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Wennigsen Bestatter spricht mit Schülern der KGS Wennigsen über den Tod
Aus der Region Region Hannover Wennigsen Bestatter spricht mit Schülern der KGS Wennigsen über den Tod
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06:33 07.11.2019
Sven Friedrich Cordes zeigt verschiedene Möglichkeiten zur Bestattung. Quelle: Stephan Hartung
Wennigsen

Das war mal ein ungewöhnlicher Religionsunterricht: Die Klasse 10 H der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Wennigsen erhielt Besuch von einem Bestatter. Wer erwartet hatte, dass ein schwarz gekleideter, ernster und biederer Mann kommen würde, wurde überrascht: Sven Friedrich Cordes war modern und farbenfroh gekleidet. Mit seiner lockeren Art gelang es ihm, den Schülern das häufig tabuisierte Thema Tod näherzubringen.

Es gehe ihm darum, „das ganze Bestattungswesen moderner zu gestalten“, sagte Cordes. „Man sollte für alles offen sein.“ In den USA sei man schon viel weiter und spreche vom celebration of life. Dort werde natürlich über den Tod eine Menschen getrauert. Aber man feiere auch, das man mit ihm eine lange Zeit zusammen verbringen durfte, sagt der 35-Jährige, der Einladung von Lehrerin Lena Bürsken zum zweiten Mal an der KGS zu Gast war. Er selbst führe Beratungsgespräche mit Angehörigen denn auch nicht in schwarzer Kleidung.

Darf man das machen?

In seinem Vortrag mit dem Titel „Wohin geht die Reise – Bestattungskultur im Jahr 2019“ zeigte Cordes den Schülern einige Beispiele, wie Beerdigungen und Trauerfeiern einmal anders gestaltet werden können. Diskutiert wurde darüber, ob eine Traueranzeige für einen Graffiti-Sprayer mit Cartoon und dem Spruch „Ich spraye jetzt woanders“, ein weißer Sarg für einen Ballettlehrer oder ein Sarg mit bunten Luftballons erlaubt sei. Die Schüler äußerten Zustimmung oder auch Ablehnung und stellten viele eigene Fragen. Bürsken hat die aktive Mitarbeit ihrer Schüler gefallen. „Toll, dass wir Herrn Cordes für diese Doppelstunde bei uns hatten. Er macht das super und erreicht die Schüler“, sagt die Klassenlehrerin.

Unternehmen wird in dritter Generation geführt

Das Bestattungsunternehmen Friedrich Cordes ist ein echter Familienbetrieb. Er existiert seit 1934 und wird mittlerweile in dritten Generation geführt. Außer in Empelde gibt es eine Niederlassung in Hannover. Vor sechs Jahren übernahm Sven Friedrich Cordes die Leitung von seinem Vater. Bei seinem Besuch in der KGS Wennigsen wurde der 35-Jährige natürlich auch gefragt, warum er diesen Beruf ausgewählt hat. Zunächst strebte Cordes eine Laufbahn als Fotograf ein. Als sein Vater in fragte, ob er den Betrieb eines Tages übernehmen wolle, absolvierte er ein Praktikum bei einem großen Bestattungsunternehmen in Hamburg. „Dort habe ich festgestellt, dass mit den Toten und Angehörigen umgegangen wurde, als wären sie nur Nummern“, berichtet Cordes. Eine negative Erfahrung zwar, „die mich aber angestachelt hat, es besser, moderner und persönlicher zu machen“.

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Von Stephan Hartung

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