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Wedemark Integrationslotsen stehen vor neuen Aufgaben
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12:25 23.12.2018
Mairbek Mutiew (von links), Reem Hamad und Solombek Mutiew benötigen für Ausbildung und Vorbereitung auf ein Studium dringend PCs und Schulungen. Quelle: Ursula Kallenbach
Elze

Wenn Mairbek Mutiew in seiner Ausbildung als Maschinen- und Anlagenführer Berichte zu schreiben hat, braucht er einen PC. Für Jugendliche wie ihn und Erwachsene, die jetzt als Geflüchtete in Deutschland erstmals in den Arbeitsprozess kommen, sucht der Treffpunkt für Zugewanderte in der Alten Schule in Elze dringend gebrauchte PCs und Laptops.

Mairbeks 17-jähriger Bruder Solombek absolviert die Einstiegsqualifizierung als Bodenleger in einem Langenhagener Betrieb und benötigt ebenfalls Anleitung und Kenntnis in der EDV. Die 21-jährige Reem Hamad bereitet sich mit qualifizierenden Deutschkursen auf ein Studium vor. In Syrien hatte sie bereits sieben Monate Wirtschaft studiert, bevor ihre Familie flüchten musste.

Seit April 2016 steht der Treff am Postweg in Elze jeden Dienstagnachmittag ab 14.30 Uhr offen. Die Alleinstehenden und Familien, die das Angebot ehrenamtlicher Integrationslotsen dort nutzen, stammen aus Afghanistan, Syrien, Tschetschenien und dem Kosovo. „ Wir nehmen mit Freude wahr, dass sie unvermindert gern zu uns in den Treff kommen“, sagt Helga Tänzer. Ihr und den beiden anderen Integrationslotsen im Team, Gisela Bethge und Roland Haber, stellt die Lebenswirklichkeit der Geflüchteten nach nunmehr zweieinhalb Jahren allerdings ganz andere Aufgaben als zu Beginn der Kontakte.

Ging es zu Beginn um Versorgungshilfen für Haushalt und Wohnung, ehrenamtliche Sprachkurse, Begleitung zu Ämtern und vermittelnde Gespräche in Schulen, um Kulturveranstaltungen und Ausflüge, so stehen jetzt Berufsvorbereitung oder Arbeitsaufnahme der Geflüchteten an. „2019 ist für viele unserer Betreuten das vierte Jahr hier in der Wedemark. Wir sind auf dem Weg, das Arbeitsleben vorzubereiten. Das ist jetzt unser Thema.“ Dabei lautet von Anfang an der Sprachgebrauch in dem Elzer Treff „Zugewanderte“ oder „Gäste“ – ein Ausdruck von Respekt, auf den die Integrationshelfer Wert legen.

„Unser großer Wunsch ist, dass vor allem unsere betreuten Schulabgänger für Ausbildung und Studium an PCs geschult werden“, verdeutlichen Tänzer und Bethge. Dazu müssten aber erst einmal gebrauchte Geräte gespendet werden. Das Problem, die Daten darauf zu löschen, könne der Treff lösen; die Datenbereinigung für etwa 40 Euro je Gerät müsse nicht vorher der Abgebende erledigen.

„Schulungen werden wir voraussichtlich im Computerraum des Mehrgenerationenhauses in Mellendorf anbieten können“, stellt Tänzer in Aussicht. Sie sei im Gespräch mit dem MGH-Leiter Daniel Diedrich wie auch mit dem Verein Miteinander. „Das Problem ist, ehrenamtliche Trainer zu finden. Die Schulung kann losgehen, sobald jemand sich bereitfindet, ehrenamtlich zu schulen.“

Das Team im Elzer Treff weiß von insgesamt elf Integrationslotsen in der Wedemark; sie selbst sprechen davon, dass sie fünf ehrenamtlich Aktive nach und nach aus der Arbeit verloren haben. „Es werden immer weniger“, bestätigt Bethge. Keine Ehrenamtsarbeit sei eben ohne Probleme. Es gebe aktuell keine Aus- und Weiterbildung von Integrationslotsen von der Gemeinde Wedemark. Das Elzer Team hatte Anfang 2016 in einem 50-Stunden-Projekt mit der VHS seine Ausbildung erhalten, sucht sich inzwischen passende Fortbildungen selber und hält eine stärkere Vernetzung der Integrationslotsen für wichtig. Aktiv mitarbeiten, so Tänzer, würden die Lotsen auch gern an einem übergreifenden Konzept in der Wedemark zu den veränderten Anforderungen in der Hilfe für Zugewanderte.

Integration braucht auch Wohnungen

Für ehrenamtliche Integrationslotsen, Helfer und engagierte Wedemärker ist in Sachen Integration die Stabsstelle Migration im Rathaus die richtige Anlaufstelle. Ansprechpartnerin dort ist Mathea Müller, die für die Verwaltung alle Angelegenheiten zu Geflüchteten nach außen vertritt. Anders die Integrationsbeauftragte Silke Steffen-Beck: Sie ist je in halber Stelle Gleichstellungs- und Integrationsbeauftragte und berät intern die Verwaltung in diesen Fragen, die häufig auch beide Bereiche gleichermaßen berühren. Keinen aktuellen Überblick hat die Gemeinde darüber, wie viele Integrationslotsen zurzeit in der Wedemark aktiv sind. „Die, die als Lotsen ehrenamtlich arbeiten, sind sehr engagiert. Aber es kommen nicht viele nach“, berichtet Gemeindesprecher Ewald Nagel. Fortbildungskurse seien teilweise nicht ausreichend nachgefragt gewesen.

Der Gemeinde Wedemark werden 2019 vom Land voraussichtlich 112 Geflüchtete zugewiesen. Die neue Quote sei wie schon vorher nur fiktiv gerechnet, stellt Bürgermeister Helge Zychlinski dazu fest. Diese Quoten seien noch nie erfüllt worden. Klar sei aber, dass in der Wedemark keine neuen Gemeinschaftsunterkünfte eingerichtet würden. Die Gemeinde ist insofern weiter auf der Suche nach privat vermietetem Wohnraum für Flüchtlingsfamilien. Viele der bisher von der Kommune abgeschlossenen befristeten Mietverträge laufen aus. uc

Info: Den Raum im Elzer Treff an der Poststraße 8 stellt die Gemeinde zur Verfügung. Jeden Dienstag steht in der Kernzeit von 14.30 bis 17.30 Uhr die Tür offen. Computer können telefonisch angeboten werden unter (0173) 7817408.

Von Ursula Kallenbach

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