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Wennigsen Arbeitskreis hat Sportplan vorgestellt
Aus der Region Region Hannover Wennigsen Arbeitskreis hat Sportplan vorgestellt
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00:18 30.11.2018
Auch zahlreiche Vereine nutzen die KGS-Sporthalle, wie hier beim Familienturnfest des TSV . Quelle: Archiv
Wennigsen

Welche Sportstätten gibt es in der Gemeinde, wie ist ihr Zustand und wo gibt es noch Bedarf? Welche Möglichkeiten haben diejenigen, die außerhalb des Vereinslebens Sport betreiben? Antworten darauf gibt der Sportentwicklungsplan, den die Arbeitsgruppe Sportentwicklungsplanung am Dienstagabend vorgestellt hat.

185 Seiten ist der dick. Das Fazit: Die Gemeinde hat zwar ein vielfältiges Angebot, aber es muss auch einiges getan werden, damit dieses sich positiv entwickeln kann. Der Sportentwicklungsplan beinhaltet unter anderem eine Auflistung aller Sportstätten und auch eine Bewertung ihres Zustands. Zudem ist auch eine Übersicht über Sportangebote von Vereinen, Schulen und Kindergärten in dem Plan zu finden.

„Der Entwicklungsplan zeigt, wie vielfältig der Sport in der Gemeinde Wennigsen ist“, lobte Bürgermeister Christoph Meineke. In allen ach Ortsteilen würde Sport für Jung und Alt angeboten. Er betonte zudem, dass es zwar einige Zeit gedauert habe, bis die Ergebnisse präsentiert werden konnten, der Plan jedoch in Eigenleistung erstellt wurde. „Andere Kommunen haben für ihre Sportentwicklungspläne zehntausende Euro ausgegeben“, sagte er. In Wennigsen hatte ein Arbeitskreis unter Federführung von Mitgliedern des für Sport zuständigen Ratsausschusses mit Vertretern der Sportvereine und Michael Wittich, in der Gemeindeverwaltung für Sport zuständig, gearbeitet.

4500 Quadratmeter Sportinnenfläche fehlen

Der Entwicklungsplan müsse als Arbeitsauftrag für alle verstanden werden, führte Meineke weiter aus. Nun müsse geschaut werden, was sich realisieren lässt. „Wenn wir alle Handlungsempfehlungen umsetzten würden, müssten wir einige Millionen Euro ausgeben“, sagte er und ergänzte: „Der Plan muss nun in den Ortsteilen und in den Vereinen diskutiert werden, damit ein Plan entsteht, wie der Sport in Wennigsen künftig aussehen soll.“

Unter anderem wird bestätigt, was eigentlich schon seit Jahren klar ist: Wennigsen braucht mehr Sporthallen. Vorhandene Sportstätten müssen saniert und erweitert werden, denn die Hallenkapazitäten und Hallengrößen reichen bei weitem nicht aus, um den Bedarf im Vereinssport zu decken. Die Gemeinde hat 25 Hallen und Plätze für Vereine angemietet. Doch die Anlagen seien zum Teil extrem sanierungsbedürftig, sagte Reinhard Wiens, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Sportentwicklungsplanung und Chef der Bredenbecker Sportgemeinschaft und nannte beispielhaft die Sporthalle am Lindenfelde. Nimmt man die Werte des „Goldenen Plans“ der Deutschen Olympischen Gesellschaft als Grundlage, so fehlen der Gemeinde 4.500 Quadratmeter Sportinnenflächen.

Plan versucht Kosten gering zu halten

Unter anderem wird im Plan vorgeschlagen, an der KGS eine Kaltsporthalle über dem Kleinspielfeld zu errichten. Alternativ könnte auch eine Zweifachsporthalle an die Sporthalle der Sophie-Scholl-Gesamtschule angebaut werden. Zudem sieht der Plan die Sanierung oder den Neubau der Sporthallen und Außensportanlagen beider Grundschulen sowie der Ausbau der Schulhöfe zu Multifunktionsplätzen. Zudem könnten Dorfgemeinschaftshäuser kurzfristig als Sportinnenflächen ausgestattet werden.

Bei ihre Überlegungen habe die Arbeitsgruppe bereits mit Augenmaß gearbeitet, betonte Wiens. Daher habe man keine „verrückten“ Ideen rein geschrieben. Doch Ideen hätten die Arbeitskreismitglieder genug, sagte Wiens und lieferte sogleich ein Beispiel für ein neues Angebot, dass nicht im Plan steht: Ein neuer See am Wasserpark, der im Sommer zum Wasserskifahren und im Winter zum Eislaufen genutzt werden könnte.

Masterplan soll erarbeitet werden

Dass die richtige Arbeit jetzt erst anfange, sagte auch Ulf Meldau, Vorsitzender des Regionssportsbunds. Der Sportentwicklungsplan dürfe nicht in der Schublade verschwinden. „Ich möchte Sie animieren, sich von allen Seiten an der Ausarbeitung zu beteiligen.“ Er wies zudem darauf hin, dass der Plan genau zum richtigen Zeitpunkt fertig gestellt wurde. Denn die niedersächsische Landesregierung legt zur Stärkung der Sportstätteninfrastruktur ab 2019 bis 2022 ein Sportstättensanierungsprogramm in Höhe von bis zu 100 Millionen Euro auf.

„Wir müssen den Plan jetzt ernst nehmen und die einzelnen Punkte kritisch hinterfragen“, sagte auch TSV Wennigsen-Chef Jürgen Stegen. Denn die Rahmenbedingungen für den Sport müssen geschaffen werden. „Zunächst brauchen wir ausreichend Sportstätten, ansonsten nützen uns auch die Übungsleiter nichts“, sagte er. „Um die zu schaffen, müsse aber auch Geld in die Hand genommen werden. „Die Politik muss den Plan also einstimmig unterstützen“, sagte Stegen.

Der Arbeitskreis Sport soll nun zunächst die Ziele und Maßnahmen konkretisieren. Die Ergebnisse sollen dann in einen „Sportmasterplan“ einfließen. Die einzelnen Maßnahmen sollen dann in den Ratsgremien abgestimmt werden. Dass nächste Treffen des Arbeitskreises Sport ist für den 14. Februar geplant.

Von Lisa Malecha

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