Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Wennigsen Mareile Preuschhof ist die neue Äbtissin
Aus der Region Region Hannover Wennigsen Mareile Preuschhof ist die neue Äbtissin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:43 30.12.2018
Mareile Preuschhof wird die neue Äbtissin des Wennigser Klosters. Quelle: privat / Archiv
Wennigsen

Mareile Preuschhof wird die neue Äbtissin des Wennigser Klosters. Die 57-Jährige übernimmt das Amt von Gabriele Siemers. Für Preuschhof ist es eine ganz neue Aufgabe: Denn ursprünglich war sie Hebamme, arbeitete dann lange Zeit im Hospizdienst und begann schließlich mit 48 ihr Studium der Theologie. „Ich habe eine bewegte Berufsbiografie“, sagt Preuschhof und lacht.

Doch wie kam es zu der beruflichen Neuausrichtung? „Die Arbeit im Hospizbereich hat mir eine neue Art der Frömmigkeit eröffnet“, sagt die Äbtissin, die in Celle geboren und in Nordhessen aufgewachsen ist. Sieben Jahre nach dem Abschluss des Hebammenexamens hat sie ihr Diplom der Sozialpädagogik mit Schwerpunkt Gesprächsführung sowie Sterbe- und Trauerbegleitung gemacht. Im Nachhinein denkt sie, dass sie schon immer an ein Leben nach dem Tod geglaubt hat. „Ich habe damals Gott irgendwie gedacht.“

Das ist die Klosterkammer Hannover

Die Klosterkammer Hannover ist eine öffentliche Einrichtung, die das Vermögen von vier öffentlich-rechtlichen Stiftungen verwaltet. Die Stiftungen sind aus ehemals kirchlichem Vermögen entstanden. Aus den Erträgen unterhält die Klosterkammer mehr als 800 Gebäude, viele davon sind Baudenkmale, und rund 12.000 Kunstobjekte. Weitere Mittel aus den Erträgen in Höhe von rund drei Millionen Euro stellt sie pro Jahr für mehr als 200 kirchliche, soziale und bildungsbezogene Maßnahmen in ihrem Fördergebiet zur Verfügung. Darüber hinaus betreut und unterstützt die Klosterkammer fünfzehn heute noch belebte evangelische Frauenklöster und Damenstifte in Niedersachsen. Dazu gehört auch das Kloster Wennigsen.

Lange Jahre hat sie mit ihrem damaligen Mann und den beiden Töchtern in Hannover gelebt, hat dort unter anderem den ambulanten Hospiz Dienst mit aufgebaut und schließlich auch geleitet. Nach und nach hat sie sich geistlich ausgerichtet. Schließlich eine Fortbildung zur Geistlichen Begleiterin besucht „Ich habe bei dieser Fortbildung gemerkt, wie wenig ich vom Christentum weiß“, sagt Preuschhof. Bei der Arbeit im Hospiz Dienst haben viele Menschen ihre tiefsten Gefühle, Ängste, Sorgen und auch Hoffnungen mit Preuschhof geteilt. „Viele Kriegsveteranen haben sich nach Vergebung gesehnt, andere Menschen haben mir von ihren Wahrnehmungen erzählt“, erinnert sie sich. Manche haben Wahrnehmungen geteilt, die gesunde Menschen nicht haben. „Man kriegt eine Ahnung davon, dass wir mit unseren Sinnen nur begrenzt wahrnehmen können. Aber offenbar gibt es noch mehr.“

Durch all diese Erfahrungen habe sich auch ihr Glaube immer weiter vertieft. Schon zu Beginn ihrer Hospizarbeit organisierte Preuschhof Einkehrwochenenden in ein Kloster für die ehrenamtlich Mitarbeitenden, fuhr auch regelmäßig privat dort hin. „Ich habe meinen spirituellen Weg intensiviert, habe erfahren, was für ein Schatz in diesen alten durchbeteten Klosterräume zu finden ist“, sagt sie. Dann begann sie mit dem Theologiestudium –zunächst aus reiner Neugier. Später wagte sie den Sprung ins Vikariat nach Nordhessen und weiter in den Pfarrdienst. „Ich lebte getrennt von meinem Mann, die Kinder wurden Flügge – es gab also die Möglichkeit, sich zu verändern“, sagt sie.

Vor einiger Zeit haben Eltern und Freunde sie dann darauf aufmerksam gemacht, dass in Wennigsen eine Äbtissin gesucht wird. Sie habe sofort gewusst, dass sie diese Chance wahrnehmen muss. In dem Wennigser Kloster war Preuschhof bereits vor vielen Jahren. Dort hatte sie unter anderem an einem Seminar teilgenommen. Damals habe sie schon erwogen, dem entstehenden Frauenorden in Wennigsen beizutreten. „Aber meine Kinder waren noch klein“, sagt sie. Nun sind die Töchter 21 und 25 Jahre alt. „Sie freuen sich für mich, haben das Gefühl, dass Wennigsen der richtige Ort für mich ist“, sagt Preuschhof und ergänzt: “Ich bin dort nicht hineingewachsen, sondern komme auf einmal dazu. Das braucht natürlich Behutsamkeit.“ Zunächst wird sie die Abläufe und geistlichen Schwerpunkte kennenlernen. Unter anderem macht sie auch eine Ausbildung im Herzensgebet. „Viele Menschen kommen nach Wennigsen mit Sehnsucht nach dem Größeren und Heiligen. Ich freue mich sehr, sie darin zu unterstützen“, sagt die neue Äbtissin.

Einführung ist am 13. Januar

Der Termin für die offizielle Entpflichtung von Gabriele Siemers und die Einführung ihrer Nachfolgerin Mareile Preuschhof ist am 13. Januar um 15 Uhr im Rahmen des Gottesdienstes zum Neujahrsempfang. Äbtissin Gabriele-Verena Siemers verlässt das Wennigser Kloster zum 1. Dezember. Sie gibt ihr Amt nach 15 Jahren auf und geht in den Ruhestand.

Die Klosterordnung verlangt unter anderem, dass eine Äbtissin alleinstehend und evangelisch sein muss. Von der Klosterkammer bekommt sie ein Gehalt. Im Kloster Wennigsen leben und beten Frauen seit mehr als acht Jahrhunderten. Die Stiftskirche wurde bereits vor dem Jahr 1200 gegründet. Im Haus für Stille und Begegnung lehrt die Frauengemeinschaft des Klosters mit ihrer Äbtissin an der Spitze Jahr für Jahr zahlreiche Gäste verschiedene Formen des Innehaltens.

Von Lisa Malecha

Nach einem erneuten Einbruch in das Bredenbecker Sportheim und das benachbarte Schützenhaus sollen dort die Sicherheitsvorkehrungen erheblich ausgebaut werden.

28.12.2018

Die Klasse 7c der KGS hat ein Schul-Sweatshirt entworfen. Ab sofort kann der Pullover mit Logo der KGS bestellt werden.

28.12.2018

Christian Spier ist mit seinem Musikprojekt „Wooden Folk“ am Sonnabend, 12. Januar, im Corvinus-Zentrum in Wennigser Mark zu Gast. Im Gepäck hat er seine Akustikgitarre und Frühgeschichtliches.

28.12.2018