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Wennigsen Sanierung: Heimatstube wird leergeräumt
Aus der Region Region Hannover Wennigsen Sanierung: Heimatstube wird leergeräumt
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17:24 29.01.2019
Viel zu tun: Sabine Jankowski wickelt alte Tonschalen in Zeitungspapier ein. Die Heimatstube in Bredenbeck muss komplett ausgeräumt werden, weil die Räume saniert werden sollen. Quelle: Jennifer Krebs
Bredenbeck

 Ziemlich viel Arbeit: Der Heimat- und Kulturverein aus Bredenbeck hat in den nächsten Wochen alle Hände voll zu tun, um seine Heimatstube im Erdgeschoss der alten Dorfschule leer zu räumen. Die alte Schule, in der sich auch die Gemeindebücherei und Räume der Feuerwehr befinden, wird momentan trockengelegt und saniert.

In einem ersten Bauabschnitt bekommt gerade der Raum der Bücherei neue Wände und einen neuen Fußboden. Parallel haben Handwerker inzwischen auch die Räume der Feuerwehr entkernt und soweit vorbereitet, dass es dort weitergehen kann. Die Bücher sind während der Bauarbeiten in einem großen Container beim kommunalen Bauhof in Wennigsen zwischengelagert. Sind die Arbeiten in der Bücherei erledigt und die Bücher dann dort wieder alle eingeräumt, „kommen hinterher die ganzen Sachen von uns in den Container“, sagt Klaus Jacob vom Vorstand des Bredenbecker Heimatvereins und spricht von Ende Februar.

Bis dahin wird der Heimatverein nichts anderes machen als Kistenpacken. Hunderte Exponate müssen in Kartons. In der Heimatstube ist kein einziger Quadratzentimeter mehr frei. „Wir bräuchten eigentlich dringend einen zusätzlichen Raum“, sagt Jacob. Die Bredenbecker sind fleißige Sammler, was ihre Vergangenheit angeht. In der Heimatstube gibt es vieles aus der Zeit der Glashütte, des Kohleabbaus, aber auch des Handwerks zu entdecken. „Hier steckt viel Herzblut drin von denen, die die Heimatstube über Jahrzehnte betreut haben“, sagt Vize-Vorsitzende Birgit Schwier-Fuchs.

Flaschen und Weinballons von der Glashütte Steinkrug sind ausgestellt, die bekannt war für ihr blaues Glas. „Sie gehören zu unseren wertvollsten Ausstellungsstücken“, sagt die stellvertretende Heimatvereins-Vorsitzende Birgit Schwier-Fuchs. Äußerst kostbar seien aber auch die kunstvoll mit Schleifenbändern und Goldfäden gearbeiteten Hauben, die Frauen früher trugen, wenn sie verheiratet, also unter der Haube waren. Und was ist das älteste Exponat? Die aus Feuerstein gehauenen Keile, sagt Schwier-Fuchs. Hervorholen kann sie die Keilmesser nicht mehr, weil sie bereits in Kisten verpackt und privat in einem Keller untergestellt sind, genauso wie die Hauben. Die Feuersteinmesser stammen aus der Zeit um 10.000 vor Christus. Gefunden worden waren sie in der Bredenbecker Feldmark in der Nähe des Kassebornbuschs und beim Steinkrüger Sportplatz.

Immer wieder Probleme mit Feuchtigkeit

Die alte Bredenbecker Dorfschulean der Wennigser Straße mit Heimatstube, Gemeindebücherei, Feuerwehr und Kindergarten wird trockengelegt. Für 170 000 Euro hat das Gebäude schon eine neue Drainage und ein eigenes, unterirdisches Rückhaltebecken bekommen. Jetzt wird es innen saniert, um die aufsteigende Feuchtigkeit in den Wänden und im Boden fernzuhalten. In der Vergangenheit hatte es in dem über 130 Jahre alten roten Backsteingebäude, das teilweise auf Sandstein gebaut ist, immer wieder Probleme mit Feuchtigkeit gegeben.

In einem ersten Bauabschnitt wird momentan die Gemeindebücherei saniert. Die ganzen Bücher, Regale und sämtliches sonstige Material sind solange, wie die Bücherei eine Baustelle ist, eingelagert. Bis Ende Februar sollen die Bauarbeiten dort abgeschlossen sein. Nahtlos soll es anschließend im zweiten Bauabschnitt mit den Räumen der Heimatstube weitergehen. Der Baufachbereich der Gemeinde kalkuliert mit insgesamt rund 300.000 Euro, die die Sanierung der alten Schule kosten wird.

Mit der neuen Bredenbecker Grundschule an der Schulstraße, die 1967/1968 gebaut worden ist, wurde die alte Dorfschule an der Wennigser Straße geschlossen. 1970 zog die Bücherei in die alte Dorfschule. Die Bredenbecker Heimatstube befindet sich seit 1973 in der ehemaligen Lehrerwohnung im Erdgeschoss.

Vitrinen, Wandregale, Schränke: Da auch die Elektrik neu gemacht wird, muss alles raus. Obwohl die Heimatstube aus allen Nähten platzt, wird auch jetzt beim Ausräumen nichts weggeschmissen. Aber es gibt eine Kiste, in der das ein oder andere Stück schon für den Heimatverein-Flohmarkt beiseite gestellt wird. Auch die Holzvertäfelung und der selbst gezimmerte Aufbau, der aussieht wie ein alter Scheunenboden, müssen abgebaut werden. Und leider auch die Küche, „die wir erst in Eigenleistung renoviert und gefliest hatten“, sagt Vereinsvorsitzende Bärbel Back.

Das Einzige, was in der Heimatstube bleiben darf, ist die Bordüre, die Bredenbecks Maler und Heimatverein-Mitgründer Hans Groth (90) gepinselt hat. Dieser Wandschmuck ist einmalig. „Um die Malereien zu schützen, werden wir sie abkleben“, sagt Vorstandsmitglied Jacob. Unter anderem zieren das Rittergut um 1600, das Haus Warnecke von 1826 und das Hotel Steinkrug um 1900 die Wände.

Normalerweise hat die Bredenbecker Heimatstube jeden dritten Sonntag im Monat geöffnet. Der Vorstand geht davon aus, dass bis September geschlossen sein wird.

Von Jennifer Krebs

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