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Wennigsen Fahrradaktionstag: Polizei schult Pedelec- und E-Bike-Fahrer
Aus der Region Region Hannover Wennigsen Fahrradaktionstag: Polizei schult Pedelec- und E-Bike-Fahrer
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00:17 18.04.2019
Menschen üben in einem Kurs das sichere Fahren mit Pedelecs. Quelle: dpa
Wennigsen

Es ist Frühling und die Fahrradsaison kommt so langsam in Fahrt. Und immer mehr Menschen sind auch mit dem Pedelec und E-Bike unterwegs. „Leider verzeichnen wir im Zuge dessen auch einen Anstieg der Unfallbeteiligung von solchen Fahrzeugen“, sagt Katrin Hofmann, Kontaktbeamtin vom Polizeikommissariat Ronnenberg. Daher bietet die Polizeistation Wennigsen in Kooperation mit der Gemeinde Wennigsen am Sonnabend, 4. Mai 2019, von 10 bis 15 Uhr auf dem Gelände der Gemeinde Wennigsen, Hauptstraße 1-2, einen Fahrrad-Aktionstag.

Fahren mit dem Pedelec lernen

Es wird ein Kurs zu dem Thema „Fit mit dem Pedelec / E-Bike“ angeboten. So haben Interessierte die Möglichkeit, in einem Vortrag in das Thema eingeführt und für die neue Form der Fortbewegung sensibilisiert zu werden. Anschließend können Sie das besondere Fahrgefühl, die nötige Bewegungskoordination, den erforderlichen Gleichgewichtssinn und ihre Reaktionsfähigkeit in einem Parcours ausprobieren. Dazu wird auch für Menschen die mit dem Gedanken spielen, sich ein solches Fortbewegungsmittel zu kaufen, ein Pedelec zum Ausprobieren zur Verfügung gestellt.

Unfälle mit Radfahrern nehmen zu

Denn die Zahl der Unfälle mit Beteiligung von Radfahrern im Bereich des Polizeikommissariats, zu dem auch Wennigsen gehört, ist im Vergleich zum Vorjahr um knapp 20 Prozent gestiegen. 2017 hatte es 82 Unfälle gegeben, 2018 waren es 98 – davon 13 mit Beteiligung eines Pedelecs.

Menschen üben in einem Kurs das sichere Fahren mit Pedelecs. Quelle: dpa

Denn gerade bei älteren Verkehrsteilnehmern werden Fahrräder mit elektrischer Tretunterstützung immer beliebter und ergänzen ideal die Mobilität auf zwei Rädern. Sie bescheren vor allem Senioren eine neue Mobilität, denen sonst womöglich die Puste ausginge oder die Gelenke einen Strich durch die Rechnung machen würden. Aus der Leichtigkeit der Fortbewegung und der daraus resultierenden höheren Geschwindigkeit ergeben sich allerdings Gefahrenmomente, die es zu erkennen und zu beherrschen gilt. Mit dem Elektro-Motor ist man bei gleicher Anstrengung viel schneller unterwegs als auf dem herkömmlichen Fahrrad. Da das Pedelec zudem schwerer ist und der Motor erst verzögert aufhört zu arbeiten, wenn man nicht mehr in die Pedale tritt, verlängert sich auch der Bremsweg.

„Insbesondere ältere Menschen, die nicht mehr regelmäßig Fahrrad fahren, sind nicht in Übung“, sagt Axel Lambrecht vom ADFC-Wennigsen/Barsinghausen. Sie würden die Unterstützungsstufe zu hoch ansetzen und dann zu schnell werden – gefährlich, vor allem in Kurven. „Es ist einfach ungewohnt, sie werden aus der Kurve raus geschoben, können den Bremsweg und den Verkehr nicht einschätzen“, sagt er. „Viele sind einfach überfordert.“ Ein Training gebe den Menschen die Chance, sich mit dem neuen Fahrzeugtypen vertraut zu machen. So könnten Unfälle verhindert werden.

Polizei codiert Fahrräder

Wer das Pedelec-Fahren lernen möchte, der kann bei dem Kurs der Polizei mit machen. Eine Teilnahme ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich, entweder bei der Polizeistation oder telefonisch unter (05103) 2278. Interessierte werden gebeten, einen eigenen Helm mitzubringen. Dieser ist Voraussetzung für das Training.

Des Weiteren besteht die Möglichkeit, während der Veranstaltung und ohne Voranmeldung sein Fahrrad von der Polizei codieren zu lassen. Dazu bringen Interessierte ihren Personalausweis und den Kaufbeleg mit. Minderjährige benötigen eine schriftliche Einverständniserklärung ihrer Eltern.

Wennigsen ist eine fahrradfreundliche Gemeinde

Und wie ist Radfahren in Deiner Stadt? Das konnten Bürger mit ihrer Teilnahme bei der Umfrage zum ADFC-Fahrradklima-Test vom 1. September bis zum 30. November vergangenen Jahres beurteilen. Und Wennigsen hat bei dem Test gut abgeschnitten. Die Gemeinde kommt bundesweit auf Rang 15 von 186 Städten mit vergleichbarer Größe. Im vergleich zu ähnlich großen Städten in Niedersachsen schafft es Wennigsen sogar auf Platz 1. 84 Menschen haben bei der Umfrage mitgemacht – und der Deistergemeinde die Note 3,1 gegeben. Zwar steht Wennigsen im Vergleich zu anderen Städten damit gut da, allerdings hat sich die Bewertung der Gemeinde seit 2014 verschlechtert. Damals wurde sie bei der Umfrage mit einer Note von 2,8 bewertet.

Positiv wurde unter anderem die Werbung für das Radfahren in der Gemeinde, die Möglichkeit, mit dem Rad öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen und die sicheren Abstellmöglichkeiten bewertet. Negativ fielen die holprigen und unebenen Radwege auf. Zudem kritisierten die Teilnehmer, dass der Mischverkehr zu unsicher sei und die Radwege, sofern vorhanden, schlecht gereinigt werden.

Auffällig bei der Umfrage: Trotz der guten Platzierung der Gemeinde haben sich fast alle Umfragewerte im Vergleich zur Befragung im Jahr 2014 verschlechtert. So gaben die Teilnehmer an, dass zwar die Akzeptanz für Radler konstant geblieben sei, die Ampelschaltungen für Radfahrer allerdings schlechter geworden ist. Zudem sei die Zahl der Konflikte mit Fußgängern und Autofahrern gestiegen und es gebe mehr Hindernisse auf Radwegen. Im Vergleich mit anderen Stäten kann die Gemeinde dennoch durchaus positive Ergebnisse erzielen.

Von Lisa Malecha

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