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Wedemark Wedemärker arbeiten an Radwegenetz mit
Aus der Region Region Hannover Wedemark Wedemärker arbeiten an Radwegenetz mit
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18:30 27.03.2019
Für den Seniorenbeirat Wedemark macht Manfred Homann am Rande der Veranstaltung zum Radwegekonzetpt auf eine Informationsveranstaltung des Seniorenbeirats zu motorbetriebenen Rädern aufmerksam. Quelle: Ursula Kallenbach
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Wedemark

 Tauglich für den Alltagsradler soll sich das Radwegenetz in der Gemeinde Wedemark künftig erweisen: per Fahrrad einkaufen, zur Kita und Schule fahren, als Arbeitnehmer den Betrieb sportlich erreichen, als Pendler an der S-Bahn-Station das Rad auch sicher abstellen können. Über ein solches Konzept können die Wedemärker mitdiskutieren – demnächst auch online mit der Gemeindeverwaltung.

Den Auftakt lieferten die Kommune und das von ihr beauftragte Ingenieurbüro PGT aus Hannover am Dienstagabend im Bürgerhaus in Bissendorf. Im Bürgersaal waren alle Plätze besetzt – wohl 80 Interessierte hatten sich vorher zu der öffentlichen Veranstaltung angemeldet. Wie groß der lange angestaute Frust gar Ärger Betroffener im Radverkehr in der Gemeinde ist, hatte bereits vorab eine Leserbefragung dieser Zeitung abgebildet.

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Das Ingenieurbüro für Umwelt und Verkehr hat die bestehenden Probleme analysiert und einen Vorschlag für ein Netz gemacht. Er zeigt, wie auf innerörtlichen Straßen Haupt- und Nebenrouten so gestaltet werden können, dass Radfahrer im Alltagsverkehr sichtbar werden und damit sicher ihren Weg neben dem motorisierten Verkehr nehmen können. „Was ist für Sie das wichtige Netz?“, fragte der Ingenieur Heinz Mazur im Bürgersaal ab. Er fing viele Einzelvorschläge auf, auch kritische Anmerkungen, und ließ die Teilnehmer nach dem ersten Diskussionsdurchlauf gleich aktiv ihre Notizen auf die Karten heften. Auch Zufriedenheit wurde formuliert: „So schlimm, wie es hochgebröselt wird, ist es nicht“, kommentierte eine Teilnehmerin für die Situation etwa in Bissendorf.

Radfahren soll zügig möglich sein

Es geht um die Wegeführungen auf den Straßen oder daran entlang, die Auflösung gefährlicher Knotenpunkte im Verkehr, Übergänge zu Bus und Bahn, aber auch um die subjektiven und objektiven Anforderungen etwa an die Beleuchtung und die soziale Sicherheit der Radrouten. „Radfahren soll zügig möglich sein, der Radverkehr soll komfortabel und kommunikativ nebeneinander mit dem motorisierten Verkehr möglich sein“, skizzierte Mazur. Ein selbstbewusster Fahrer könne dann auch auf der Hauptstraße fahren.

Ein Netz über die ganze Gemeinde sei als Anspruch zu hoch gegriffen, lautete ein Kritikpunkt. Es gebe viele Kreis- und Landesstraßen, wo die Gemeinde nichts zu sagen habe. Wie wolle man Druck ausüben für Verbesserungen? „Die Region bewegt sich schon. Es ist aber ein langer Prozess“, räumte der Experte ein. Er zeigte sich überzeugt, dass mehr Bewegung bei den Straßenbaulastträgern zu erreichen sei. Vorausgesetzt: Ein Konzept definiere ein solches Netz in allen Einzelheiten, und es werde von der Gemeindepolitik offiziell beschlossen.

Bis dahin ist noch ein Weg. Im Baufachbereich der Gemeinde betreuen Fachbereichsleiter Kay Petersen und Planer Oliver Schultz das Radwegekonzept weiter und arbeiten jetzt die eingehenden Anregungen ein. „Unser Ziel ist, das wichtige Netz herauszukristallisieren, um letztlich Beschlussvorschläge an die Politik zu machen“, verdeutlichte Petersen.

Auf Anregungen soll ein Feedback kommen

Das in der öffentlichen Veranstaltung diskutierte Netzkonzept soll demnächst auch auf die Internetseite der Gemeinde Wedemark gestellt werden. Eine direkte Anlaufadresse dafür gebe es noch nicht, sagte Gemeindesprecher Ewald Nagel am Mittwoch. „Es kann ein paar Tage dauern. Wir wollen ja die Möglichkeit schaffen, dass Interessierte sachlich und fachlich Anregungen geben können und darauf ein Feedback erhalten.“

Bis die Verwaltung dann Vorschläge für die Politik formulieren kann, könnte es durchaus Herbst werden. Denn gesondert will die Verwaltung noch eine Abfrage zu dem Radwegenetz in den Schulen organisieren. „Schön wäre es, wenn wir einen Rücklauf noch vor den Sommerferien hätten“, stellte Petersen in Aussicht. „Sonst vor den Herbstferien.“

Der Wedemärker Seniorenbeirat nimmt sich in einer öffentlichen Veranstaltung am Freitag, 5. April, ergänzend das Thema „Pedelec, E-Bike, Krankenfahrstuhl – Fluch oder Segen?“ im Bissendorfer Bürgerhaus vor. „Das Referat mit Fragestunde soll die praktische Seite beleuchten“, warb am Rande der Diskussionsveranstaltung Manfred Homann für den Seniorenbeirat. Die Fragestunde beginnt um 16 Uhr, der Beirat lädt dazu gemeinsam mit Verkehrswacht und der Freiwilligenagentur Wedemark ein.

Von Ursula Kallenbach