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Wennigsen Landwirtschaft: Nabu-Ausstellung im Rathaus
Aus der Region Region Hannover Wennigsen Landwirtschaft: Nabu-Ausstellung im Rathaus
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00:15 27.09.2018
Gerhard Krick und Gisela Wicke vom Nabu eröffnen die Ausstellung im Sitzungssaal des Rathauses. Quelle: Elena Everding
Wennigsen

Auf acht Bannern zeigt der Nabu Wennigsen in einer Ausstellung im Wennigser Rathaus verschiedene Aspekte der modernen Landwirtschaft – sowohl Probleme als auch Lösungen. Sie ist noch bis zum 28. September im Bürgersaal zu sehen.

Insektensterben, immer weniger Vogelarten, insgesamt ein Rückgang der Biodiversität – das bereitet dem Wennigser Nabu-Vorsitzenden Gerhard Krick Sorgen. Auslöser dafür sei nicht allein die Landwirtschaft, sagt er. Aber sie trage einen Teil dazu bei. 70 Prozent von Niedersachsen seien Agrarfläche. „Wir müssen mit der Landwirtschaft reden und versuchen, auf einen Nenner zu kommen“, sagt Krick.

Durch landwirtschaftliche Nutzung verschwinden Brachflächen, Stickstoff im Dünger verhindert Pflanzenwachstum, Pestizide belasten die Umwelt. Auch in Wennigsen stehe es nicht allzu gut um die Biodiversität: Pappeln seien gefällt worden und Blühstreifen am Ackerrand seien die Ausnahme, hat Krick festgestellt.

Für Umweltmaßnahmen und ökologischen Landbau gebe es allerdings für Landwirte die Möglichkeit, im Zuge der EU-Agrarförderung Gelder zu erhalten. „Nur etwa drei Prozent der gesamten Agrarfördergelder haben Wennigser Landwirte hierfür beantragt – dabei wären bis zu 30 Prozent möglich“, sagt Krick. Dies liege unter anderem an den strengen Auflagen, vermutet er.

Gisela Wicke, Vorsitzende des Nabu Gehrden/Benthe, appelliert an die Verbraucher, nicht nur das Günstigste zu kaufen. „Die Landwirtschaftspolitik muss sich ändern“, sagt sie. Die Ausstellung widmet sich unter anderem der Gefährdung der Artenvielfalt, dem Vogel- und Insektenschwund, dem Pflanzenschutz, der Zerstörung der Böden, Maßnahmen und der EU-Agrarpolitik.

Wennigsens stellvertretende Bürgermeisterin Hannelore Nimmrich, die die Ausstellung von Seiten der Stadt eröffnete, merkte an: „Es geht nicht nur um Fördergelder, sondern um das große Ganze.“ Wenn es keine Insekten mehr gebe, seien Gelder nämlich komplett irrelevant – dann gehe es um die Existenz.

Von Elena Everding

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