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Wedemark Katholische Kirche möbelt ihren Vorplatz auf
Aus der Region Region Hannover Wedemark Katholische Kirche möbelt ihren Vorplatz auf
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12:34 14.06.2019
Kirchenvorsteher Gerold Buhl (von links), Pfarrer Hartmut Lütge und Architekt Andreas Ackermann versprechen sich von der geplanten Umgestaltung sehr viel. Das Niveau des Platzes soll um die Höhe der jetzigen zwei Stufen vor der St.-Marien-Kirche angehoben werden. Quelle: Ursula Kallenbach
Mellendorf

 Mit acht bis zehn Wochen Bauzeit rechnet die Pfarrgemeinde St. Marien in Mellendorf für ihr großes Sanierungs- und Verschönerungsprojekt. Der Vorplatz der Kirche und das Umfeld sollen sich nach außen hin öffnen, Zäune sollen fallen, grüne Büsche weichen. Ein Platz zum Verweilen und zur Begegnung solle es werden, sagt Pfarrer Hartmut Lütge. Und die Kirche solle besser wahrnehmbar werden.

Auch nach dem voraussichtlichen Baubeginn Ende Juni soll die Kirche zu Gottesdiensten und Veranstaltungen jederzeit zugänglich bleiben. Ob die umgestaltete Kirchenumgebung mit dem katholischen Gemeindefest am 15. September schon offiziell übergeben werden kann, ist noch offen. Ein Termin begrenzt jedenfalls den Umbau definitiv: „Bis zum 15. Oktober müssen wir die Abrechnung für die öffentlichen Fördergelder leisten“, erläutert Gerold Buhl. Er begleitet im Kirchenvorstand das Projekt.

Die Sanierung sei ohne Zweifel notwendig, führt Buhl an. Der alte Waschbetonbelag auf dem Vorplatz ist stark verwittert, das zum Kirchenportal führende zweistufige Podest zeigt deutliche Risse und abgeplatzte Stellen. Das Niederschlagswasser von der gesamten Fläche wird nicht geordnet abgeführt, die Barrierefreiheit ist mangelhaft; nachträglich wurde eine Rampe zum Eingang geschaffen. Insgesamt gilt die Verkehrssicherheit dort als unzulässig eingeschränkt.

Platzniveau wird angehoben

Als Kern der baulichen Sanierung und Umgestaltung wird der größte Teil der Fläche mit Erde aufgefüllt, um das Niveau des Kircheneingangs zu erreichen. Entworfen hat den Plan das Büro Andreas Ackermann aus Hannover in Abstimmung mit der Kirchengemeinde und dem Bischöflichen Generalvikariat in Hildesheim. Die Firma Mull Ohlendorf aus Walsrode führt die Arbeiten aus.

Auf dem angehobenen Niveau wird ein Zugang für Rollstuhlfahrer von der Seite Bunzlauer Weg geschaffen und die Barrierefreiheit wesentlich verbessert. Auch die Zufahrt für Radfahrer und Rettungsfahrzeuge ist von dort vorgesehen. Der Hauptzugang zur Kirche wird von der Seite der Bissendorfer Straße über zwei Treppenstufen auf den Vorplatz führen. Zur Anschauung liegt eine Platte des schwarzen Natursteins Gabbro schon bereit, der im mittleren Teil des Platzes verlegt werden wird. Ein grauer Betonstein ist als Belag für die Zuwegungen von allen Seiten vorgesehen.

Wichtige technische Einzelheiten der Sanierung werden versenkt im Erdboden sein. So fließt das Niederschlagswasser künftig über Rigolen in eine Versickerungsmulde an der Kirche. Auf dem neu gestalteten Kirchenvorplatz sollen zudem feste Sitzgelegenheiten, eine artenreiche Bepflanzung und angenehme Beleuchtung einen einladenden Ort der Begegnung – nicht nur zu Gottesdiensten und Veranstaltungen – entstehen lassen.

Menschen aus 41 Nationen in der Kirche

Dem Pfarrer sind im Bereich der Kirche gerade die Gespräche auch nach Gottesdiensten und liturgischen Ereignissen wichtig. Die Gemeinde hat Zahlen zur Hand: Sie zählt allein in der Wedemark 3000 Mitglieder, dazu 1000 in Schwarmstedt. In der Pfarrei St. Marien leben Menschen aus 41 Nationen – 544 polnische Bürger, 65 Italiener sowie 30 Kroaten bilden neben den Deutschen die stärksten Volksgruppen. Der Anteil ausländischer Mitglieder der katholischen Kirche ohne deutschen Pass beträgt 19,2 Prozent. „Wir haben immer 200 bis 250 Gottesdienstbesucher in der katholischen Kirche in Mellendorf“, bestätigt Pfarrer Lütge. „Wir bemühen uns, sie nach dem Gottesdienst noch vor der Kirche zu halten.“

Ohne Öffnung keine EU-Gelder

Aber die Öffnung des Kirchengeländes ist auch eine Einladung an die Wohnumgebung und Passanten. „Die Quartiere und der Ortskern sollen mit der Öffnung aufgewertet werden“, verdeutlicht Kirchenvorsteher Buhl. Diese Aufenthaltsqualität und die Gemeinschaftsfläche im öffentlichen Raum zählten zu den Voraussetzungen, damit die EU das kirchliche Vorhaben mit mehr als 90.000 Euro fördert.

EU und Spender bezahlen den Platz

Der Umbau des Kirchenvorplatzes samt Grüngestaltung kostet insgesamt 160.000 Euro. Genau 91.343,83 Euro erhält die katholische Pfarrgemeinde St. Marien Wedemark vom Landwirtschaftsfonds der EU für die Entwicklung des ländlichen Raumes. Zugewendet hat das Land Niedersachsen den Betrag zur Förderung der Umsetzung von LEADER – zu dieser Förderregion haben sich die Kommunen Wedemark, Neustadt am Rübenberge und Wunstorf als Region Meer und Moor zusammengeschlossen. Der Bewilligungsbescheid kam später als erwartet, aber dann doch am 28. März vom Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser in Hildesheim, bestätigt Gerold Buhl. Er ist vom Kirchenvorstand beauftragt, die Bauarbeiten an der Kirche in Mellendorf zu organisieren. Bereits seit 2014 plant die Kirchengemeinde dieses Projekt. Ebenso lange sammeln Kirchengemeinde und Förderverein schon Spenden. Diese tragen wesentlich dazu bei, die Differenz von rund 70.000 Euro zu bestreiten. Was noch fehlt, bezahlt das Bistum Hildesheim.

Von Ursula Kallenbach

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