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Wedemark Mellendorfer importiert Kaffee von kolumbianischen Bauern
Aus der Region Region Hannover Wedemark Mellendorfer importiert Kaffee von kolumbianischen Bauern
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17:02 21.07.2019
Kaffeeliebhaber Edgar Luttermann aus Mellendorf importiert Bohnen aus der Region Meta in Kolumbien. Auf dem Wochenmarkt in Bissendorf hat er einen Stand und verkauft die Röstmischungen. Quelle: Julia Gödde-Polley
Wedemark

Wenn es um Kaffee geht, dann kann Edgar Luttermann viel erzählen. Er ist zum Liebhaber des Getränks geworden und betreibt in Mellendorf die Kaffeerösterei Kafkao Republik. Seit Ende 2017 importiert der 61-Jährige Bohnen aus Kolumbien – direkt von den Bauern vor Ort.

Angefangen hat alles 1984. Da hat Luttermann in Mellendorf ein Bistro eröffnet – bis 1989 führte er das Geschäft. „Dann habe ich eine Kaffeemacke gekriegt“, sagt der gebürtige Hannoveraner, der seit 1971 in der Wedemark lebt. Ursprünglich gelernt hat Luttermann Speditionskaufmann und Fachkaufmann für Marketing. Dank seiner Berufe reiste er viel durch Deutschland. Unter anderem hat er mal einen Forellenhof geführt. Er selbst beschreibt sich als bunt und umtriebig.

Bohnen kommen aus Kolumbien

Seit 2003 hat Luttermann aufgrund privater Beziehungen Kontakte nach Kolumbien. Seit Ende 2017 unterstützt er die Kaffeebauern und importiert Bohnen aus der Region Meta. „Ich kaufe nicht bei Großhändlern, ich kaufe direkt bei den Bauern“, sagt er. Erst kürzlich hat er einen Fünf-Jahres-Vertrag mit der Genossenschaft vor Ort unterzeichnet. Dieser garantiert ihm bei 40 Bauern die Vorkaufsrechte. Diese bekämen bis zu doppelt so viel für ihre Ware als auf dem Weltmarktpreis. Die Bauern hätten so die Möglichkeit, auf Drogenanbau zu verzichten und trotzdem von den Einnahmen ihre Familien zu ernähren. Der Kaffee schmecke jedes Jahr etwas anders, berichtet der Experte, denn: Gleichzeitig verbessern die Kaffeeanbauer die Qualität ihrer Produkte.

Und Luttermann weiß, wo die Bohnen herkommen: Zweimal war er bisher in Kolumbien vor Ort und hat die Fincas besucht. Inzwischen ist der 61-Jährige auch als Berater und Entwicklungshelfer tätig.

Aus Hobby ist ein Beruf geworden

Zunächst hat er die ungerösteten Bohnen an Händler verkauft. Aus seinem Hobby und der Affinität ist schnell ein Beruf geworden: Viele Kunden waren seinen Angaben zufolge überzeugt. Und seit einem Jahr verkauft er seine sechs bis acht gerösteten Sorten jeden Donnerstag beim Markt auf dem Amtshof in Bissendorf. Luttermann erklärt Kaffeeliebhabern an seinem Stand die Herkunft der Bohnen und ihre Besonderheiten. Zudem können die Kunden einen Schluck frischen Kaffee direkt vor Ort probieren. 250 Gramm Bohnen kosten 8,50 Euro. „Das klingt im ersten Moment viel“, sagt er. Doch dies sei ein normaler Preis für Spezialitätenkaffee. Auf Wunsch mahlt Luttermann die Bohnen direkt vor Ort. Doch: Diese verlieren dann schnell an Aroma.

Verpackt sind die Bohnen in Kraftpapiertüten mit einer Silhouette vom Amtshaus drauf. Luttermann röstet die Bohnen in Hannover selbst. Dafür mietet er sich dort eine Maschine an. Bisher hat der Kaffeeröster den Kaffee in seinem Keller auch selbst abgefüllt. Jetzt hat dies die Pestalozzi-Stiftung übernommen.

Bürgermeister ist von Rathauskaffee begeistert

Für das Wedemärker Rathaus hat Luttermann eine extra Mischung kreiert – auf Wunsch von Bürgermeister Helge Zychlinski. Seit Anfang April wird die Röstung „Municipio“ bei Besprechungen und Sitzungen angeboten. „Uns hat das Projekt überzeugt“, sagt Zychlinski. „Ich trinke den Kaffee auch sehr, sehr gerne.“ Die Mischung besteht aus 80 Prozent Arabica-Bohnen und 20 Prozent fermentierten Bohnen. Bei diesen ist das Fruchtfleisch gebrochen, wodurch Süße abgegeben wird, erklärt Luttermann. Zudem sind die Bohnen nur zu Zweidrittel geröstet. „Ich vermeide, dass die Bohnen verbrannt werden“, sagt der Experte. Dadurch sei der Kaffee deutlich verträglicher.

Drei Monate Garantie für Frische

Auf seine Kaffees gibt Luttermann den Kunden eine Frischegarantie von drei Monaten. „Ich möchte die Kunden sensibilisieren, ausschließlich frischen Kaffee zu trinken“, sagt er. Die Garantie sei ein Qualitätsmerkmal.

Und was trinkt Luttermann morgens am Frühstückstisch? „Drei doppelte Espressi“, sagt der 61-Jährige. „Die brauche ich zum wach werden.“

Den Kaffee „Municipio“ gibt es nicht nur im Rathaus. Kaffeeliebhaber können die Mischung bei Famila in Mellendorf sowie bei Bücher am Markt in Bissendorf und beim Malcafé in Mellendorf kaufen. Zudem steht Edgar Luttermann jeden Donnerstag von 14 bis 18 Uhr mit seinem Stand auf dem Landmarkt auf dem Amtshof in Bissendorf.

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Von Julia Gödde-Polley

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