Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Wedemark Das Mooriz bringt Erlebnispfad voran
Aus der Region Region Hannover Wedemark Das Mooriz bringt Erlebnispfad voran
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:51 02.08.2018
Margret Mahler (links) zeigt Wedemarks Wirtschaftsförderin Antonia Hingler eine entkusselte Moorfläche. Quelle: Kallenbach
Anzeige
Resse

Ein Bohlenweg ist das nächste Teilstück am Moorerlebnispfad, das jetzt in Angriff genommen wird. Die Arbeiten der Region daran, eine kurze Strecke hinter dem Sportplatz Resse, beginnen in diesen Tagen. Eine Brücke über eine Hochmoorfläche in diesem Bereich soll zudem auch behinderten Besuchern den Zugang ermöglichen.

„Während der Bauzeit am Bohlenweg können wir Besucher auf dem Weg ins Moor dort nur eingeschränkt führen“, kündigten die Gästeführerinnen Margret Mahler und Helga Schulz-Knoke aus dem Moorinformationszentrum (Mooriz) in Resse an. Diesmal führten sie exklusiv Bürgermeister Helge Zychlinski und die Wirtschaftsförderin Antonia Hingler auf weichem Torfmoorboden über dem ersten Abschnitt des Pfades. Für die neue Wirtschaftsförderin, die auch Naherholung und Tourismus in der Wedemark verantwortet, war dies die erste Begegnung mit dem Moor und dem Renaturierungsprojekt Hannoversche Moorgeest. Dagegen gehörte der Spaziergang auf der Sommertour des Bürgermeisters zu den letzten beruflichen Aktivitäten der Umweltbeauftragten Ursula Schwertmann –sie geht Ende September in den Ruhestand.

Anzeige

Wirtschaftsförderin will Moor bekannter machen

„Ehrlich gesagt, ich weiß gar nichts über das Moor“, bekannte Hingler im Gespräch mit den erfahrenen Gästeführerinnen, die wie viele andere Ehrenamtliche im Mooriz aktiv sind. Wohl aber machten aus ihrer Sicht die vier Moore, die sich in der Wedemark zentral um Resse gruppieren, einen „Mehrwert in unserer Gemeinde“ aus, betonte sie. „Was hier passiert, ist ökologisch wertvoll. Das sollte doch noch stärker wahrgenommen werden.“ Diese Erfahrung habe sie auch schon aus einer Begehung des eiszeitlichen Geopfades am Brelinger Berg mitgenommen. So nannte sie eine Steigerung der Bekanntheit und der Besucherzahlen auch dort durchaus wünschenswert.

Dass der Moorerlebnispfad und eine informative Broschüre in Gang gekommen sind, darf sich vor allem der Arbeitskreis Moore in dem vom Verein Bürger für Resse (BfR) betriebenen Moorinformationszentrum (Mooriz) in Resse zurechnen. „Wenn wir den Rundweg nicht selbst angefasst hätten, wäre hier noch nichts“, stellten die Aktiven fest. Die Wegeführung und die interessanten Haltepunkte hätten sie 2011 selber gesucht und festgelegt. Die unter Zuarbeit von ehrenamtlichen Moorexperten in Eigenregie im Mooriz erstellte Broschüre sei das einzig Konkrete bisher. Die Region hingegen sei leider deutlich im Verzug. Das informative Heft „Moor-Erlebnispfad Wedemark-Resse, Natur- und Klimaschutz erleben“ liegt im Mooriz aus.

Region will natürliche Sandheide wieder herstellen

„Moore sind der Lebensraum für viele geschützte Arten und erfüllen als CO2-Senken eine bedeutende Funktion für das globale Klima. Daher ist die wichtige Arbeit im Moorinformationszentrum gar nicht genug zu würdigen“, schickte der Bürgermeister seiner Tour zu Fuß voraus. An einem der Informationskästen, die von der Region am Wegesrand errichtet wurden, machte er die Nagelprobe, und siehe: „Der QR-Code funktioniert“, stellte er mit seinem Handy fest.

Eine künftige Sandheidefläche war außerdem zu besichtigen: Im Herbst will die Region Hannover ihre Arbeiten daran fortsetzen. Noch in den 1970er Jahren gab es eine natürliche Sandheide dort am Schwarzen Moor bei Resse; sie soll wiederhergestellt werden. Dies ist inzwischen Teil des EU-Projekts „Atlantische Sandheiden“. Dazu musste die Fläche zunächst von Bäumen frei gemacht werden, im Herbst muss die entstandene humusreiche Erde abgetragen werden. Dann wird gehäckselte Heide mit Heidesamen aufgebracht. „Das funktioniert“, versicherte Schwertmann. „Das haben wir in einem Projekt mit der Region auch schon in Oegenbostel gemacht.“ Zur Pflege würden anschließend Schafe auf die Heide gestellt – auch das funktioniere.

Von Ursula Kallenbach

Anzeige