Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Wedemark Kinder entdecken den Bauernhof
Aus der Region Region Hannover Wedemark Kinder entdecken den Bauernhof
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:24 30.05.2019
Keine Berührungsängste: Anthony schaufelt den Kühen Futter zu. Quelle: Sven Warnecke
Plumhof/Wunstorf

Das regionsweite Projekt Lernort Bauernhof – Kinder entdecken Landwirtschaft hat auf dem Schüttenhof der Familie Backhaus in Plumhof seinen Auftakt gefeiert. Bei diesem auf Grundschüler ab Klasse zwei ausgelegten Angebot werden anschaulich Fragen geklärt, zum Beispiel woher die Lebensmittel kommen, wie aus Getreide Brot oder aus Milch Butter entsteht und was Tiere fressen.

Bei dem neuen umweltpädagogischen Projekt der Region Hannover sind sowohl das Landvolk, die Kreislandfrauen als auch die Forscher-Kids der Region als Kooperationspartner mit an Bord. „Auf einen Bauernhof können Schüler mit allen Sinnen lernen: Es kann gerochen, gehört, gefühlt und ausprobiert werden“, sagte Sonja Papenfuß, Leiterin des Fachbereichs Umwelt der Region Hannover.

Schüler können riechen, schmecken, hören und ausprobieren

Mit dem Lernort Bauernhof soll das Umweltbewusstsein der Kindern geschärft werden. Während des auf drei Tage ausgelegten Angebots können Grundschulkinder unter pädagogischer Begleitung praktische Erfahrungen rund um die Landwirtschaft sammeln. Etwa beim gemeinsamen Kochen mit den Landfrauen, bei einer Bauernhof-Olympiade und beim Besuch eines landwirtschaftlichen Betriebs wie dem der Familie Backhaus. Als Erstes kam die Klasse von Lehrerin Sandra Pfaffe von der Oststadtschule Wunstorf in den Genuss. Pfaffe sprach von einem tollen Projekt und einer immensen Erlebnisdichte für die Kinder.

„Wir wollen Landwirtschaft zum Anfassen ermöglichen und den Kindern zeigen, wo Nahrungsmittel ihren Ursprung haben“, sagte Papenfuß. Ziel ist es, örtliche landwirtschaftliche Betriebe mit ihren unterschiedlichen Schwerpunkten einzubinden und bereits bestehende Angebote aufzugreifen. So können im Programm Bausteine wie „Auf Tuchfühlung mit Pferden“, „Das Erlebnis vom Kalb zur Kuh“, „Mutterkühe, Schweine und Schafe“ und „Das Erlebnis vom Huhn zum Ei“ angeboten werden. Die Nachfrage der Schulen auf das Angebot sei groß, berichtete sie.

Louisa Backhaus: Kühe haben kein lila Fell

„Wir zeigen den Kindern, dass Kühe eben nicht lila sind“, sagte die 25 Jahre alte Louisa Backhaus. Die Agrarwissenschaftlerin hatte die Wunstorfer Grundschüler bei derer Ankunft auf dem Hof begrüßt. Die erste Frage, die ihr entgegenschallte, war: „Wo ist denn der Bauer?“ Nach kurzer Aufklärung durch die angehende Betriebsleiterin ging es für die jungen Besucher gleich in die verschiedenen Ställe des seit 1684 im Besitz der Familie Backhaus befindlichen Hofs, auf dem 15 Menschen arbeiten.

Und die Kinder zeigten sich durchaus beeindruckt. Immerhin stehen in den Ställen 600 Milchkühe. Backhaus erzählte den Schülern, was die Tiere fressen, dass sie zusammen pro Tag etwa 18.000 Liter Milch geben und einmal im Jahr in Urlaub gehen. Ja, richtig gehört. Die Kühe des Familienbetriebs haben einmal im Jahr acht Wochen Pause – wenn die Kälbchen geboren werden. „Dann machen die Tiere nur das, was sie am liebsten tun, nämlich fressen und schlafen.“ Gemolken werden sie in dieser Zeit nicht.

Der Bauernhofbesuch soll für die Schüler auch im Nachgang wirken. Deshalb gibt es das ergänzende Angebot, gemeinsam mit den Landfrauen zu kochen. Lena Starcke, Vorsitzende der Kreislandfrauen, berichtete davon, dass durchaus auch Kinder dabei sind, die zuvor noch nie einen Apfel oder eine Kartoffel geschält haben. Ihr Ziel: Die jungen Besucher sollen sehen und lernen, wie einfach Brot gebacken oder eine Gemüsesuppe hergestellt wird. Die Rezepte dürfen sie dann mit nach Hause nehmen.

Projekt soll das Bild der Landwirtschaft verändern

Für Volker Hahn, Vorsitzender des Landvolks Hannover, ist wichtig, dass dank des Bildungskonzeptes die Kinder das direkte Erleben mit Landwirtschaft, Natur und Ernährung ermöglicht wird. „Das rege Interesse vonseiten der Grundschulen motiviert uns, dieses Angebot zukünftig auszubauen.“

Die Verantwortlichen des Projekts wünschen sich, dass Kinder in der Region Hannover nach Möglichkeit dreimal während ihrer Zeit im Kindergarten, in der Grundschule und in der fünften Klasse unmittelbaren Kontakt zur Landwirtschaft haben sollten. In diesem Jahr werden noch vier weitere Bauernhöfe in Springe, Lehrte und Neustadt zu außerschulischen Lernorten, insgesamt sind zwölf dreitägige Einheiten geplant, kündigte Papenfuß an. Für sie sei aber auch wichtig, dass sich mithilfe des Projekts das vielfach negative Bild der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit ändert.

„Eine Ausweitung des Projekts würden wir sehr begrüßen“

Wie beurteilen Sie dieses Projekt nach der Vorstellung?

Natürlich super! Eine gute Verbindung von praktischen und theoretischen Lernansätzen von der Erzeugung bis zum fertigen Produkt. Milch zu Butter oder Getreide zu Brot.

Warum ist eine Realisierung aus Ihrer Sicht notwendig?

Das große Interesse der Grundschulen zeigt den Bedarf, dass Kinder sich mit den Themenfeldern Landwirtschaft, Natur und Ernährung auseinandersetzen möchten und müssen. Gerade in städtischen Gebieten geht der Bezug zur Landwirtschaft zunehmend verloren. Mit dem Lernort Bauernhof wollen wir diese Lücke schließen.

Was verspricht sich das Landvolk von dem Projekt?

Der Lernort Bauernhof ist ein Bildungsangebot vorerst an die Grundschulen in der Stadt und Region Hannover. Gemeinsam mit der Region und den Landfrauen möchten wir nachhaltiges Wissen über Landwirtschaft, Umwelt und Ernährung vermitteln und den Kindern die reale Landwirtschaft und die Produkte näherbringen. Die Kinder sind sehr neugierig, haben 1000 Fragen und machen einen sehr begeisterten Eindruck. Viele bekommen auf diese Wiese zum ersten Mal Kontakt zu einem landwirtschaftlichen Betrieb.

Wie würden das Landvolk zu einer Fortsetzung oder gar Ausweitung des Projektes stehen?

Eine Ausweitung des Projektes – sowohl zeitlich als auch räumlich – würden wir sehr begrüßen. Die Nachfrage seitens der Schulen ist da, und auch die Lehrkräfte geben uns sehr positive Rückmeldungen.

In welchen Kommunen sehen Sie bei Landwirten für eine Teilnahme noch Potenzial?

In diesem Jahr findet der Lernort Bauernhof in der Wedemark, Springe, Lehrte und Neustadt statt. Das ist ein guter Anfang, aber Potenzial für weitere Lernorte sehe ich auch in anderen Kommunen, wenn die Gegebenheiten so ein Angebot ermöglichen. Ich glaube, dass sich Betriebe in allen Bereichen der Region als Lernorte anbieten.

Von Sven Warnecke

Auf der A 7 wird ab Sonntag gebaut: Die Fahrbahn gen Norden wird ab Berkhof gesperrt, der Verkehr über die Gegenfahrbahn geführt. Es drohen Staus. Auf der Umleitungsstrecke in Elze fehlt aber noch die geforderte Ampel.

30.05.2019

Eine Kostümführung, ein spielerisches Angebot für Kinder und ein großer Spaziergang für Erwachsene: Am Wochenende gibt es am Brelinger Berg mehrere Führungen für Interessierte.

02.06.2019

Bei einem Verkehrsunfall ist am Dienstag in Bissendorf ein 78 Jahre alter Rollerfahrer verletzt worden. Ein 82 Jahre alter Autofahrer hat den Mann beim Abbiegen übersehen.

29.05.2019