Lönnecke. „Dazu gehören Mitarbeiterschulungen, um Missbrauch zu erkennen und zu verhindern. Die Mitarbeiter bekommen Handlungssicherheit.“

Kita Spatzennest bietet zwei Kindergarten- und eine Hortgruppe an

Träger der Kita Spatzennest ist die DRK-Kinder- und Jugendhilfe in der Region Hannover gemeinnützige Gesellschaft. Sie betreibt aktuell 60 Kindertagesstätten in der Region. Der Hellendorfer Kindergarten startete am 1. Oktober 1999 mit vier pädagogischen Mitarbeitern in zwei Vormittagsgruppen, noch ohne Mittagessen. Im Laufe der Jahre wurden die Gruppen immer wieder der Nachfrage angepasst. Bereits seit 2001 gibt es eine Gruppe, bei der die Kinder auch bis zum Nachmittag betreut werden und Mittagessen bekommen. 2002 hat das DRK eine altersübergreifende Gruppe eingerichtet. Diese wurde 2004 zum Hort für Schulkinder umgewandelt.

Seither kooperieren die Kita und die benachbarte Grundschule Am Steinkreis. In der Kita wurde eine Dreiviertel-Tagesgruppe zur Ganztagsgruppe. Insgesamt acht pädagogische Mitarbeiter kümmerten sich um die Kinder. 2011 wurde der Hortanbau verwirklicht. Der Betrieb der offenen Ganztagsschule kam 2017 hinzu. Den notwendigen Anbau mit Mensa gibt es seit 2018.

Heute umfasst die Kindertagesstätte zwei Gruppen für Kinder von drei bis sechs Jahren mit jeweils 25 Plätzen und eine Hortgruppe mit 20 Plätzen im Anschluss an die Ganztagsschule. In der Grundschule direkt nebenan werden aktuell aus fünf Klassen 70 Kinder im Ganztagsbereich betreut. Eltern können ihre Kinder jedes halbe Jahr neu dafür anmelden.

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Von Ursula Kallenbach

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