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Wennigsen Regionspräsident Jagau besucht Waldorfschule
Aus der Region Region Hannover Wennigsen Regionspräsident Jagau besucht Waldorfschule
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00:15 06.05.2017
Regionspräsident Hauke Jagau erklärt den Schülern der Freien Waldorfschule Sorsum, wie die Region Hannover funktioniert. Quelle: Oehlschläger
Sorsum

Am Mittwoch kam dafür Regionspräsident Hauke Jagau nach Sorsum. Er wurde von den Elftklässlern Laetitia Sadello, Henriette Zimmer und Cedric Simon über das Gelände geführt. Anschließend hielt er für Schüler aus der Oberstufe eine Stunde Politikunterricht in Sachen Region Hannover.

"Viele Politiker kennen unser Problem gar nicht", sagt Schulleiterin Antje Sevenich. Waldorfschulen bekämen mit 4307 Euro knapp 500 Euro weniger Landeszuschuss pro Schüler, als es in Niedersachsen der Durchschnitt sei - an staatlichen Schulen würden sogar 6900 Euro gezahlt. Daher seien die Beiträge der Eltern umso wichtiger. Diese sind jedoch durch das sogenannte Sonderungsverbot begrenzt - Elternbeiträge können damit nicht in belieber Höhe gefordert werden. Eine konkrete Grenze gibt es dabei aber nicht.

Kein Geld für Material

Mehr Geld von den Eltern wolle sie auch gar nicht, sagt Sevenich. "Im Idealfall sollten Eltern gar kein Schulgeld zahlen, die zahlen immerhin auch Steuern", sagt die Schulleiterin. Doch unterm Strich bliebe so eine Versorgungslücke für die Sorsumer Schule, die Eltern und Lehrkräfte mittrügen, die an das Waldorf-Konzept glaubten. "Wir bezahlen unseren Lehrern nur 80 Prozent des Tarifs", erklärt Sevenich. Dennoch fehle am Ende das Geld, vor allem für die Instandhaltung der Gebäude oder Material für den Unterricht.

Damit sich die Landespolitik im Sinne der Waldorfschule einsetzt, sind Politiker eingeladen worden, die Bildungseinrichtung in Sorsum zu besuchen. Auch die Schüler sollen davon direkt profitieren und Politikunterricht aus erster Hand bekommen. "Unsere Schüler sind dafür Feuer und Flamme", berichtet Schulleiterin Sevenich. Das habe sie erstaunt, da junge Menschen oft einen eher unpolitischen Eindruck machten. "Aber jetzt kamen sie doch alle aus ihren Löchern." Positiv überrascht sei sie auch von der Rückmeldung der Politiker gewesen: Bis auf Ministerpräsident Stephan Weil hätten alle angeschriebenen Kandidaten einen Besuch zugesagt.

Jagau als Politiklehrer

Den Anfang machte am Mittwoch Regionspräsident Jagau. "Die Region muss man sich vorstellen wie ein großes Haus", erklärte er den Schülern. Darin versammelt seien 21 Städte und Gemeinden aus dem Umland Hannovers. "Man hat sich überlegt, dass es besser wäre, wenn man bestimmte Sachen für alle Kommunen gemeinsam macht", sagte Jagau weiter. Das spare vor allem Zeit. Darunter fielen etwa der öffentliche Nahverkehr oder auch der Zugang zu Krankenhäusern. Dass sich die Arbeit der Regionsversammlung direkt auf die Schüler auswirkt, machte Jagau an einem Beispiel deutlich: Ab 2018 können Schüler und Auszubildende bis 22 Jahre für 15 Euro im Monat mit Bussen und Bahnen durch die vier Zonen im Großraum Hannover fahren. Dafür erntete er zustimmendes Gemurmel.

Politiker besuchen die Waldorfschule Sorsum

"Schenken Sie uns eine Stunde", hatte die Freie Waldorfschule in Sorsum gebeten. Und die Politiker kommen: Nach Regionspräsident Hauke Jagau werden am Mittwoch, 10. Mai, die Landtagsabgeordneten Regina Asendorf (Bündnis 90/Die Grünen), Silivia Bruns (FDP), Stefan Politze (SPD) und der CDU-Landtagskandidat Torsten Luhm die zehnte bis zwölfte Klasse besuchen. Zwei Wochen später wird auch der Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch (SPD) in Sorsum vorbeischauen. Erst halten die Gäste eine Unterrichtsstunde, dann will die Schulleitung noch über finanzielle Unterstützung des Landes sprechen. Die Aktion ist Teil der Initiative "Beweg dich", durch die die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen Niedersachsen und Bremen (LAG) ihre Bildungsstätten stärken will. Gefordert wird dabei unter anderem, dass die Schülerkosten künftig zu 100 Prozent gedeckt werden. Auch soll einkommensschwachen Familien ein Schulgeldersatz ermöglicht werden. Festlegen soll die Landesregierung darüber hinaus, wie Schulen in freier Trägerschaft zukünftig ausreichend finanziert werden sollen - Kosten für Sachgegenstände einbezogen.

Mit einem Plakat macht sich die Schule auf dem Pausenhof dafür stark, mehr finanziellen Spielraum zu bekommen. Quelle: Oehlschläger

Von Nils Oehlschläger

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