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Wedemark ADAC unterrichtet Gymnasiasten in Verkehrssicherheit
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17:16 08.06.2019
Die Schüler schauen gespannt, wann Karl-Heinz Pinkpank im Auto bremst. Der Ball ist jedenfalls schon unterwegs. Quelle: Stephan Hartung
Mellendorf

Es ist ein Klassiker der für Kinder gefährlichen Situationen: Ein Ball fliegt auf die Straße, zwingt den Autofahrer zu einer Vollbremsung. Der Unterschied an diesem Morgen in Mellendorf ist jedoch, dass kein Kind hinter dem Ball her läuft. Denn an diesem Vormittag handelt es sich nur um eine Vorführung des ADAC. Stattdessen staunen die Fünftklässler des Gymnasiums, einer von ihnen durfte als Test einen Ball vor das von ADAC-Sicherheitsberater Karl-Heinz Pinkpank gesteuerte Auto werfen, gut gesichert hinter einem Absperrband über den langen Bremsweg.

An alle Fünftklässler des Gymnasiums Mellendorf richtete sich in diesen Tagen ein Verkehrssicherheitsprogramm des ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt. Für jede Klasse nahm sich Pinkpank 90 Minuten Zeit. Nun gut, die Vollbremsung aktivierte er mit seinem Auto wohl bewusst etwas später – davon ausgehend, dass er den Ball gesehen hat und die stets mit einer Sekunde definierte Reaktionszeit nicht bei ihm doppelt so lang war. Aber die Schüler sollen schließlich sensibilisiert werden und staunen. Und das gelingt am besten, wenn das Auto möglichst spät zum Stillstand kommt. „Wer vor das Auto läuft, hat keine Chance. Da trifft euch eine Masse, die so schwer ist wie ein Bus“, sagt der Experte.

Kinder erleben Vollbremsung mit

Auch richtiges und falsches Verhalten als Autoinsasse ist ein Thema beim Verkehrsunterricht auf dem Lehrerparkplatz. Dass Anschnallen Pflicht ist, wissen alle Schüler. Aber was machen vor allem Frauen als Beifahrer oft falsch? „Sie legen oft ihre Beine aufs Armaturenbrett. Wenn bei einem Unfall der Airbag auslöst, verletzt man sich selbst mit den eigenen Knie schwer.“

Schließlich durften die Schüler noch in Kleingruppen in seinem Auto mitfahren und eine Vollbremsung miterleben – die jungen Mitfahrer mussten dabei die Augen schließen, um den Schockmoment zu erleben. „Das ging alles so schnell. So muss es sich anfühlen, wenn man bremst und ein Tier auf der Motorhaube hat“, sagte der elfjährige Paul.

Nächstes Jahr mit anderen Inhalten

Nächstes Jahr wird Pinkpank wieder am Gymnasium sein. „Dann machen wir das Thema Verkehrssicherheit mit der Oberstufe“, sagt der Experte. Inhalte werden dann natürlich andere sein als jetzt mit den Fünftklässlern. „Es wird einen Überschlagsimulator geben. Außerdem werde ich auf die Gefahren des Smartphones hinweisen. Schließlich sind das alles junge Leute, die Fahranfänger sind oder kurz vor dem Führerschein stehen.“ Seiner Meinung nach ist das Modell des begleitenden Fahrens mit 17 Jahren ein Erfolgsmodell. „Man sollte sogar noch früher anfangen und damit im Alter von 16 Jahren beginnen. Die jungen Leute lernen schnell dazu“, sagt Karl-Heinz Pinkpank.

Von Stephan Hartung

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