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Wennigsen Schmutzige KGS: Schüler sammelt Unterschriften
Aus der Region Region Hannover Wennigsen Schmutzige KGS: Schüler sammelt Unterschriften
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13:57 21.12.2018
Gisele Lopez Trillo (15, von links), Ann-Kathrin Hamann (16), Celine Fiebig (15) und Lilli Amft wollen die Zustände an ihrer Schule nicht mehr hinnehmen. Sie haben eine Unterschriftenaktion gestartet. Quelle: Lisa Malecha
Wennigsen

Der Geruch sei teilweise unerträglich, die Toiletten einfach nur ekelhaft. „Ich trinke lieber nichts und gehe den ganzen Tag nicht auf Klo“, sagt Lilli Amft. Die 15-Jährige besucht die zehnte Klasse der Sophie-Scholl-Gesamtschule und hat nun gemeinsam mit drei Freundinnen gegen die unhaltbaren hygienischen Zustände an ihrer Schule protestiert. Insgesamt 325 Unterschriften in nur drei Stunden haben sie und Celine Fiebig (15), Gisele Lopez Trillo (15) und Ann-Kathrin Hamann gesammelt und diese Liste nun zusammen mit einem Brief an KGS-Leiterin Birgit Schlesinger übergeben.

„Auf Grund der mangelnden Hygiene, insbesondere auf den Schultoiletten, ist es uns fast unmöglich, diese zu benutzen“, schreiben die Schüler. Sie kritisieren zudem, dass es so gut wie nie Klopapier gibt, die Seife und das Desinfektionsmittel nur sehr selten aufgefüllt werden und Klobrillen stark verschmutzt sind. „Ich ekel mich richtig“, sagt Hamann und Amft ergänzt: „Selbst die Hygienebehälter werden nicht geleert – die sind überfüllt und total verschmutzt.“ Und auch Händewachsen sei zwecklos, wenn man weder Seife noch Handtücher habe. „Und wenn man dann die Türklinke anfasst, sind die Hände sowieso wieder schmutzig“, sagt Amft. Die Schülerinnen hätten sogar Angst, sich anzustecken, wenn sie die Türklinken anfassen. Besonders schlimm sei der Zustand der Toiletten in der Sporthalle. „Da stinkt es schon, wenn man die Halle betritt“, sagt Trillo.

„Es wird teilweise so dargestellt, als wären wir allein daran Schuld, wie es hier aussieht“, sagt Amft. Aber auch im eigenen Haus müsse doch ab und an gereinigt werden, egal wie ordentlich man ist, argumentieren die Jugendlichen. Die Schüler haben das Recht darauf, dass die Toiletten gereinigt werden, ergänzt Hamann. Man wolle nicht länger zusehen und nichts tun.

Denn der Streit um die mangelhafte Reinigung an der KGS hatte sich in den vergangenen Tagen zugespitzt. Schon seit Jahren kritisieren Schulleitung, Lehrer, Eltern und Schüler den Zustand der Schule. Zwischenzeitlich wurde sogar das Reinigungsunternehmen gewechselt – doch der Zustand hat sich nicht verbessert. Zuletzt hatte Schlesinger sowohl die Landesschulbehörde als auch das Gesundheitsamt eingeschaltet und gedroht, die Schule zu schließen. „Das ist nichts, was ich gerne mache“, betont Schlesinger. Aber auch nach mehr als drei Jahren habe sich nichts verbessert, ihr bleibe keine andere Möglichkeit mehr.

Deborah Bullerdiek fordert seit Jahren, dass die Reinigung an der KGS verbessert wird. Quelle: Lisa Malecha

Untätigkeit wirft auch Deborah Bullerdiek, Vorsitzende des Gemeindeelternrats und Vorstandsmitglied im Schulelternrat, der Verwaltung vor. Bereits im März 2008, also vor zehn Jahren, habe man das Thema Reinigung besprochen und kritisiert. „Es gab Telefonate und schriftliche Nachfragen – Wir bekommen aber nur standardisierte Antworten, das ist alles nur Hinhaltetaktik“, sagt Bullerdiek und fordert, dass das Problem endlich ernst genommen wird. „Man kann sich nicht wundern, wenn die billigste Lösung nicht die beste ist“, sagt sie.

Untätig sei die Verwaltung keinesfalls, versichert Bürgermeister Christoph Meineke. Zum einen kontrolliere die Gemeinde den Zustand der Gebäude verstärkt, zum anderen arbeite man an einer Lösung. Allerdings sei es juristisch nicht einfach, den Vertrag vorzeitig zu beenden. Da müssen alle Vorschriften und Regularien eingehalten werden. „Wir haben die Firma gemahnt, wenn sie danach dann neue Vorarbeiter und andere Subunternehmen beauftragen, dann gelten wieder neue Fristen“, sagt Meineke. Eine schnelle, einfache Lösung gebe es nicht. Allerdings könne er verstehen, dass die Lehrer, Schüler und Eltern sauer sind. Er verspricht: Die Verwaltung erarbeite derzeit ein Konzept, um die Schulen wieder in Eigenleistung zu reinigen. „Wir müssen da aber alles neu aufbauen, gucken, welche Maschinen wir brauchen und wie viele Mitarbeiter“, sagt er. Das brauche nun mal seine Zeit. Auch mit anderen Kommunen, die eigenständig reinigen, habe man bereits gesprochen. „Im Frühjahr soll das Thema politisch besprochen werden“, versichert Meineke.

Von Lisa Malecha

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