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Wennigsen Rettungshundestaffel besucht Sprachheilkindergarten Degersen
Aus der Region Region Hannover Wennigsen Rettungshundestaffel besucht Sprachheilkindergarten Degersen
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15:22 11.04.2019
Rüdiger Lohmann stellt den Kindern die Arbeit der Hundestaffel vor. Quelle: Stephan Hartung
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Degersen

Diese Anweisung ist eindeutig. „Arbeiten!“ Dieser Ruf dröhnt über das Außengelände des Sprachheilkindergartens in Degersen. Damit sind nicht die Pädagogen und Erzieher gemeint, die von Kindergartenleiter Ingo Laskowski zu etwas mehr Engagement bei ihrer Tätigkeit aufgerufen werden. Die Anweisung stammt von Rüdiger Lohmann. Wenn der Gruppenführer der Rettungshundestaffel Weserbergland laut und deutlich „Arbeiten!“ sagt, dann flitzt Jil, der kleine Irish Soft Coated Terrier, los und sucht.

Jil flitzt los und sucht ein Kind. Quelle: Stephan Hartung

Der Sprachheilkindergarten hat am Donnerstag Besuch von der Rettungshundestaffel bekommen. Den Kontakt zu dem Verein aus dem Weserbergland hatte Wiebke Banse geknüpft, sie ist die Kassenwartin vom Förderverein des Paritätischen Kinderzentrums Wennigsen. Lohmann und seine Kollegen erklärten den 32 Kindern aus der vier verschiedenen Gruppen, wie die Hunde bei Rettungen eingesetzt werden. „Wir machen diese Zusammenarbeit mit der Staffel zum ersten Mal. Das ist ganz toll für die Kinder“, sagte Laskowski und zeigte sich begeistert. „Die Kinder lernen, dass Hunde nicht nur Streicheltiere sind, sondern auch ganz andere Funktionen haben. Und wer vor Hunden Angst hat, braucht dies nicht mehr zu haben.“

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Hunde suchen Kinder

Um zu lernen, was Rettungshunde können, durften die Kinder das machen, was sie am liebsten tun – sich verstecken. Für Jil war es daher keine einfache Aufgabe, die Kinder auf dem großen Gelände aufzuspüren. Und wie nehmen sie die Fährte auf? Anders als Spürhunde der Polizei, die zuvor den Geruch der vermissten Person schnüffeln müssen. „Unsere Rettungshunde sind so ausgebildet, dass sie gern bei Menschen sind. Sie freuen sich, wenn sie Menschen sehen – und suchen sie auch gern“, erklärt Lohmann, während er mit dem Arm in Richtung Rutsche zeigt und Jil dabei einen kleinen Tipp gibt. „Arbeiten, außen!“ Und schon war Andrej aufgespürt.

Rüdiger Lohmann gibt Jil Anweisungen. Quelle: Stephan Hartung

Die Rettungshunde, deren Ausbildung 18 bis 30 Monate dauern kann, werden in der Praxis eingesetzt, wenn sich beispielsweise Senioren verirrt haben und nicht mehr ins Altenheim zurückkommen, „aber auch bei vermissten Schulkindern“, wie Lohmann erklärt. Das Einsatzgebiet der Rettungshundestaffel mit Sitz in Bad Münder umfasst die Landkreise Göttingen, Holzminden, Osterode, Hameln-Pyrmont, Schaumburg und Nienburg. Sobald die Hunde ihr Geschirr tragen, die sogenannte Kenndecke mit Glocke und Licht, wissen sie, dass sie im Einsatz sind – also arbeiten müssen.

Von Stephan Hartung