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Wedemark Gemeinde übergibt vier neue Fahrzeuge an Feuerwehr
Aus der Region Region Hannover Wedemark Gemeinde übergibt vier neue Fahrzeuge an Feuerwehr
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00:22 01.07.2019
Zur offiziellen Übergabe sind die vier Feuerwehrfahrzeuge auf dem Campus W in Mellendorf aufgestellt. Quelle: Ursula Kallenbach
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Mellendorf

Vier neue Feuerwehrfahrzeuge in modernster Technik stehen für die Gemeinde Wedemark jetzt in Bissendorf, Mellendorf, Elze und Negenborn bereit. Auf dem Campus W in Mellendorf wurde das Ereignis gefeiert. Die Kosten für die roten Fahrzeuge: insgesamt 1,4 Millionen Euro.

Fußend auf dem 2017 politisch beschlossenen Feuerwehrbedarfsplan haben Politiker und Verwaltung diese Summe im Gemeindehaushalt geschultert. „Es ist ein außergewöhnlicher Moment, auf einem Punkt so viel geballte Feuerwehrkraft an einem Ort zu sehen: Fahrzeuge und Wehren und das Volumen von 1,4 Millionen Euro“, sagte Wedemarks Bürgermeister Helge Zychlinski. „Darauf darf die Gemeinde stolz sein.“ Es koste Kraft. Die Politik, die Ehrenamtlichen im Gemeinderat, hätten diese Entscheidung für die Feuerwehr und die Bürger getroffen, sagte er in der Feier zur Übergabe.

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Vorarbeiten haben mehr als zwei Jahre gedauert

Dazu hatten sich die Vielen eingefunden, denen Feuerwehrarbeit ein großer Teil ihres Lebens ist – vom Regionsbrandmeister Karl-Heinz Mensing und Brandabschnittsleiter V der Region, Horst Holderith, bis zum Wedemärker Feuerwehrnachwuchs. „Auch auf die etwa 550 Aktiven, die in der Wedemark in den Feuerwehren ihren Dienst versehen, sind wir stolz“, betonte Zychlinski und hatte einen Großteil von ihnen vor sich. Gemeindebrandmeister Maik Plischke dankte er ausdrücklich: „Was die Gemeindefeuerwehrführung in der Wedemark leistet, geht weit über das hinaus, was man erwarten darf.“

Ein Feuerwehrfahrzeug fällt nicht schön lackiert vom Himmel: Über zwei Jahre haben dazu Sachkundige in Gemeindefeuerwehr, Ortsfeuerwehren und Verwaltung die Details für Fahrgestelle, Aufbauten und Ausrüstung abgestimmt. Christoph Boss, stellvertretender Gemeindebrandmeister und Koordinator für das Vorhaben, war in dieser Zeit häufig auf Reisen nach Österreich. Mit den Mitarbeitern des Aufbauten-Lieferanten Walser dort führte er zahlreiche Gespräche. Auch ihm zollten Verwaltung, Politik und die vier Ortsbrandmeister als Empfänger der Feuerwehrfahrzeuge höchsten Respekt für diesen ehrenamtlichen Einsatz. „Ohne dich könnten wir die Fahrzeuge heute nicht übernehmen“, stellte Zychlinski fest.

„Es geht um die Sicherheit der Bürger“

„Wir haben gemeinsame Zukunft auf 25 Jahre geschrieben“, machte Plischke deutlich. Die Anschaffung von vier Fahrzeugen gleichzeitig nannte Plischke ein Meisterstück. „Feuerwehr und Verwaltung haben viel gelernt.“ Jedes einzelne Fahrzeug, räumte der Feuerwehrchef ein, sei mit immensen Kosten versehen. Aber man habe in dem Prozess auch Synergien zwischen den Ortsfeuerwehren gefunden, um wiederum Kosten zu sparen.

Plischke lenkte den Blick von der Fahrzeugbeschaffung weg auf das gemeinsame Ziel. „Mit dem Feuerwehrbedarfsplan haben wir verstanden, wo wir hinwollen: Es geht um die Sicherheit der Bürger.“ Den abwehrenden Brandschutz zukunftsfähig sicherzustellen, sei das Ziel. Als Gemeindebrandmeister werde er immer wieder versuchen, dies auch in die Politik zu bringen, „damit alle verstehen, weshalb wir diese Kosten tragen müssen“.

Weitere Investitionen folgen

Bei den Fahrzeugen wird es nicht bleiben. Die Gemeinde Wedemark hat, wie Zychlinski betonte, in der mittelfristigen Finanzplanung weitere 4 Millionen Euro vorgesehen für den Bau neuer Feuerwehrgerätehäuser.

Zum Segnen der neuen Fahrzeuge waren auch drei Pastoren vor Ort – Schutzengel werden künftig in den Fahrerkabinen ihren Platz finden. Wie sehr in der Mitte der Gemeinde Wedemark die Feuerwehr steht, zeigte das Interesse unglaublich vieler Gäste aus dem öffentlichen Leben. Die Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier begrüßte sie alle. Sie blickte kurz zurück auf den langen Weg bis zu dieser Übergabe und brachte es dann auf den Punkt: „Ich weiß, Sie sind alle ganz heiß auf die Fahrzeuge“.

Die Ortsfeuerwehren haben bereits Schulungen auf den Fahrzeugen erhalten – nun muss die Routine geübt werden.

So sind die neuen Feuerwehrfahrzeuge ausgestattet

In der Wedemark sind jetzt drei neue Hilfeleistungslöschfahrzeuge (HLF) im Einsatz, die auch in zehn Jahren noch auf modernem Stand sein werden. Mit je 340 PS und 18 Tonnen Gewicht transportieren sie ihre gesamte feuerwehrtechnische Ausstattung und eine Feuerwehrgruppe mit acht Aktiven zum Einsatz. Die Fahrzeuge verfügen über ein Vollautomatik-Getriebe, Navigationssystem und einen Abbiegeassistenten. Einzigartig in Deutschland, so darf es die Gemeinde Wedemark für sich reklamieren, ist das vierte Feuerwehrfahrzeug neuester Bauart, das die Ortsfeuerwehr Negenborn in den Dienst genommen hat. Das Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF-Wasser) erlaubt Spezialeinsätze in Mooren und Wald. Die Besonderheit: Eine Spezialfirma hat das Dach abgesenkt, da das Fahrzeug für die Einfahrt in sein Feuerwehrgerätehaus nur eine Gesamthöhe von maximal 2,98 Metern haben durfte. uc

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Von Ursula Kallenbach