Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Wedemark Ludwig Uphues setzt sich für Naturschutz ein
Aus der Region Region Hannover Wedemark Ludwig Uphues setzt sich für Naturschutz ein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:26 27.01.2019
Der Grünen-Landtagsabgeordnete und frühere Umweltminister des Landes Stefan Wenzel (von links) hält im Bürgersaal die Laudatio auf Ludwig Uphues. Quelle: Ursula Kallenbach
Bissendorf

In ungezählten Nächten und mit Wagemut ist Ludwig Uphues im Fuhrberger Wald hoch hinauf in die Bäume geklettert. Über Jahrzehnte hat er dort für Schutz und Ausbreitung der Eulen auf 200 Quadratkilometern Fläche gesorgt, Jungvögel beringt und Nisthilfen eingerichtet. Dem jetzt 80 Jahre alten Umweltschützer, der mittlerweile vor allem als Kämpfer für das Großprojekt Hannoversche Moorgeest öffentlich bekannt ist, galt am Freitagabend der Empfang der Wedemärker Grünen zum Jahresanfang im Bürgerhaus in Bissendorf.

Den Dank für den Jahrzehnte währenden ehrenamtlichen Einsatz sprach im Bürgersaal als Laudator der Grünen-Landtagsabgeordnete Stefan Wenzel aus. Er erlebte von 2013 bis 2017 als Niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz das Wirken des Wedemärkers aus ministerieller Sicht, aber auch als gebürtiger Resser mit persönlichem Bezug zum Moor. „Ludwig Uphues hat den Finger immer an der richtigen Stelle in die Wunde gelegt“, machte Wenzel deutlich. Naturschutz und Klimaschutz seien Uphues‘ große Aufgaben.

Wenzel: Der Moorschutz dient der Glaubwürdigkeit

Bis heute ist Uphues Sprecher des Arbeitskreises Hannoversche Moorgeest. Der Moorschutz sei von immenser Bedeutung, betonte Wenzel. „Zu dieser Arbeit gehörten Standfestigkeit und viele, viele Mitstreiter.“ Er hob das große Fachwissen von Ludwig Uphues hervor, aber auch dessen kommunikative Fähigkeiten bei so vielen notwendigen Gesprächen und Konferenzen. „Die Moore gehören zum Wertvollsten, was wir in Niedersachsen haben“, hob Wenzel hervor. Sie seien schon in der 1970-er Jahren unter Naturschutz gestellt worden, ohne damals die Entwässerungsgräben zu verschließen. Die vier großen Moore – in der Hannoverschen Moorgeest das Bissendorfer, Resser, Otternhagener und Helstorfer Moor – seien weiter ausgetrocknet. Die Wirkung der Moore für den Klimaschutz habe man erst später erkannt. Heute seien Projekte wie die von der EU geförderte Wiedervernässung der Hannoverschen Moorgeest als Natur- und Umweltschutzprojekt „auch wichtig, um im Ausland glaubwürdig zu sein“. Der Naturschutz spiele auch in der bevorstehenden Europawahl am 26. Mai eine Rolle.

Uphues war selbst von 1987 bis 2008 hauptberuflich im Umweltministerium des Landes Niedersachsen tätig. Er kümmerte sich um Grundsatzfragen des Naturschutzes, arbeitete am Freiwilligen ökologischen Jahr mit, das damals noch Pilotprojekt war. Auch die Agrarlandschaften, Gewässerschutz und die langfristige ökologische Waldentwicklung waren seine Fachthemen, bis er im Ruhestand sich ab 2008 im Ehrenamt im Aktionskreis Hannoversche Moorgeest als Sprecher vordringlich die Sorge um dieses Projekt zu eigen machte. Seither wirkt er in dem EU-geförderten Verfahren auf vielen Ebenen ständig mit, ohne daneben im Nabu und BUND das aktive Mittun ruhen zu lassen. Die Wedemärker profitieren seit Jahren von Fachvorträgen im Mooriz in Resse und den jährlichen Moorerlebnistagen, die vom Aktionskreis organisiert werden.

Die Eule kann ihren Blickwinkel durch Drehen des Kopfes um bis zu 270 Grad weiten – das ist einmalig, hat der Eulenfreund und Rauhfußkauz-Experte Ludwig Uphues früher einmal vorgetragen. Im Blick auf die zahlreichen politisch angekündigten Energie-, Agrar- oder Sozialwenden heute, bräuchte man angesichts der Probleme Mehrheiten für viele Wendemanöver, sagte er bei dem Grünen-Empfang zu seinen Ehren. Doch die wichtigste müsse im Kopf anfangen: die intellektuelle Wende. „Das Weiter so sollte sich schnellstens ändern, damit wir uns nicht bei unseren Enkeln entschuldigen müssen“, gab Uphues vor den vielen Gästen im Bürgersaal zu bedenken.

Von Ursula Kallenbach

In der Wedemark ist die Feuerwehr zu zwei Einsätzen ausgerückt. In Hellendorf brannte ein Stromkabel in einem Pferdestall, in Mellendorf qualmte angesenktes Plastikgeschirr auf einem heißen Herd.

27.01.2019

Ein Schulkind ist in Mellendorf von einem Auto angefahren und leicht verletzt worden. Der Junge war gestolpert und so auf die Fahrbahn der Wedemarkstraße geraten. Dort ist er vom Fahrzeug erfasst worden.

27.01.2019

Der millionenschwere Umbau der Kreisstraße 107 in Wennebostel zwischen Region und Gemeinde ist bald unter Dach und Fach. Beginn der Arbeiten ist frühestens im Mai/Juni. Anlieger zahlen nur für den Fußweg.

28.01.2019