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Wennigsen Immer mehr Flächenbrände: Feuerwehr will sich mit neuem Konzept besser vorbereiten
Aus der Region Region Hannover Wennigsen Immer mehr Flächenbrände: Feuerwehr will sich mit neuem Konzept besser vorbereiten
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17:56 05.09.2019
Wie löscht man ein brennendes Stoppelfeld? Dies haben zuletzt die Ortsfeuerwehren Krähenwinkel, Kaltenweide und Langenhagen gemeinsam geübt. Quelle: Archiv (Feuerwehr)
Wennigsen

Wegen der zuletzt langen Trockenphasen haben der Wennigser Gemeindebrandmeister Uwe Bullerdiek und sein Stellvertreter Jörg Ommen ein Konzept erstellt. Darin beschreiben sie, wie die in letzter Zeit immer häufiger auftretenden Vegetationsbrände bekämpft werden können. „Aber es geht dabei auch um das Thema Erosion“, sagte Bullerdiek am Mittwochabend während der Sitzung des Ausschusses für Feuerschutz und öffentliche Ordnung, Mobilität und Digitales. Wie bei den meisten Lagen sei die richtige Technik entscheidend für den Erfolg des Einsatzes.

Dünnere Schläuche sind leichter zu tragen

Bei Wald- und Vegetationsbränden sei die Verwendung eines Löschfahrzeugs mit Wassertank sowie das Verfahren Pump and Roll eine gut zu beherrschende und wirksame Methode, sagte Bullerdiek. Damit ein möglichst geringer Aufwand nötig ist, werden dabei sogenannte D-Druckschläuche verwendet. Und genau hier greift das von Bullerdiek und Ommen ausgearbeitete Konzept. Alle acht Feuerwehren sollen mit Schlauchtragekörben ausgerüstet werden, die kleiner dimensioniert sind.

Momentan seien C-Schläuche mit einem Durchmesser von 42 bis 52 Millimeter im Einsatz. „Wir gehen dann runter auf 20 Millimeter mit einem D-Schlauch, der wesentlich leichter ist.“ Dieser eigne sich wegen seines geringen Gewichts hervorragend, um sich während des Löschangriffs fortzubewegen. „Ich kann also praktisch mitgehen mit dem Schlauch“, sagte Bullerdiek. Ein weiterer Vorteil sei, dass diese Schläuche auch bei Zimmerbränden eingesetzt werden könnten, weil es dabei weniger Wasserschäden gebe. Die Feuerwehrführung rechnet mit 20.000 Euro Kosten, um alle acht Feuerwehren damit auszurüsten.

Die Feuerwehr Wennigsen muss immer häufiger Vegetationsbrände löschen - so wie hier bei einem Einsatz im Deister. Quelle: Feuerwehr Wennigsen

Bullerdiek schlägt außerdem vor, den 35 Jahre alten Unimog der Feuerwehr Bredenbeck als Vegetationsbrandfahrzeug zu behalten. „Es gibt kein besseres Fahrzeug“, sagte der Gemeindebrandmeister. Der Unimog solle abgerüstet werden auf den Standard eines ganz normalen Tanklöschfahrzeugs mit 1800 Liter Wasser an Bord sowie einer leistungsfähigen Pumpe.

Der Unimog ist das einzige Fahrzeug in der Gemeinde Wennigsen, das voll geländegängig ist. Es soll dem Konzept zufolge dem Bereich Süd mit Bredenbeck, Holtensen, Evestorf und Sorsum zugeordnet werden. Für den Nordbereich (Wennigsen, Degersen, Argestorf, Sorsum und Wennigser Mark) will Bullerdiek die Anforderungen abdecken mit dem Fahrzeug, das für die Feuerwehr Wennigser Mark beschafft wird. Das sei auch ein Allradfahrzeug und reiche aus für den Nordbereich.

Feuerwehr muss mehr Aufgaben bewältigen

Den 35 Jahre alten Unimog will Bullerdiek allerdings vorab von einem Sachverständigen begutachten lassen. „Wir müssen sicher sein, dass er noch die nächsten fünf Jahre durchhält“, sagt Bullerdiek. In ein gebrauchtes, älteres Fahrzeug könne man „nicht reinschauen, aber für die geplanten Zwecke sollte es wohl reichen“, sagte der Gemeindebrandmeister. Untergebracht werden soll der Unimog anfangs in der Waschhalle der Wennigser Feuerwehr, zu dem alle Aktiven einen Schlüssel haben. Nach Fertigstellung des neuen Feuerwehrhauses in Degersen soll es dort zwischengeparkt werden. Sobald es im Südbereich einen Stellplatz gebe, komme es dorthin.

Bullerdiek sprach in diesem Zusammenhang weitere Aufgaben an, die in der Gemeinde auf die Feuerwehr zukommen werden. Als Beispiele für Einsatzorte nannte er den Ruheforst, den neuen Waldkindergarten und Mountainbike-Trails im Deister. „Um Personen nach Unfällen aus einem unwegsamen Gelände zu holen, benötigen wir den Unimog. Mit einem normalen Fahrzeug kommen wir da nicht hin“, betonte der Feuerwehrchef.

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Von Heidi Rabenhorst

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