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Wennigsen Grüne fordern Energiemanagement
Aus der Region Region Hannover Wennigsen Grüne fordern Energiemanagement
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00:17 03.02.2019
Kommunale Dächer solar nutzen: Auf dem Gebäude der Wennigser Feuerwehr gibt es eine Bürgersolaranlage. Quelle: Jennifer Krebs
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Wennigsen

Vor nunmehr zehn Jahren hat die Gemeinde ihr Klimaschutz-Aktionsprogramm erarbeitet. Damals war schon vorgesehen, dass Wenngisen ein Klimaschutz-Management bekommen soll. Nun rufen die Grünen dieses Vorhaben nochmals in Erinnerung. Sie fordern die Einrichtung des Managements sowie Solarstromanlage auf kommunalen Dächern und Energieeinsparungen in öffentlichen Einrichtungen. Ihre Anträge werden nun am Donnerstag, 7. Februar, im Bauausschuss besprochen. Beginn ist um 18.30 Uhr im Bürgersaal.

Das ist das Klimaschutz-Aktionsprogramm

„Klimaschutzziele lokal setzen, Maßnahmen erarbeiten, Emissionen senken“ – mit diesem Leitfaden hat die Gemeinde Wennigsen ihr Klimaschutz-Aktionprogramm erarbeitet. Denn: Kommunen haben eine besonders große Bedeutung im Klimaschutz. „Sie sind große Energieverbraucher, sind Planungs- und Genehmigungsbehörde, Grundstücks- und Gebäudeeigentümer, oft Energieproduzenten und -versorger und ein entscheidendes Vorbild für ihre Bürger“, heißt es in dem Endbericht.

Und in Sachen Klimaschutz war Wennigsen Vorreiter: Die Gemeinde hat als zweite Kommune der Region Hannover ihre Verantwortung für den Klimaschutz und gleichzeitig die wirtschaftliche Chance erkannt, die Klimaschutzmaßnahmen für die Kommune bedeuten. Bereits im Mai 2008 fiel der Startschuss für das Klimaschutz-Aktionsprogramm (KAP). Dabei ging die Gemeinde Wennigsen eine Kooperation mit E.ON Avacon AG als Energieversorger und der Klimaschutzagentur Region Hannover als Projektkoordinatorin ein.

In der Kooperationsvereinbarung wurde unter anderem das anzustrebende Ziel verankert, die Treibhausgasemissionen bis auf insgesamt maximal 2 Tonnen pro Einwohner und Jahr bis zum Jahr 2050 zu reduzieren. Die 2005 erstellte CO2-Bilanz für Wennigsen ermittelte eine Emission von 6,9 Tonnen pro Einwohner und Jahr. Ziel der Klimaschutzaktivitäten müsse es sein, den Ausstoß von treibhausfördernden Gasen um etwa 70 Prozent bis zum Jahre 2050 zu reduzieren, heißt es in dem Programm. Ob das erste Etappenziel erreicht wird, werden die Wennigser bald erfahren: Angestrebt war eine Reduzierung um 40 Prozent bis zum Jahr 2020.

Die Reduzierung der Treibhausgasemissionen geht einher mit einer deutlich steigenden Wertschöpfung vor Ort und wird daher auch aus Sicht der Wirtschaftsförderung begrüßt und unterstützt.

Geht es nach den Grünen, so soll die Verwaltung ein kommunales Energiemanagement aufbauen, um Einsparpotentiale zu erkennen und nach wirtschaftlichen Kriterien zu priorisieren. Zudem brauche Wennigsen einen Energiebericht 2019, der Auskunft gibt über die Entwicklung von Energieverbrauch und –kosten der einzelnen Liegenschaften. Zudem soll die Gemeinde einen Maßnahmenplan erstellen, um den kommunalen Strom- und Wärmeverbrauch innerhalb von drei Jahren um 30 Prozent zu reduzieren.

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Umsetzung des Programm steht noch aus

„Ein kommunales Energiemanagement zur gezielten Bewirtschaftung der gemeindlichen Liegenschaften ist eine der Maßnahmen aus dem im Jahr 2010 einstimmig vom Rat beschlossenen Klimaschutzaktionsprogramm, deren Umsetzung leider immer noch aussteht“, schreiben die Grünen in ihrem Antrag. Das Konzept beinhaltet ein Energiecontrolling, das monatlich den Energie- und Wasserverbrauch der wichtigsten kommunalen Liegenschaften überwacht, den Betrieb von Heizungsanlagen, Umwälzpumpen und anderen Großverbrauchern laufend optimiert und Sanierungsfahrpläne für die kommunalen Gebäude aufstellt.

Dadurch werden Energieverbrauch und –kosten transparent gemacht, Einsparpotentiale sichtbar und Steuerungsmöglichkeiten bei baulichen und energetischen Maßnahmen bis hin zur energetischen Sanierung von Gebäuden verfügbar. „Ein regelmäßiger, möglichst jährlicher Energiebericht ist notwendig, um die rund eine halbe Million Euro Energiekosten, die im Haushalt an verschiedensten Stellen versteckt sind, zugänglich und transparent zu machen, umgesetzte und geplante Maßnahmen darzustellen und damit dem Rat eine Entscheidungsbasis über energetische Maßnahmen zu geben.“

Solaranlagen auf kommunalen Dächern

Doch das war es noch nicht in Punkto Klimaschutz: Die Grünen fordern zudem, dass auf weiteren kommunalen Dächern Solaranlagen errichtet werden. Hierbei sind die Prinzipien Eigenstromnutzung sowie Bürgerbeteiligung zu berücksichtigen – sofern die Solaranlagen nicht in eigener Regie durch die Kommune finanziert und errichtet werden.

„Insbesondere die Dächer der Erweiterungsbauten der Sophie Scholl Gesamtschule sind baulich für Solarstromanlagen ausgelegt und sollten hierfür genutzt werden“, schreiben sie. Dazu gebe es auch schon einen Vorschlag von der Energiegenossenschaft Ener:Go, der geprüft werden soll. Auch diese Forderung war bereits Teil des Klimaschutzaktionsprogramms, dass einen weiteren Ausbau erneuerbarer Energien vorsieht.

Von Lisa Malecha