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Wennigsen Grundschule feiert letztes inklusives Sportfest
Aus der Region Region Hannover Wennigsen Grundschule feiert letztes inklusives Sportfest
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00:20 07.06.2019
Die achtjährige Narzdar (Mitte) ist beim Sportfest mit ihrem Rollstuhl mittendrin im Geschehen. Quelle: Ingo Rodriguez
Bredenbeck

Mitlaufen kann die achtjährige Narzdar bei dem Wettlauf nicht: Trotzdem ist das Mädchen von der Janusz-Korczak-Förderschule mit ihrem Rollstuhl dicht am Geschehen dran. Umringt von Kindern der Grundschule Bredenbeck nimmt sie als Zuschauerin gemeinsam mit anderen Jungen und Mädchen an dem Sprintduell zweier Jungen irgendwie auch aktiv teil.

Gemeinschaftsmomente wie am Dienstag bei einem gemeinsamen Sportfest haben in der Grundschule Bredenbeck in den vergangenen 14 Jahren regelmäßig den Unterrichtsalltag beider Einrichtungen geprägt. Doch nun schließt die Springer Förderschule für geistige Entwicklung im Sommer ihre Außenstelle in den Räumen der Grundschule. Aus organisatorischen und finanziellen Gründen hat die Region Hannover als Trägerin der Förderschule die Kooperation und die Vereinbarung für die Nutzung der Räume beendet.

Ab dem nächsten Schuljahr sollen die behinderten Kinder aus zwei Klassen der Eingangsstufe wieder im Stammhaus in Springe unterrichtet werden. Dort gibt es nun genügend Räume. Eine Außenstelle wird nicht mehr benötigt. Für das langjährige Inklusionsmodell mit gemeinsamen Aktionen von Regel- und Förderschülern in Bredenbeck bedeutet es das Aus.

Leistung und Inklusion in Kombination

Bei einem gemeinsamen Sportfest haben die Schüler und Lehrer beider Schulen jetzt noch einmal auf dem Außengelände eine inklusive Abschlussveranstaltung erlebt – mit Aktionen an 16 Stationen. „Wir haben die klassischen Disziplinen der Bundesjugendspiele in einen Spieleparcours mit Pedalos, Balancieren, Torwandschießen und Dreibeinfußball integriert“, sagt Grundschulleiterin Tatjana Seidensticker.

Das Prinzip des gemeinsamen Festes erläutert Sportlehrerin Lore Lauenstein: Für die Leistungen bei den Disziplinen wie Sprinten und Weitsprung gebe es je nach Leistung Urkunden. „An den Spaßstationen stehen noch einmal Inklusion und Integration im Mittelpunkt – vor allem das Miteinander von Kindern mit unterschiedlichen Fähigkeiten“, sagt Lauenstein.

Eltern bedauern Schließung

Den Kindern bereitet die Mischung sichtlich Vergnügen: „Ich habe mir schon an allen Stationen einen Stempel geholt“, sagt die neunjährige Grundschülerin Theresa. Trotzdem schwingt bei einigen Eltern, Großeltern und Mitarbeitern auch Wehmut mit: „Es ist schade, dass dieses Modell mit gemeinsamen Aktionen nicht fortgesetzt wird“, sagt Frauke Diersing. Die Mutter einer Viertklässlerin ist als Helferin beim Balancieren im Einsatz. Auch Hartmut Falkenberg findet den Abschied der Förderschule als Großvater von zwei Grundschülern bedauerlich: „Es hat den Kindern gut getan, gemeinsam Dinge mit beeinträchtigten Altersgenossen zu tun, weil es ihr Verantwortungsgefühl stärker ausgeprägt hat“, sagt Falkenberg. Grundschulleiterin Seidensticker lässt der Förderschule zum Abschluss eine Hintertür offen: „Die Schüler sind beim nächsten Sportfest oder anderen Aktionen immer willkommen“, verspricht sie.

Von Ingo Rodriguez

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