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Wennigsen Das ist die Sage vom Gockel an der Mauer der Klosterkirche
Aus der Region Region Hannover Wennigsen Das ist die Sage vom Gockel an der Mauer der Klosterkirche
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15:08 17.07.2019
Die Verfärbung im Sandstein auf der südlichen Seite der Klosterkirche sieht aus wie ein Gockelhahn. Quelle: Elena Everding
Wennigsen

Wieso ist der Gockel an der Klosterkirche? Zu der Sandsteinverfärbung in Form eines Hahns hat sich der Wennigser Winfried Gehrke eine Sage ausgedacht.

„Wo es Kirchen, Klöster und gottesfürchtige Menschen gibt, ist der Teufel nicht weit“, schreibt Gehrke. Dem Teufel sei es Mitte des 15. Jahrhunderts gelungen, dass sich die Nonnen, die Klosterdamen und schließlich der ganze Konvent zunehmend weltlichen Lustbarkeiten hingaben. „Obwohl die Nonnen mehrfach ermahnt wurden, musste sogar der Welfenherzog Wilhelm I mit seinem Prior Busch nach Wennigsen kommen, um sie wieder auf die Ordensregeln des Heiligen Augustinus hinzuweisen“, heißt es in der Sage.

Der Teufel schwor auf Rache

Weiterhin schreibt Gehrke: „Der Teufel musste untätig zusehen, wie ihm seine sichergeglaubten Seelen, wieder genommen wurden. Er schwor auf Rache. Der Satan wollte mit allen Mitteln verhindern, dass die Kirche und das Kloster zu Wennigsen wieder ein Hort von gottesfürchtigen Menschen wird.

Als dann, man schrieb wohl das Jahr 1520, die Obrigkeit beschloss die Kirche nach Süden hin zu verbreitern, um noch mehr Christen Platz darin zu bieten, reichte es dem Teufel. Verkleidet als Steinmetz, sabotierte er den Bau.

Steinmetze erwischen Teufel auf frischer Tat

Er ließ nachts immer wieder ganze Wände zum Einsturz bringen. Die Steinmetzmeister vermuteten ganz schnell, dass das nicht mit rechten Dingen zugeht. Aber wer war der Unhold, der ganz früh morgens, noch vor dem ersten Sonnenstrahl sein Unheil trieb?

Man legte sich auf die Lauer, aber genau an diesen Tagen passierte nichts. Aber eines Tages, die Sonne war im Osten gerade aufgegangen, krähte der rote Hahn des Schweinehirten so kräftig und laut, dass die Steinmetze wach wurden und eiligst auf die Baustelle liefen. Sie blickten in das Gesicht eines Kollegen, der bei diesem Licht betrachtet, ganz klar der Teufel war. Seine Hörner und der kleine Schwanz verrieten ihn und er roch nach Schwefel.

Teufel schleudert den Hahn gegen die Mauer

Bevor der Satan flüchten konnte, packte der Teufel nun den roten Hahn und schleuderte ihn mit den Worten: ,Du verdammter Hahn hast mich verraten’ gegen den Steinquader, den er selbst tags zuvor an diese Stelle gesetzt hatte. Der Wurf war so gewaltig, dass der Abdruck des Hahns noch heute ganz klar ersichtlich ist.

Wer nun meint, der rote Hahn ist tot, der hat sich geirrt. Zu besonderen Ereignissen soll er heute noch krähen und die Menschen im Kloster und in Wennigsen warnen, wenn Unheil droht. Überliefert ist, dass der Hahn im März 1626 „im 30 jährigen Krieg als Tilly’s Truppen kurz vor Wennigsen standen“, so laut gekräht hat, dass die Klosterdamen und ein großer Teil der Wennigser Bauern noch rechtzeitig durch einen unterirdischen Gang Richtung Lemmie und weiter nach Hannover fliehen konnten.“

Wussten Sie schon?

Zu der Gockelsage gibt es auch ein passendes Gockel-Bier aus Wennigsen.

Von Lisa Malecha

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