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Wedemark Junge Negenborner verlängern die Straße der Kinderrechte
Aus der Region Region Hannover Wedemark Junge Negenborner verlängern die Straße der Kinderrechte
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00:20 09.06.2019
Mitglieder der Jugendfeuerwehr Negenborn enthüllen das jüngste Kunstwerk an der Straße der Kinderrechte. Es stammt von dem Künstler Jürgen Friede. Quelle: Sven Warnecke
Negenborn

Das bereits von Unicef ausgezeichnete Wedemärker Projekt der Straße der Kinderrechte ist um ein weiteres Kunstwerk reicher. In Negenborn haben am Donnerstag Mitglieder der Jugendfeuerwehr ihre von Künstler Jürgen Friede umgesetzte Idee vor der Kapelle an der Hannoverschen Straße enthüllt. Neben den sechs Kinderrechts-Kunstwerken in Mellendorf und vielen weiteren in den Ortschaften der Wedemark sollen nun je drei neue Werke in Neustadt, Wunstorf und wiederum der Wedemark auf die weltweiten Kinderrechte aufmerksam machen. Für ihr Engagement erhielt die Gemeinde bereits 2017 das Siegel Kinderfreundliche Kommune.

Die Ideen für die Kinderrechts-Kunstwerke stammen von Kindern und Jugendlichen, die sich mit ihren Lehrern, Betreuern und Künstlern in das Thema eingearbeitet haben. „Es entstanden sehr viele schöne, aussagekräftige Ideen, die in Modellen umgesetzt wurden. Aber leider konnten nicht alle verwirklicht werden“, berichtet Bernd Tschirch, Initiator und Leiter der Wedemärker Kunstschule. In demokratischen Prozessen sei abgestimmt worden, welche Idee letztendlich ausgewählt werden soll. Das erste der neuen, gemeinsam mit den Kunstschulen Neustadt und Wunstorf entwickelte Kunstwerk steht bereits in Neustadt-Otternhagen auf einem Parkplatz an der Waldbühne.

Auf zehn Fischen verbergen sich Botschaften

Das neue Kunstwerk aus dem Hause Friede zeigt vor der Kapelle einen ein mal zwei Meter großen Tisch aus Stahl. „Über diesem Tisch schwimmen zehn Fische – vorerst in eine Richtung“, erläutert der Künstler. Sie sind nach Entwürfen der Jungen und Mädchen der Jugendfeuerwehr Negenborn aus Aluminiumblech gestaltet und am Tisch mit Gelenken zum Umklappen befestigt. „Das spielerische Benutzen des Bewegungsmechanismus ist für den Betrachter ausdrücklich erlaubt“, betont Friede. Denn auf den Rückseiten verbergen sich Botschaften – dort sind die zehn wichtigsten Kinderrechte beschrieben. „Jeder Fisch symbolisiert eines der Kinderrechte, mit denen sich die Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr in vorausgegangenen Diskussionen befasst haben.“

Künstler Jürgen Friede erläutert die Hintergründe zu seinen zehn Fischen. Quelle: Sven Warnecke

Auf das Areal der kleinen Kapelle in Negenborn kämen nun zehn Kinderrechte als „Gebote“ erlebbar hinzu, erklärt Künstler Friede. „Als Ort der Begegnung waren die Stätten des Glaubens und der Einkehr schon immer gedacht. Auch wurden sie – sei es als begrenztes Gelände, als Kirchengebäude, Moschee oder Tempel – zur Verkündigung von Verhaltensgeboten und Spielregeln für die Gesellschaft genutzt“, ergänzt er.

Kunstschulleiter Tschirch dankt der Jugendfeuerwehr und der Kirchengemeinde Brelingen/Negenborn, dass das Kunstwerk auf dem Kapellengelände aufgestellt werden durfte. Angesichts der nunmehr drei an der Straße der Kinderrechte beteiligten Kommunen hofft er, dass das Projekt auch Anreiz für andere Städte und Gemeinden sein könnte, sich zu engagieren.

Pastorin: Stellenwert der Kinder in der Gesellschaft groß

Für Pastorin Debora Becker zeigt der Ort vor der Kapelle ganz deutlich die Bedeutung und den Stellenwert der Kinder in der heutigen Gesellschaft. Und für Colin Schwarzl, stellvertretender Feuerwehrjugendwart in Negenborn, beschreibt das Projekt „ganz genau, wofür wir heute stehen“: Hand in Hand sei einiges zu erreichen. Aus diesem Grund ist es für ihn ganz „unheimlich wichtig“, die Aktion fortzusetzen.

Damit das klappt, braucht es finanzielle Förderer. Dazu zählen die VR-Stiftung sowie die Hannoversche Volksbank, auch die Leader-Region Meer und Moor ist dabei. Laut Maren Krämer, zuständig für das Regionalmanagement der Leader-Region, stammt die Förderung von der Europäischen Union zur Entwicklung des ländlichen Raums. Sie unterstützt das Gesamtprojekt zur Erweiterung der Straße der Kinderrechte in den drei Kommunen mit 60.000 Euro – das sind 80 Prozent der Gesamtkosten. In Zeiten vermeintlicher EU-Verdrossenheit ist es Krämer besonders wichtig, den Menschen einfach einmal deutlich zu machen, dass Hilfe vor Ort direkt erlebbar sein kann.

Das ist die Straße der Kinderrechte

Das bundesweit erste und mittlerweile preisgekrönte Projekt hat im September 2008 seinen Anfang mit acht Kunstwerken in Resse genommen. Inzwischen gibt es in der Wedemark 17 Skulpturen, davon sechs in Mellendorf. Initiator ist die Kunstschule Wedemark. Deren Leiter Bernd Tschirch war im Herbst 2017 an die Kunstschulen in Wunstorf und Neustadt herangetreten, um sie als Partner zu gewinnen. Das klar formulierte Ziel: mit Kunst im öffentlichen Raum auf die Rechte von Kindern aufmerksam machen. Die Straße setzt sich nun von Negenborn kommend über Helstorf, Mandelsloh nach Neustadt sowie von Luthe über Bokeloh bis nach Steinhude fort. Gefördert wird das Projekt von der Leader Region Meer & Moor sowie der Stiftung der Volks- und Raiffeisenbanken und der Hannoverschen Volksbank Wedemark. Die Kosten für die je drei neuen Objekte in den Kommunen liegen bei einer Summe von insgesamt 78.000 Euro.

Von Sven Warnecke

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