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Wennigsen Totes Pferd: Wollten Diebe Araber-Hengst stehlen?
Aus der Region Region Hannover Wennigsen Totes Pferd: Wollten Diebe Araber-Hengst stehlen?
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00:15 07.05.2017
Nachdem die freilaufenden Pferde gefunden wurden, fielen die Verletzungen am vier Jahre alten Araber-Hengst auf. Quelle: Polizei
Holtensen

Im Polizeikommissariat Ronnenberg drängt sich der Verdacht auf, dass der vier Jahre alte Araber-Hengst gestohlen werden sollte. "Die Vermutung ist, dass man versucht hat, das Tier von der Weide zu entwenden und nach Anlegen eines Halfters in irgendein Transportmittel zu bringen", sagt der Kriminalhauptkommissar Bernd Kmiec-Schulz. Dabei habe es sich nicht einmal um einen handelsüblichen Pferdeanhänger handeln müssen, auch ein Transporter oder ein anderes Fahrzeug mit einer ausreichenden Ladefläche seien denkbar. Die Täter könnten versucht haben, den Hengst in das Fahrzeug zu drängen, um es zu stehlen. "Es ist möglich, dass sich das Tier gewehrt hat, nicht kontrollierbar gewesen war, dadurch am Transporter an scharfe Kanten geraten ist und sich dort verletzt hat", sagt Kmiec-Schulz.

Pferde hatten Koppel verlassen

Zu diesem Schluss kommt der Tier- und Umweltspezialist durch die Wunden des Pferdes. Diese seien nicht tief wie bei Schnitten durch eine Klinge, auch gebe es keine Stichverletzungen. Stattdessen waren Fell und Haut an verschiedenen Stellen vom Kopf bis zu den hinteren Beinen aufgescheuert.

Ein weiteres Indiz: Der Elektrozaun um die Pferdekoppel sei durchtrennt und der Holzzaun geöffnet worden, sodass die Tiere ihre Weide verlassen konnten. Erst so seien der Besitzer und die Polizei auf die Tat aufmerksam geworden, berichtet Kmiec-Schulz. Dass das freilaufende Tier von einem Auto angefahren wurde, scheide ebenfalls aus, so Kmiec-Schulz. Bei einer Kollision mit einem so großen Tier hätte nicht nur das Fahrzeug einen großen Schaden davongetragen, auch das Wundmuster am Pferd deute nicht daraufhin.

Hengst erkrankt an Kolik

Ein Tierarzt hatte den verwundeten Hengst vor Ort versorgt, bevor er in die Tierärztliche Hochschule nach Hannover gebracht werden konnte. Dort musste das Pferd schlussendlich eingeschläfert werden. Das habe allerdings nicht nur an den Verletzungen des Tieres gelegen, sagt Kmiec-Schulz. Der Hengst sei zusätzlich an einer Kolik erkrankt gewesen, die laut Pferdehalter Arne Weber stressbedingt nach dem Vorfall aufgetreten war. "Wir hatten der TiHo auch eine Operationsfreigabe gegeben", sagt Weber. Doch die Heilungschancen standen bei höchstens 10 Prozent. So habe man das Pferd von seinen Leiden erlöst. "Auch die Ärzte haben gesagt, das sei kein typisches Bild einer Misshandlung", sagt der Pferdezüchter.

Die Polizei ermittelt nun in alle Richtungen und bittet Zeugen um Mithilfe. "Es gehen schon Hinweise von Pferdehaltern aus Holtensen ein, die sehr beunruhigt sind", sagt Kmiec-Schulz. Demnach seien am vergangenen Sonntag, 30. April, bereits Gestalten in langen Gewändern an Pferdekoppeln im Ort gesehen worden, die sich nach Angaben der Beobachter sehr für die Pferde interessiert hätten.

Die Tatzeit konnte währenddessen auf Montag, 1. Mai, ab 22 Uhr und Dienstag, 2. Mai, 8.45 Uhr eingegrenzt werden. "Wer Beobachtungen gemacht hat, soll sich melden - auch wer Fahrzeuge größerer Art gesehen hat, die da nichts zu suchen haben", sagt Kmiec-Schulz. Der Polizeibeamte ist unter der Telefonnummer (05109) 517131 erreichbar. Hinweise werden aber auch unter der Telefonnummer (05109) 5170 entgegengenommen. Der Wert des Tieres wird auf rund 25000 Euro geschätzt.

Die Verletzungen verteilten sich über den gesamten Körper des Tieres, vom Kopf bis zu den Hinterbeinen. Quelle: Polizei

Von Nils Oehlschläger

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