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Wedemark Weil informiert sich über Geschichtsprojekt
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18:23 30.01.2019
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil informiert sich am Mittwoch in Bissendorf über das Projekt „Die Geschichte der Wedemark von 1930 bis 1950“. Schüler des Gymnasiums Mellendorf stellen dabei ihre Ergebnisse zum Thema „Katholische Flüchtlinge in der Wedemark vor“. Quelle: Julia Polley
Wedemark

„Katholische Flüchtlinge in der Wedemark“: Damit haben sich Schüler des Gymnasiums Mellendorf in den vergangenen Monaten intensiv befasst und am Mittwoch die Ergebnisse ihrer Recherchen und Forschungsarbeiten im Bürgerhaus präsentiert. Dabei hatten sie einen prominenten Gast als Zuhörer – Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil.

Schüler des Gymnasiums Mellendorf stellen ihre Ergebnisse zum Thema „Katholische Flüchtlinge in der Wedemark vor“. Quelle: Julia Polley

Die Zehnt- und Elftklässler, die an der Geschichts-AG am Gymnasium teilgenommen haben, gingen in ihrem Vortrag zunächst auf die Gründung der katholischen Kirchengemeinde in der Wedemark ein. Vor dem Zweiten Krieg gab es in der Gemeinde wenige Katholiken. 1945 waren es dann 1400 – der größte Anteil, nämlich 95 Prozent, waren sogenannte Heimatvertriebene, erläuterten die Schüler. Erst 1959 wurde die katholische Kirche St. Maria Immaculata in Mellendorf fertiggestellt.

Großes Geschichtsprojekt

Die sechs Gymnasiasten haben mit ihren Recherchen einen Beitrag zu dem Projekt „Die Geschichte der Wedemark von 1930 bis 1950“ geleistet. Seit April 2014 arbeiten Historiker, Hobbyforscher und Schüler die Geschichte vor, während und nach dem Krieg in der Gemeinde auf. Seitdem sind sieben Buchbände erschienen, in denen die Forschungsergebnisse festgehalten wurden. Als Motor für alle Arbeiten und Akteure war unermüdlich Franz Rainer Enste unterwegs. Der ehemalige Landtags- und spätere Sprecher der Landesregierung Niedersachsen, der in Brelingen wohnt, koordinierte das Projekt für die Gemeinde.

Auf drei Symposien wurden die Zwischenergebnisse präsentiert. Doch jetzt ist erstmal Schluss: Das Projekt, das auch über die Gemeinde hinaus schon Beachtung gefunden hat, endet. Die Arbeit an einzelnen Themen zur Erinnerungskultur soll jedoch weitergehen – so auch die AG am Gymnasium. Geplant ist im zweiten Halbjahr, evangelische Flüchtlinge in den Fokus rücken.

Vier katholische Flüchtlinge beantworten Fragen

Für ihre Recherche haben die Gymnasiasten vier katholische Flüchtlinge zu ihrer Flucht sowie den Lebensbedingungen und der Integration nach dem Krieg in der Wedemark interviewt. Die Schüler zeigen deren Fluchtrouten aus dem Osten in die Wedemark. Die Flüchtlinge sprechen bei den Interviews über eine angespannte Lebensmittellage und eine schwierige medizinische Versorgung. Zudem konnten sie wenig Gepäck mitnehmen – sie mussten fast alles in ihrer alten Heimat zurücklassen. Auch die Integration war nach Angaben der Schüler schwierig: Diskriminierung war lange Zeit Teil ihres Lebens. Teilweise fanden sie über Vereine und Gruppen Anschluss zu den Wedemärkern. Und wo ist ihre Heimat? Drei der vier Interviewpartner bezeichnen ihren Wohnort vor der Flucht als Heimat. Nur für einen ist Heimat dort, wo es ihm am besten geht.

„Ich fand das klasse“, sagte Weil lobend. Er selbst habe so ein Projekt und eine so konzentrierte Arbeit daran noch nicht gesehen. Und weiter: „Ich kenne Orte mit Heimatchroniken. Aber das hier ist etwas anderes.“ Weil selbst erzählte, dass er auch Vertriebene in der Familie habe. Das Thema Integration der Vertriebenen nach dem Krieg sei wichtig, und darüber werde nach Ansicht des Ministerpräsidenten zu wenig geredet. Unter den Anwesenden fand auch das freiwillige Engagement der Schüler, sich mit dem Thema zu befassen und zu recherchieren, große Beachtung. „Die Arbeit hat euch einen Mehrwert gebracht – aber für uns und die Gemeinde auch“, sagte Bürgermeister Helge Zychlinski. „Ihr habt einen wichtigen Beitrag geleistet.“

Aufregung vor der Präsentation

Schülerin Charlotte gab hinterher zu, vor der Präsentation aufgeregt gewesen zu sein. „Zu wissen, dass der Ministerpräsident und der Bürgermeister zuhören, hat Nervosität hervorgerufen“, sagte die 15-Jährige. Gemeinsam haben sie den Vortrag vorher mehrfach durchgesprochen und vorbereitet. Und am Ende hat fast alles geklappt – nur der Ton der Videos wollte nicht mitspielen. Doch da improvisierten die Schüler schnell.

Von Julia Polley

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